Bürgermeister Riemer berichtet von Schwierigkeiten mit dem Erreger in Kirchheimer Sporthallen
Legionellen werden „zum großen Thema“

In Kirchheim gibt es Probleme wegen der Legionellen-Belastung in öffentlichen Gebäuden. Das teilte Bürgermeister Riemer gestern auf Anfrage des Teckboten mit. Betroffen ist derzeit vor allem die Sporthalle des Ludwig-Uhland-Gymnasiums. Während der Ferien wird dort gearbeitet, um die Gefahr nach Möglichkeit zu bannen.

Andreas Volz

Kirchheim. Günter Riemer redet gar nicht erst um den heißen Brei herum: Im Stadion habe es Probleme gegeben, gegen die die Stadt Kirchheim mit „Hochheizen und Desinfizieren“ vorgegangen sei. Auch in der Walter-Jacob-Halle am Schlossgymnasium habe es Ende letzten Jahres Schwierigkeiten gegeben. Inzwischen seien dort Bio-Filter eingebaut, in denen sich Legionellen-Kolonien ansammeln, ohne dass sie in der Wasserleitung weitergelangen können. Als weiterer Schritt seien „tote“ Leitungen gekappt worden, sodass jetzt einige Duschen, die eher selten in Gebrauch waren, nicht mehr benutzt werden können.

Am Ludwig-Uhland-Gymnasium sei momentan die neue Sporthalle betroffen, die ungeachtet ihrer Bezeichnung „nicht mehr ganz jung“ sei. Deshalb wiesen verkalkte Leitungen nur noch geringe Querschnitte auf. Während der Faschingsferien gehe es darum, an besonders verkalkten Rohren „Umleitungen“ anzubringen. Nach Abschluss der Arbeiten müsse die Einrichtung noch zehn Tage lang gesperrt bleiben. Nach den Ferien wird also der Sportbetrieb wieder ganz normal anlaufen können – mit der Einschränkung, dass die Duschen nicht zur Verfügung stehen.

Ein generelles Problem seien die langen Standzeiten des Wassers in Sporthallen, weil die Duschen nicht durchgängig genutzt werden. Günter Riemer rechnet damit, dass die legionellenbedingte Sanierung städtischer Gebäude „noch ein ganz großes Thema wird, ähnlich wie der Brandschutz“. Für eine richtige Behebung des Problems am Ludwig-Uhland-Gymnasium geht er derzeit von Kosten in sechsstelliger Höhe aus.

Die Leitungssysteme in den Hallen seien „zu einem Zeitpunkt geplant worden, als man noch von einer exponentiell steigenden Zunahme des Wasserverbrauchs ausgegangen ist“. Stattdessen sei der Verbrauch aber zurückgegangen. Dadurch gebe es für Legionellen recht gute Bedingungen: in lauwarmem und lange Zeit stehendem Wasser.