Kreisjugendring präsentiert Jahresbericht im Jugendhilfeausschuss
KJR ist gut aufgestellt

Im Jahresbericht vor dem Jugendhilfeausschuss zog KJR-Geschäftsführer Ralph Rieck eine positive Bilanz. „Die offene Kinder- und Jugendarbeit wirkt“, stellte er fest.

Kreis Esslingen. „Wir müssen und wollen kritisch und ehrlich in dem Bemühen sein, herauszufinden, was wir bewirken“, erklärte Rieck. Die 2013 intern angestellten Untersuchungen zur Offenen Kinder- und Jugendarbeit und zum offenen Treff hätten positive Ergebnisse gebracht. Auch die Bereitschaft der Kommunen, in Jugendhilfe zu investieren, sieht Rieck als Bestätigung der Wirksamkeit und der Qualität der Arbeit des Kreisjugendrings (KJR) an. Im KJR Esslingen sind 30 Verbände und Organisationen vereinigt, die Jugendarbeit betreiben. Außerdem ist der KJR Personalträger der Jugend- und Mehrgenerationenhäuser im Landkreis Esslingen.

Die Jugendarbeit des Kreisjugendrings wird größtenteils über den Landkreis finanziert: Für die Jahre 2013 bis 2015 wurde ein Jahresbudget von jeweils 2,3 Millionen Euro vereinbart. In seinem Bericht bezifferte Geschäftsführer Ralph Rieck das Haushaltsvolumen des KJR für 2014 auf rund acht Millionen Euro, wovon etwa 6,5 Millionen Euro als Personalkosten auf die jeweiligen Jugendeinrichtungen und Standorte entfallen. Die rechnerischen 123,65 Stellen verteilen sich auf 175 „Köpfe“. Zusätzlich beschäftigt der KJR 117 junge Menschen im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres (FSJ) oder eines Bundesfreiwilligendienstes. Außerdem gibt es noch 24 Praktikanten oder Auszubildende.

Mit dem demografischen Wandel musste auch der KJR sich einer der besonderen Herausforderungen der Gegenwart stellen. „Gerade bei der Gewinnung von Freiwilligen und Ehrenamtlichen für die Kinder- und Jugendarbeit macht sich das Verschwinden der Jugend bemerkbar“, stellte Rieck fest. Aus diesem Grund habe man die Attraktivität der FSJ-Stellen durch noch bessere Begleitung und Qualifikation erhöht und weitere Anschluss- und Einsatzmöglichkeiten geschaffen.

Auch beim vermehrten Einbezug der Kinder- und Jugendarbeit in die öffentliche Verantwortung will der KJR laut Rieck zukünftig nicht nur mit seinen Einrichtungen zusammenarbeiten, sondern weiter seine Verbände aktiv einbinden. „Die Stärkung der Verbandsarbeit wird 2014 sicherlich an Bedeutung zunehmen müssen“, erklärte Rieck. Es sei wichtig, nach Akteuren vor Ort Ausschau zu halten und Bedarfslücken zu schließen. Ein Ziel des KJR ist es, die „am Sozialraum orientierte Arbeit“ fortzusetzen und unterschiedliche Gruppen und Milieus bei seinen Angeboten anzusprechen. Als drei Beispiele für Gruppen, bei denen dies bereits geglückt sei, nannte Rieck junge Menschen mit Migrationshintergrund, mit Behinderung und mit höherer Schulbildung.

Dass es dem KJR nicht egal ist, was an Schulen passiert, zeigt auch sein verstärktes Engagement bei der Entwicklung und Umsetzung von Ganztagsbildungsbereichen. In Zusammenarbeit mit den schulischen Partnern bereicherte er die Konzeptionsprozesse und die zugehörige Praxis durch außerschulische Perspektiven, was „von beiden Seiten als ge­winnbringend erlebt wird“. Hier möchte der KJR weiter am Ball bleiben und seine Jugendarbeit weiter an der realen Lebenswelt der Jugendlichen orientieren. Insgesamt sei der KJR auf einem guten Weg. „Auch mit Blick auf andere Landkreise und deren Jugendeinrichtungen brauchen wir uns nicht zu verstecken, sondern sind sowohl konzeptionell, inhaltlich als auch von der Perspektive gut aufgestellt“, erklärte Ralph Rieck abschließend.

Der Jahresbericht wurde im Ausschuss fraktionsübergreifend positiv aufgenommen. „Vor allem die Zahlen belegen eindrucksvoll, was für eine große und wichtige Entwicklung der KJR durchgemacht hat“, stellte Frank Buß aus der Fraktion der Freien Wähler fest. Gerade zwischen der Offenen Jugendarbeit und der Schulsozialarbeit hat der KJR laut Buß viel Netzwerkarbeit betrieben und so für Kinder und Jugendliche „wichtige Impulse für Chancengleichheit und den Abbau von Benachteiligung“ geleistet.

Nicolas Fink als Sprecher der SPD-Fraktion begrüßte es, dass der KJR sich nicht als bloße „Hilfebedarfseinrichtung“ versteht, sondern als „starker und vernetzter Partner“. Eine Entwicklung, mit der sich der KJR laut Fink zukünftig auf konstruktive Art befassen müsse, sei im ländlichen Bereich zu beobachten: „Wo in der Vergangenheit vermehrt der Trend zum Mehrgenerationenhaus erlebt wurde, beobachtet man vor allem in kleineren Kommunen den Trend hin zum Kinderhaus.“ Auch dort, wo weiterführende Schulen oder Werkrealschulen wegfallen, müsse man ein Auge auf die Jugendhäuser haben.

Damit die konzeptionelle Weichenstellung für die Weiterentwicklung des KJR erfolgen kann, erarbeitet die Verwaltung derzeit ein entsprechendes Planungsdesign. Dieses wird in der nächsten Sitzung des Ausschusses im Juli vorgestellt, wenn es um die Jugendhilfeplanung geht.