Das Kinder- und Bildungshaus Schlierbach hat sich die bessere Verknüpfung von Kindergarten und Grundschule auf die Fahnen geschrieben. Wie das in der Praxis genau funktioniert, stellte das Bildungshausteam bei einer Infoveranstaltung vor.
Volkmar Schreier
Schlierbach. Unter dem Motto „Klein und Groß lernen, erforschen und erleben miteinander“ steht die gemeinsame Arbeit des Dr.-Irmgard-Frank-Kindergartens und der Grundschule Schlierbach, die seit gut einem Jahr fester Bestandteil der Arbeit im neuen Bildungshaus ist. Das Team, das das Motto mit Leben füllt, besteht aus den Lehrerinnen Sibylle Bauerle und Gudrun Goschy, den Erzieherinnen Tanja Heidle und Veronika Franz sowie der Schulleiterin Susi Eckle-Schaal und Regina Freitag, die bei der Gemeinde zuständig für die Kindergärten ist.
Ein Mal in der Woche besuchen die Kinder des letzten Kindergartenjahres die Erstklässler in der benachbarten Grundschule, wie Sibylle Bauerle erläuterte. Gemeinsam werden dann während einer Unterrichtsstunde interessante Themen erarbeitet. So haben die Kinder unter dem Motto „Freche Früchte und junges Gemüse“ unterschiedliche Obst- und Gemüsesorten kennengelernt – und dabei nicht nur entdeckt, wie etwa roher Lauch schmeckt, sondern auch erste mathematische Problemstellungen gelöst, als es beispielsweise galt, zwölf Mandarinen gerecht auf drei Kinder zu verteilen.
Und unter dem Titel „Forschen mit Fred“ machten sich die Kinder mit der Ameise Fred daran, erste naturwissenschaftliche Experimente mit Feuer, Wasser und vielem mehr durchzuführen. „Am spannendsten war aber, was die Kinder so nebenher alles entdeckt haben“, berichtet Bauerle. Die Feststellung etwa, dass sich Öl und Wasser nicht mischen lassen, sei ein solches Nebenprodukt gewesen.
„Durch eine enge Verzahnung der pädagogischen Arbeit von Kindergarten und Schule möchten wir den Übergang von Vorschule in die Grundschule verbessern“, erklärte Sibylle Bauerle. Ebenso wichtig sei auch, die kindliche Neugier und Lernfreude entwicklungsgerecht aufzugreifen, vielfältige neue Lernerfahrungen zu bieten und durch die jahrgangsübergreifende Begegnung die Sprach- und Sozialkompetenzen der Kinder zu stärken. „Die Kinder sollen voneinander und miteinander lernen“, betonte Bauerle.
Doch die gemeinsame Arbeit beschränkt sich nicht nur auf die wöchentliche Bildungshausstunde. „Wir Lehrer machen auch regelmäßig Kooperationsbesuche im Kindergarten“, sagte Bauerle. Darüber hinaus gibt es weitere Projekte wie etwa das Spielefest oder gegenseitige Besuche zu besonderen Anlässen. Besonders beliebt sind die Vorlesestunden der Schulkinder im Kindergarten. „Für die Schulkinder ist das sehr positiv für das Selbstbewusstsein“, berichtete Bauerle. Daneben gibt es ein Sprachförderprogramm, das in der Schule die Arbeit des Kindergartenprogramms weiterführ, und ein Projekt zur Gewaltprävention.
Im Anschluss an die Präsentation hatten die Anwesenden die Möglichkeit, selbst ein wenig Bildungshausluft zu schnuppern: Das Bildungshausteam hatte im Eingangsbereich und in der Bibliothek eine kleine Ausstellung mit Ergebnissen der Bildungshausarbeit und eine Experimentierstrecke aufgebaut. So konnten sich alle experimentierfreudigen Besucher mit Ameise Fred auf Entdeckungstour begeben und selbst zum Forscher werden.
