Das neue Schlierbacher Kinder- und Bildungshaus ist eingeweiht. Nach rund drei Jahren Planungs- und Bauzeit konnten die Kinder das Haus bereits zum Start des neuen Schuljahres in ihren Besitz nehmen. Nun folgte auch die offizielle Einweihung.
Volkmar Schreier
Schlierbach. „Wir haben jetzt ein Bildungshaus, dafür ist das Geld jetzt aus“, sangen die Lehrerinnen und Erziehrinnen des neu formierten Chores von Grundschule und Bildungshaus, der gemeinsam mit dem Schulchor und der Schulband die Veranstaltung musikalisch umrahmte. Natürlich ist die Gemeindekasse nun nicht komplett leer, aber mit Gesamtkosten von rund 2,8 Millionen Euro „ist das Kinder- und Bildungshaus eine finanzielle Herausforderung“, wie Bürgermeister Paul Schmid in seiner Begrüßungsrede feststellte.
Schmid erinnerte auch daran, dass die Projektkosten ursprünglich einmal mit rund 1,8 Millionen wesentlich geringer eingeschätzt worden waren. Und dennoch: „Wir befinden uns damit im Rahmen vergleichbarer Projekte“, so Schmid. Für das Geld habe die Gemeinde ein Bauwerk bekommen, welches die Schlierbacher Betreuungs- und Bildungslandschaft weiter vervollständige, führte Schmid aus. „Das Bauvorhaben steht sinnbildlich für die Vernetzung von Vorschule und Schule.“
Tatsächlich verknüpft das neue Kinder- und Bildungshaus durch seine Lage nun den Dr.-Irmgard-Frank-Kindergarten und die Schule räumlich und funktional. Während im Untergeschoss nun eine Mensa für die Schul- und Kindergartenkinder, eine Mediathek sowie ein Projekt- und Lernraum die Schüler in das neue Gebäude hereinholt, steht das Obergeschoss ganz im Zeichen der Vorschulkinder.
Dort stehen neben einem großen Bewegungsraum, einem Schlafraum für die Kindergartenkinder der Ganztagesbetreuung und Mitarbeiterräumen auch drei Kleinkindgruppen für den vorschulischen Bereich zur Verfügung. Sie bestehen jeweils aus einem Gruppenraum, einem Schlafraum und einem Sanitärraum. Eine gemeinsam genutzte Küche komplettiert diesen Bereich. Nicht umsonst sprach der Architekt, Professor Gerd Baldauf, von einem „Hybridgebäude, das gleichzeitig Raum für die Betreuung der Kleinsten und Raum für die Schule bieten muss.“
„Schlierbach strengt sich besonders an, was Bildung und Betreuung angeht“, stellte Peter Hofelich, SPD-Landtagsabgeordneter des Wahlkreises, in seinem Grußwort heraus, das er auch stellvertretend für seinen ebenfalls anwesenden Landtagskollegen Dr. Dietrich Birk an die Festversammlung richtete. „Es geht darum, gleiche Startchancen für alle Kinder zu schaffen – und damit haben Sie heute einen großen Schritt getan.“ Schulamtsdirektorin Elke Weccard rückte dann auch die inhaltliche Zielsetzung des Projekts in den Fokus: „In einem Bildungshaus stehen die Verzahnung von Erziehung und Lernen im Vordergrund.“ Wesentliche Säulen seien das Lernen der Sprache und der Erwerb von Sozialkompetenzen. Die Gemeinde habe dieses Ziel von Anfang an verfolgt, was sie sehr begrüßt habe.
Schulleiterin Monika Müller-Rau freute sich darüber, dass in der Grund- und Hauptschule nun die Zeit der Provisorien ein Ende habe: „Sehnsüchtig haben wir darauf gewartet, dass die Schulbibliothek aus dem Keller in die neue Mediathek einziehen kann und wir endlich eine richtige Mensa haben.“ Und für Pfarrerin Ulrike Schnürle standen in ihrem Grußwort die Kinder im Mittelpunkt: „Kinder sind eine Gabe Gottes“, so Schnürle. „Die Kinder sollten fröhlich durchs Leben gehen können.“
Für Bürgermeister Schmid ist mit der Fertigstellung des Kinder- und Bildungshauses nur ein Etappenziel erreicht. Das Haus stehe nun, die inhaltliche Ausgestaltung dieses Rahmens bleibe aber für alle eine Daueraufgabe: „Erziehung und Bildung werden für die Gemeinde Schlierbach auch in Zukunft wichtig sein.“
