Lossprechungsfeier in Kirchheimer Stadthalle – 105 neue Gesellen im Land- und Baumaschinenmechaniker-Handwerk
„Lebenslanges Lernen ist wichtiger Bestandteil der heutigen Zeit“

105 Auszubildende des Land- und Baumaschinenmeachaniker-Handwerks sind nach bestandener Prüfung im Rahmen der Lossprechungsfeier des Verbandes des Landtechnischen Handwerks Baden-Württemberg in der Kirchheimer Stadthalle in den Gesellenstand erhoben worden.

Andreas Attinger

Kirchheim. „Der heutige Tag ist der Höhepunkt der Ausbildungszeit und ein besonderer Tag“, sagte Kurt Neuscheler, Landesinnungsmeister, in seiner Begrüßungsrede. Damit ende jedoch nicht die Ausbildung, sondern das Lernen begleite die Gesellen das ganze Leben. Dem schloss sich Erich Zeh, Oberstudiendirektor der Max-Eyth-Schule in Kirchheim, an. „Wissen auf Vorrat gibt es nicht mehr. Lebenslanges Lernen ist vor allem wegen der technischen Entwicklung wichtiger Bestandteil der heutigen Zeit.“

Mit einem Notendurchschnitt von 2,8 bestanden 105 Auszubildende die Theorieprüfung. In der Praxis habe man sich ein etwas besseres Ergebnis gewünscht, sagte Eugen Maier, der Vorsitzende des Gesellenprüfungsausschusses. Der Durchschnitt in der praktischen Prüfung belief sich auf 3,0. Zehn Absolventen erhielten einen Preis, 15 eine Belobigung. Drei der Absolventen ragten mit sehr guten Leistungen heraus. Die zweitbeste Leistung erzielte Christoph Dress von der Firma Alfons Müller Landtechnik in Ehingen-Altbierlingen, dicht gefolgt von Fabian Kiebele von der Firma Wohlgschaft GmbH Agrartechnik in Wangen. Über den ersten Preis konnte sich Martin Friedrich der Firma Wüstner und Christ GmbH aus Schwäbisch Hall freuen. Er schloss die Ausbildung mit einer Punktzahl von 92,28 Punkten oder einem Schnitt von 1,4 ab. Zweieinhalb Jahre hatten sich die Auszubildenden intensiv mit dem landtechnischen Handwerk auseinandergesetzt. Unter den Jung-Gesellen befanden sich Absolventen der Innungen Oberschwaben, Ulm, Reutlingen und Heilbronn-Stuttgart.

Dass das landtechnische Handwerk eine wichtige Rolle spiele, zeige sich daran, dass im Jahr 2012 über 36 000 Traktoren verkauft wurden, sagte Kurt Neuscheler. „Bis 2050 müssen neun Milliarden Menschen ernährt werden, das geht nicht ohne die Landwirtschaft.“ Dessen war sich auch Frank Hohl, Landesvorsitzender der Junioren des Handwerks Baden-Württemberg, sicher. „Handwerker gab und wird es immer geben.“ Passend zum Ort der Veranstaltung verwies er auf die Burg Teck, die ein Symbol für die Tradition des Handwerks sei. „Und diese Balance zwischen Tradition und Fortschritt ist für die Zukunft wichtig“, so Hohl.

Im Jahr 2011 verbuchte das Handwerk zehn Prozent des Umsatzes und stellte 14 Prozent aller Arbeitsplätze in Baden-Württemberg. Jeder vierte Auszubildende findet sich im Handwerk wieder. Selbst in Krisenzeiten benötige das Handwerk keine Unterstützung, stellte Frank Hohl fest.

Andreas Mayer, stellvertretender Obermeister der Innung Ulm, wies in seinem Schlusswort darauf hin, dass mit dem Tag der Lossprechung für die Gesellen die Zukunft beginne. Anita Schweizer bedankte sich im Namen der Absolventen bei allen Beteiligten, vor allem aber den Lehrern. Sie fand es toll, dass eine Schule ganz Baden-Württemberg verbinden könne. „Ich bin stolz, Teil dieser Schule gewesen zu sein.“

Für die musikalische Untermalung sorgte das Saxofon-Quartett der Musikschule Kirchheim.