Die frisch renovierte Bahnhofshalle der Teckstadt lockt jetzt mit Bäckerei-Café und Zeitungs-Shop
Kirchheims neue Visitenkarte

Die einst so triste Kirchheimer Bahnhofshalle hat ein freundliches Gesicht bekommen: Sie wurde nicht nur renoviert, sondern beherbergt nun auch eine Bäckerei mit Café und einen moderneren Zeitschriftenladen.

Kirchheim. „Mir geht das Herz auf, wenn ich sehe, wie hier alles umgestaltet wurde“, freute sich Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker bei der offiziellen Einweihung am gestrigen Freitag. „Schließlich ist der Bahnhof immer auch die Visitenkarten einer Stadt.“

Seit Mitte September ist das neue Angebot in der Kirchheimer Bahnhofshalle komplett. Die Stuttgarter Traditionsbäckerei Lang hat einen Backshop mit Café eröffnet, der Backwaren, warme und kalte Snacks sowie Kaffee in freundlichem Ambiente anbietet. Tageszeitungen, Zeitschriften, Magazine und Taschenbücher gibt es bei der Bahnhofsbuchhandlung, die zwar nicht neu dabei ist, aber ihren Verkaufsraum modernisiert und umgestaltet hat. Nach wie vor gibt es auch die Bahnhofskneipe und das 2011 erneuerte DB-Reisezentrum. Besonders Letzteres begrüßte Kirchheims Oberbürgermeisterin: „Ich bin sehr froh, dass sich die Bahn für den Kartenverkauf vor Ort entschieden hat“, sagte sie und spielte auf die monatelange Phase vor zwei Jahren an, in der die Kirchheimer ohne Reisezentrum auskommen mussten.

Auch an die einstige Optik der Halle erinnerte sich die Stadtchefin nur ungern zurück: „Der Anblick hat schon geschmerzt“, sagte sie. Umso glücklicher zeigte sie sich darüber, dass nun eine solch „runde Sache“ in der einstigen Schmuddelecke entstanden ist – nicht zuletzt auch unter dem Aspekt, dass immer mehr Menschen am Kirchheimer Bahnhof ankommen und abfahren, darunter auch viele auswärtige Besucher.

„Die Zahl der Reisenden habe sich seit dem S-Bahn-Start vor drei Jahren beinahe verdoppelt“, berichtete Nikolaus Hebding, Leiter des Bahnhofsmanagements Stuttgart, bei der Eröffnung. Seien 2009 noch 3 000 Reisende täglich gezählt worden, so liege die Zahl nun bei über 5 500. Um eine bessere Infrastruktur und ein moderneres Ambiente im Kirchheimer Bahnhof bieten zu können, hat die Bahn nach eigenen Angaben rund 380 000 Euro in die Umgestaltung investiert. „Das Ergebnis macht mich stolz“, sagte Nikolaus Hebding mit Blick auf die Bahnhofshalle.

Für die Stadt Kirchheim ist das Projekt Bahnhof mit der Halle und dem neu gestalteten Vorplatz aber längst nicht abgeschlossen, wie Oberbürgermeisterin Angelika Matt-­Heidecker klar machte. „Als nächstes soll eine Fahrradstation kommen“, sagte sie. Geplant sind dort nicht nur Fahrrad-Abstellplätze für Pendler. Touristen und Reisende sollen auch die Möglichkeit haben, Fahrräder und Pedelecs auszuleihen. „Damit wollen wir einen guten Anschluss an die S-Bahn gewährleisten“, so Angelika Matt-­Heidecker. Auch eine neue Toilettenanlage könnte dort entstehen. „In naher Zukunft werden wir außerdem überlegen, wie es mit dem Busbahnhof weitergeht“, kündigte die Oberbürgermeisterin an.