Basketball

Das zweite Jahr des Aufbaus

VfL Im Schatten der Profis läuft an der Basis die Arbeit an der gemeinsamen Zukunft.

Bei Frank Acheampong laufen die Fäden in der Jugendarbeit zuusammen.Foto: Carsten Riedl
Bei Frank Acheampong laufen die Fäden in der Jugendarbeit zuusammen.Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Die Erste nur in der Landesliga, nur noch ein Team in den Jugend-Oberligen - auf den ersten Blick befindet sich der Kirchheimer Basketball auf Talfahrt. Doch dieser Blick streift nur die Oberfläche. Seit die Knights vor einem Jahr mit Frank Acheampong einen hauptamtlichen Jugend-Koordinator eingestellt haben, wird in den Hallen, im Büro und am Telefon eifrig an der Zukunft gearbeitet. Die liegt zum einen in der individuellen Entwicklung der Jugendlichen, zum anderen in den beiden großen Zielen Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL) und Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL).

Nachdem der erste vorsichtige Versuch, einen Platz in der JBBL zu ergattern, im Juni in Freiburg gescheitert ist, soll kommenden Sommer der nächste Versuch starten - diesmal deutlich besser vorbereitet. Im Mittelpunkt steht dabei die Spielgemeinschaft Stuttgart-Esslingen-Kirchheim, kurz SG SEK, die von den drei Vereinen MTV Stuttgart, Hellas Esslingen und VfL Kirchheim getragen wird.

Aufgabe des VfL in der neuen Saison ist es, die U16 in der Oberliga auf größere Aufgaben vorzubereiten. Hellas Esslingen hat die U14 in der Oberliga übernommen. Beiden Teams, in denen die Besten der jeweiligen Jahrgänge aus den drei Klubs spielen, wird zugetraut, deutlich bessere Bilanzen zu erzielen als der VfL in der vergangenen Saison, als die U16 und die U14 in der Oberliga zusammen gerade mal drei Siege erringen konnten. Die U16 trainiert inzwischen viermal in der Woche in Kirchheim und Stuttgart, die U14 dreimal.

Allerdings wird der Fortschritt weniger an Siegen als daran fest- gemacht, wie sich die Jugendlichen entwickeln. Knights-Headcoach Mauro Parra, der sich mehr als seine Vorgänger in die Jugendarbeit einbringen will, meint: „Die Mannschaft ist am Ende zweitrangig, entscheidend ist die Ausbildung der Spieler.“

Bei den Männern hat Acheampong aus genau diesem Grund die erste Mannschaft übernommen, neben seinem Engagement in der U16. In der Landesliga-Mannschaft des VfL sollen die besten Jugendlichen, wie Mirsad Haziri und Tizziano Palmieri (beide 17 Jahre), das Rüstzeug für eine womöglich professionelle Karriere erhalten. In den nächsten zwei Jahren soll der VfL den Aufstieg in die Oberliga schaffen, spätestens in fünf Jahren will man wieder Regionalliga-Niveau erreichen.

Auch was die Quantität betrifft, setzt der VfL verstärkt auf Wachstum. Die Profis der Knights engagieren sich in Schul-AGs, der School-Tour und beim Individual-Training. Das erklärte Ziel dieser Aktivitäten ist eine breitere Basis mit mehreren U10- und U12-Teams, bald wahrscheinlich sogar mit einer U8.

Ein neues Projekt, aufbauend auf den seit acht Jahren existierenden Basketball-AGs an den Kirchheimer Grundschulen, ist die Grundschul-Liga. Gestartet wird nach den Herbstferien, die Federführung hat dabei Knights-Assistant-Coach Miguel Rodriguez übernommen, der gleichzeitig die U14 in der Landesliga coacht. Auch hier werden sich die Knights-Profis verstärkt beteiligen. Denn eines ist allen klar: Nur zusammen kann man das große Ziel, Kirchheim zu einem nachhaltig hochklassigen Basketball-Standort zu machen, erreichen.ut

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