Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft Weilheim betonen Kooperationsgedanken
Kompromiss in Sachen Windkraft

Bei der Stellungnahme zur Festlegung von Windkraft-Vorranggebieten der Region hat die Verwaltungsgemeinschaft Weilheim wie erwartet zu einer salomonischen Lösung gefunden. Die Standorte Schafbuckel und Brucker Hölzle werden abgelehnt und hinsichtlich des Bunzenbergs erhebliche Bedenken angemeldet. Die Weilheimer Vertreter enthielten sich diesbezüglich der Stimme.

Ohmden. In seinem Eingangsplädoyer machte Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle keinen Hehl ­da­raus, dass sich die Riege der Rathauschefs schwergetan hatte, einen gemeinsamen Beschlussvorschlag als Kompromiss zu erarbeiten, der allen Kommunen in der Verwaltungsgemeinschaft gerecht wird. „Die Betroffenheiten sind unterschiedlich, entsprechend verschieden sind auch die Grundhaltungen.“

Aktuell ist auf der Markung der Limburgstadt kein Standort für Windkraft mehr vorgesehen. Vor gut einem halben Jahr war im Rahmen einer informellen Runde die Wolf­scherre noch im Rennen. Auf ministerieller Ebene wurde mittlerweile aber entschieden, Pflegezonen des Biosphärengebiets Naturschutzgebieten gleichzusetzen – dort dürfen keine Windräder gebaut werden.

Anders sieht es nach derzeitigem Stand bei den Vorrangflächen Schafbuckel und Brucker Hölzle aus, beide auf Ochsenwanger Markung gelegen. Bei Enthaltung der Weilheimer Vertreter votierte der Gemeinsame Ausschuss im Ohmdener Feuerwehrhaus dafür, diese beiden Vorrangflächen abzulehnen. „Wir haben uns seit über einem Jahr mit dem Thema beschäftigt“, sagte Bissingens Bürgermeister Marcel Musolf. Es seien Gespräche mit Vertretern des Naturschutzes und möglichen Investoren geführt worden. Es gehe nicht um eine grundsätzliche Ablehnung der Windkraft, jedoch halte die Gemeinde die beiden Standorte für ungeeignet. Problematisch sei insbesondere die Nähe zur Vogelbeobachtungsstation Randecker Maar. „Ursprünglich dachten wir, die Kommunen übten die Planungshoheit aus.“ Nun sei es die Region. Im Übrigen verfocht Musolf den Kooperationsgedanken der Verwaltungsgemeinschaft und appellierte an die Mitglieder, mit einer Stimme zu sprechen.

Holzmadens Rathauschef Jürgen Riehle stieß ins selbe Horn: „Wir brauchen alle Stimmen für alle Anträge, nur dann hat unsere Stellungnahme Gewicht.“

An die Solidarität Weilheims appellierte auch Neidlingens Bürgermeister Rolf Kammerlander. Er sei davon ausgegangen, dass beim Erarbeiten der Stellungnahme gemeinsam nach Lösungen gesucht worden sei. Die Enthaltung der Weilheimer Vertreter konnte er deshalb nicht nachvollziehen.

Zum Standort Bunzenberg äußerte sich Ohmdens Bürgermeister Martin Funk. Die im Landkreis Göppingen gelegene Fläche reicht gut einen Kilometer an Holzmaden und Ohm­den heran. „Wenn die Region einen Vorschlag für mögliche Standorte für Windräder macht, sollten alle Kriterien erfüllt sein“, so Funk. Das Areal liege jedoch in einem Vogelschutzgebiet. Deshalb meldet die Verwaltungsgemeinschaft, wiederum bei Enthaltung der Weilheimer Räte, auch für diese Fläche erhebliche Bedenken an. Ohmdens Gemeinderat Dr. Klaus Dolde gab Funk Rückendeckung: „Als es um die Leuchten am Radweg zwischen Holzmaden und Ohmden ging, hat der Halsbandschnäpper ein großes Wort mitgeredet.“ Genauso sei es aktuell bei der Diskussion um eine Flutlichtanlage auf dem Ohmdener Sportgelände. „Dann soll er auch bei den Windrädern mitreden.“

Stadträtin Gerda Schrägle versuchte, die Enthaltung der Weilheimer Vertreter zu erklären: „Die großen Parteien haben die Energiewende beschlossen.“ Deshalb sei es logisch, dass auch auf der eigenen Gemarkung die Windkraft eine Rolle spielen werde.