Owen. Um wirklich allen Owener Grundschülern eine Siegchance zu ermöglichen, hat das vierköpfige Preisgericht für jede Klassenstufe einen Siegerentwurf bestimmt. „Bei so vielen tollen Entwürfen ist es uns natürlich sehr schwer gefallen, die Sieger auszuwählen“, erzählte Bürgermeisterein Verena Grötzinger gestern bei der Preisverleihung.
Für alle, die nicht gewonnen hatten, hatte die Bürgermeisterin gleich noch einen Trost parat: „Ihr habt alle gewonnen.“ Denn aus allen eingereichten Entwürfen mache die Owener Architektin Suzana Bast nun drei verschiedene Vorschläge, wie der Schulhof eines Tages wirklich aussehen soll. „Da ist dann vielleicht auch was von Entwürfen mit dabei, die heute nicht gewonnen haben“, meinte Verena Grötzinger, „und dann ist es doch toll, wenn man auf einem Schulhof spielen kann, auf dem eigene Ideen verwirklicht sind.“
Was auf jeden Fall alle Schüler gewonnen haben, das brachte Suzana Bast gleich mit: zwei kindgerechte Sachbücher über Architektur für die Schulbibliothek. Und auch der Preis für die Siegerentwürfe hat mit Architektur zu tun: Gemeinsam mit Suzana Bast fahren alle vier Siegergruppen für einen Tag nach Stuttgart, um sich die Weißenhofsiedlung, einen besonderen Spielplatz und einen außergewöhnlichen Aussichtsturm anzuschauen. Zum Abschluss gibt es für alle ein Eis – ein Versprechen, das die Kinder genauso begeisterte wie das übrige Ausflugsprogramm und die Aussicht auf einen schulfreien Tag.
Eine andere Aussicht begeistert jetzt natürlich alle Schüler der Sibylle-von-der-Teck-Schule: die Aussicht auf einen schöneren Pausenhof, der ihnen schon ab September zur Verfügung stehen soll. Allerdings brachte Schulleiterin Christa Hils gestern noch einen entscheidenden Einwand: „Es muss auch finanzierbar sein.“ Denn immerhin ist die Umgestaltung des Pausenhofs kein Projekt der Stadt Owen, sondern ein Projekt der Schule und ihres Fördervereins.
Klaus Carrle, der kommissarische Vorsitzende des Schulfördervereins, weiß noch nicht genau, wie viel Geld sein Verein für den Pausenhof zuschießen kann. „Wichtig ist, dass erst einmal ein Konzept steht“, sagte er gestern im Anschluss an die Preisverleihung. Und notfalls lässt sich dieses Konzept dann ja in mehreren Abschnitten verwirklichen. Auch viele Eltern hätten sich bei einer Umfrage bereit erklärt, bei bestimmten Arbeiten mitzuhelfen. Das würde ebenso helfen, Kosten zu sparen, wie das besondere Elternengagement von Suzana Bast: Sämtliche Planungsarbeiten macht sie nämlich freiwillig und damit kostenlos für die Schule.
Trotzdem sind Schule, Förderverein und Schirmherrin Verena Grötzinger noch auf der Suche nach Sponsoren, die weitere Mittel zur Verfügung stellen, damit möglichst der gesamte Schulhof in den Sommerferien ein neues Gesicht bekommen kann. Anfragen nimmt die Bürgermeisterin jederzeit entgegen.
Bis es aber so weit ist, werden auf jeden Fall die Kinder noch einmal gefragt: Unter den drei Fachvorschlägen von Suzana Bast können sie ihrerseits wieder den Siegervorschlag auswählen. Dokumentiert wird das alles unter dem Stichwort „Architektur macht Schule“ auf der Internetseite www.bast-architektur.de.
