Wer glaubt, Kommunalpolitik sei langweilig, musste in den vergangenen Wochen nur nach Dettingen schauen, um sich vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Über die Zukunft des Kindergartens Regenbogen wurde im Gemeinderat lange, ausführlich und hitzig diskutiert. Das Thema war überaus spannend und das Interesse in der Bevölkerung entsprechend groß. Das zeigt schon allein die Tatsache, dass nur selten so viele Besucherstühle aufgestellt werden mussten, wie dies in den beiden vergangenen Gemeinderatssitzungen der Fall war.
In Dettingen wurde bei diesem Thema Demokratie ganz besonders gelebt. Die Gemeinderäte machten sich ihre Entscheidung wahrlich nicht einfach, schlaflose Nächte und „Magenschmerzen“, wie Bärbel Weinacht verriet, waren die Folgen. Für alle drei Varianten, den Umbau am jetzigen Standort sowie den Neubau in den Unteren Wiesen oder an der Hinteren Straße, gab es gute und wohl durchdachte Argumente. Doch nun sind die Würfel gefallen – für die finanziell günstigste Option.
Ob diese Lösung auch die beste ist, wird sich in den nächsten Jahren weisen. Momentan jedenfalls herrscht unter den Befürwortern eines Neubaus tiefe Enttäuschung. Das ist nachzuvollziehen, doch in einer Demokratie muss man auch verlieren können. Unbefriedigend war es für beide Seiten, dass der Gemeinderat zwei Mal hintereinander nicht vollzählig war und sich deshalb eine Pattsituation ergab. Doch auch das ist Demokratie – ebenso das Paradoxon, das letztlich zur Entscheidung führte: Durch die Aufnahme einer zweiten Neubau-Variante gewann am Ende die Umbau-Lösung.
HEIKE ALLMENDINGER
