Die Igel Nabbi und Wendy futterten sich einen ordentlichen Winterspeck an
Leichtgewichte legten zu

Jetzt sind die Tage wieder länger und die Igel kommen aus ihren Winterquartieren. Nabbi und Wendy mussten im kalten Winter aber erst vom Verein Respektiermich aufgepäppelt werden.

Kirchheim. Milde Temperaturen sig­nalisierten den Igeln Nabbi und Wendy das Ende des Winterschlafes und damit die Rückkehr an ihren Fundort. Dort wurden sie bei Schnee und eisigen Temperaturen als Igelleichtgewichte gefunden und waren dringend auf menschliche Hilfe angewiesen. Diese bekamen sie in Form einer betreuten Unterbringung, anfänglich im Haus und, mit Erreichen des Winterschlafgewichtes, in einem erbauten Außengehege. Hier gehörte die tägliche Kontrolle des Futternapfes zur abendlichen Routine, die zeigte, dass sowohl Nabbi als auch Wendy immer mal wieder aus ihrem Winterschlaf erwachten, sich genüsslich das angebotene Futter schmecken ließen, um dann zusammengerollt unter vielen Lagen Zeitungspapier in ihrem Häuschen weiterzuschlafen.

Eine interessante Erfahrung während der mehrmonatigen Betreuung war für die Helfer des Vereins Respektiermich, dass Igel ausgesprochene Feinschmecker sind. „Was dem einen gut mundet, mag der andere noch lange nicht und die Suche nach dem Futter war deshalb eine Herausforderung der besonderen Art“ erklärt die Erste Vorsitzende Ina Hegewald schmunzelnd und so mussten die eigenen Katzen manch Schälchen ihres Futters an die Igel abtreten.

Auch in der Anfangszeit nach einer Auswilderung sollten Igel noch unterstützend gefüttert werden, so nach und nach werden dann die kulinarischen Leckerbissen des Gartens allerdings den Gang an den Futternapf ablösen. Über eine Möglichkeit zum Trinken freuen sich die Stachelritter aber immer, der gefüllte Trink­napf wird immer dankbar angenommen.

Um die Gärten für Nabbi und Wendy igelfreundlich zu gestalten, wurde bereits der Mut zum Liegenlassen praktiziert, wohl wissend, dass klinisch reine Gärten ohne Verstecke und heimische Pflanzen wenig einladend für die stacheligen Gesellen sind.

„Manch Gartenbesitzer ist deshalb enttäuscht, wenn seine optisch ansprechende grüne Oase von Igeln verschmäht wird. Igel sehen das natürlich mit ihren Augen. Mit unserer Ordnungsliebe im Garten können sie nichts anfangen und suchen sich einen Garten, der ihnen allen Igelkomfort bietet, den sie benötigen“ so Ina Hegewald. Dazu gehören: Natürliche Unterschlüpfe wie dichte Hecken, Reisig- und Laubhaufen, Holzstapel mit Hohlräumen, den Durchgang zu anderen Gärten, Igelhäuser, nur einen Teil vom Rasen mähen und der Verzicht auf Chemie im Garten.

Im Fall von Nabbi und Wendy hat das Umdenken in der Gartengestaltung eingesetzt und alle hoffen nun, dass beide Igel viele Jahre in ihrem Revier verbringen und sich genüsslich an dem laben können, was dem Menschen ein Dorn im Auge ist: Würmer, Käfer, Insekten und Schnecken. he