Ohne das berühmt-berüchtigte blaue Sofa, dafür aber wieder mit interessanten Interviewpartnern: Der Schlierbacher Bürgerempfang lockte am Freitagabend zahlreiche Bürger in die Dorfwiesenhalle.
Schlierbach. „Im Mittelpunkt stehen heute die Gespräche untereinander“, sagte Bürgermeister Paul Schmid zum Auftakt des Bürgerempfangs. Der Austausch zwischen Bürgermeister, Verwaltungsmitarbeitern, Gemeinderäten und nicht zuletzt unter den Schlierbacher Bürgern ist das erklärte Ziel der Veranstaltung. Nach rockigen Klängen der Musikschulband und den eher sanften Tönen des „Chörles“ gab Schmid einen kurzen aber dennoch umfangreichen Einblick in die Vorhaben der Gemeinde im noch jungen Jahr 2012.
An erster Stelle steht für den Rathauschef das Kinder- und Bildungshaus, das bis September zum Beginn des neuen Schuljahres seinen Betrieb aufnehmen soll. Der Weg bis zur Eröffnung bereitet Schmid allerdings noch Kopfzerbrechen, wie er zugibt, denn bei Kosten und Bau läuft nicht alles so, wie ursprünglich geplant. „Dennoch wird am Ende eine Einrichtung stehen, die auf die Bedürfnisse der nächsten Generation eingehen wird“, ist sich der Bürgermeister sicher.
Als weitere Schwerpunkte führte Schmid neben der Ortskernsanierung die Einrichtung des Baugebiets Breiteweg II, die Renaturierung des Schlierbacher Sees sowie das Energiemanagement in der Gemeinde an. Über all diesen Punkten stehe laut Schmid aber die Sicherung der Finanzkraft der Gemeinde. Die zurückliegende Krise habe gelehrt, in guten Zeiten wieder Vorsorge für die Zukunft zu treffen. Durch die rechtzeitig angesparten Rücklagen sei Schlierbach praktisch schuldenfrei durch die Finanz- und Wirtschaftskrise gekommen.
Wie es nun weitergeht mit der Wirtschaft und dem Euro, konnte Schmids erster Interviewgast, der Schlierbacher Unternehmer Willi Köpf, auch nicht beantworten. „Wir müssen mit dem leben, was kommt“, sagte Köpf, der seine Firmengruppe „Zinkpower“ als Familienbetrieb führt und weltweit rund 2 200 Beschäftigte hat. Dass sein Unternehmen heute gut dasteht, führt er auf die Tugend „Schaffa, net schwätza“ zurück. Auch sei seine Firma nicht von der Hatz nach Boni geprägt, gibt er eines seiner Erfolgsrezepte preis: „Ein Familienbetrieb denkt nicht in Quartalsbilanzen, sondern in Generationen“, brach Köpf eine Lanze für langfristiges unternehmerisches Handeln.
Interessante Einblicke in die Arbeit in der Kleinkindbetreuung gab die Erzieherin Edeltraud Dannemann, die nach vielen Jahren Dienst im Kindergarten mittlerweile in die Kleinkindbetreuung im Max-Eyth-Kindergarten gewechselt hat und sich nun auf die neuen Räume im Kinder- und Bildungshaus freut. „Es ist einfach ein anderes Arbeiten“, berichtete die erfahrene Erzieherin, die immer noch fasziniert davon ist, wie schnell sich die Kinder in der Gruppe für unter Dreijährige entwickeln.
Schon ein paar Jahre weiter sind die Kinder und Jugendlichen, die Manfred Mettang, der Rektor der Werkrealschule, betreut. Die Werkrealschule, die als Verbundschule die vormals eigenständigen Hauptschulen in Schlierbach, Zell, Hattenhofen, Albershausen und Aichelberg abgelöst hat, ist für ihn eine Erfolgsgeschichte. „Als kleine Schule kennen wir alle unsere Schüler persönlich“, berichtete der Schulleiter. So könnten die Schüler dann auch individuell gefördert werden. Auf eines ist Mettang besonders stolz: „Alle unsere Schüler haben eine gute Zukunft“ – trotz des Stigmas der Hauptschule als „Restschule“.
Neben vielen Sportlern aus Schlierbach, die für ihre in den vergangenen zwei Jahren errungenen Platzierungen und Siege ausgezeichnet wurden, konnte Bürgermeister Paul Schmid eine verdiente Mitbürgerin für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement auszeichnen: Marga Lorch erhielt die silberne Ehrennadel der Gemeinde unter anderem für ihre jahrelange Mitarbeit in Kirchengemeinde, Krankenpflegeverein und bei der Erstellung der Ortschronik.
