Dettingen. Wie berichtet, plant die Gemeinde Dettingen, in den Unteren Wiesen den Kindergarten Starennest neu zu bauen. Weil die Baugrenze näher an den Parkplatz herangeschoben werden soll, ist eine Änderung des Bebauungsplans „Schul- und Sportzentrum Untere Wiesen“ notwendig.
Der Bebauungsplan war bis Ende Oktober öffentlich ausgelegt worden. Dazu ging auch von der Ortsgruppe Kirchheim des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) eine Stellungnahme ein. Wie dieser bereits in einer Pressemitteilung, die im Teckboten veröffentlicht wurde, bekannt gab, lehnt er den Bebauungsplan ab. Der BUND kritisierte, dass durch das Vorhaben wertvolle Fläche überbaut und versiegelt werde. Fläche sei eine endliche Ressource, mit der die Menschen sparsam umgehen müssten, um sich ihre Lebensgrundlage zu erhalten. Flächenverbrauch sei ein schleichendes Phänomen. Bürger und auch politische Entscheidungsträger würden dies kaum wahrnehmen. Es mangle weithin am nötigen Problembewusstsein.
Der BUND könne nur zustimmen, wenn keine zumutbaren Alternativen vorliegen, hieß es weiter. In Dettingen allerdings gebe es eine Alternative durch den Ausbau der vorhandenen Kindertagesstätte.
Diese Aussage jedoch ist falsch, betonte Claudia Dörner von der Gemeindeverwaltung in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Das Gebäude der bisherigen Kindertagesstätte Starennest stoße an seine räumlichen Grenzen. „Wir haben nicht die Möglichkeit, alle Gruppen am bisherigen Standort unterzubringen. Es gibt keine Alternative“, gab Claudia Dörner zu bedenken.
Ebenso falsch sei, dass die Gemeinde in ihrem Ökokonto (siehe Kasten) für die Änderung des Bebauungsplans eine Ausgleichsleistung für 6 000 Ökopunkte erbringen müsse. Das Gegenteil sei der Fall: „Durch die Bebauungsplanänderung können wir unserem Ökokonto sogar 9 500 Ökopunkte wieder gutschreiben lassen“, sagte Claudia Dörner. Das liegt laut Andreas Köhler vom Büro Fischer und Partner in Reichenbach/Fils daran, dass die bebaute Fläche deutlich geringer ausfallen soll als bei der Aufstellung des Bebauungsplans im Jahr 2004 gedacht.
Bürgermeister Rainer Haußmann betonte, dass der BUND einiges schlichtweg nicht verstanden habe. Der Rathauschef kritisierte darüber hinaus den Stil des BUND. „Noch nie ist es mir untergekommen, dass jemand, der freundlicherweise angehört wird, seine Stellungnahme zuerst als Pressemitteilung veröffentlicht, bevor wir sie in der Tagespost haben“, echauffierte er sich.
Generell sei das Thema Flächenverbrauch der Gemeinde Dettingen überaus wichtig. In den vergangenen Jahren habe man nichts neu gebaut, sondern nur in den Bestand investiert. „Wir gelten als Vorbild beim Thema Flächenverbrauch“, betonte Haußmann. „Mit uns trifft man hier die Falschen.“ Die Ansicht der Gemeinde Dettingen und die Fakten habe er dem BUND bereits schriftlich mitgeteilt.
Der Gemeinderat nahm die Stellungnahme des BUND zur Kenntnis und beschloss die Änderung des Bebauungsplans einstimmig.