Es geht nicht um Sport, es geht nicht um Gerechtigkeit im Gemeinwesen einer Stadt, und es geht schon gar nicht darum, reale Kosten dem Verursacher in Rechnung zu stellen. Wäre dies so, dann müsste die Rechnung, die Kirchheims Sportvereinen mit hoher Wahrscheinlichkeit ab 2013 ins Haus flattert, ein Vielfaches ausweisen. Es geht um Symbolik und ein klares Zeichen. Schaut her, so kann es nicht weitergehen. Teure Sport-Infrastruktur ist kein Ort kostenloser Selbstbedienung. Was in Kirchheim manche Vereinsseele zum Kochen bringt, ist andernorts schon lange gängige Praxis und aus Sicht der Kommune ein logischer Schritt: Nur das, was in der Kasse ist, lässt sich verteilen.
Doch wie dies geschieht, genau darum geht es: Wie immer knapper werdendes Geld dorthin gelangen kann, wo es auf lange Sicht Zinsen abwirft. Auf den Breitensport bezogen heißt das überall dorthin, wo Sportvereine mitwirken, damit eine Gesellschaft auch in Zukunft funktioniert: Im Ganztagesschulbetrieb, in der Jugendarbeit. Eine Rolle, die immer wichtiger wird, gerade weil der öffentlichen Hand das Geld immer schneller durch die Finger rieselt. Vereine und Kommunen – keiner kann ohne den anderen. Deshalb braucht es neue Ideen statt der üblichen Reflexe, wenn Löcher gestopft und Kosten aufgeteilt werden müssen.
Die Einführung der Nebenkostenbeteiligung dürfte heute Abend im Gemeinderat nur ein Randthema sein. Für alles andere ist die Höhe der Summe, um die es geht, viel zu unbedeutend. Fest steht schon jetzt: Gewinner wird es keinen geben. Nicht die Stadt, bei der ein Kleinstbetrag neuen Verwaltungsaufwand schafft und die damit rechnen muss, dass sich die Vereine das verlorene Geld über höhere Zuschüsse wieder zurückholen. Erst recht nicht die Sportvereine selbst. Manche werden ihre Mitglieder auf höhere Beiträge vorbereiten und – was viel unangenehmer ist – eine Neid-Debatte führen müssen.
Bernd Köble
