Basketball

Der letzte Strohhalm ist zum Greifen nah

Basketball „Kleines Finale“ gegen Phoenix Hagen: Im vorletzten Heimspiel der Saison können die Knights einen direkten Konkurrenten um die Play-off-Plätze überholen.

Dajuan Graf (rechts) ist rechtzeitig für das Heimspiel gegen Hagen wieder fit. Foto: Markus Brändli
Dajuan Graf (rechts) ist rechtzeitig für das Heimspiel gegen Hagen wieder fit. Foto: Markus Brändli

Alles auf eine Karte im Endspurt: Am morgigen Samstag treffen die Kirchheimer Zweitliga-Basketballer in der Sporthalle Stadtmitte auf Phoenix Hagen (19.30 Uhr). Drei Spieltage vor Saisonende geht es dabei für beide Mannschaften um die Qualifikation für die Play-offs.

Nur noch wenige Wochen sind zu spielen in der 2. Bundesliga und der Kampf um die Play-off-Ränge wird immer intensiver. Während Chemnitz an der Tabellenspitze einsam seine Kreise dreht, sind die restlichen Plätze noch hart umkämpft. Am Tabellenende scheint sich hingegen schon abzuzeichnen, welche Teams den Gang in die dritte Liga antreten müssen.

Vor nicht allzu langer Zeit wurden auch die Knights schon abgeschrieben. Nach der Niederlage gegen Tübingen schienen die Play-offs kaum noch erreichbar, doch drei Siege aus den vergangenen vier Spielen lassen die Ritter wieder hoffen. Da zuletzt auch die Ergebnisse der Konkurrenz den Teckstädtern in die Karten gespielt haben, kommt es nun zu einem „kleinen Finale“ mit dem Neuntplatzierten aus Hagen. Beide Teams benötigen dringend die Punkte, um den Druck auf den Achtplatzierten aus Karlsruhe aufrechtzuerhalten. Die Badener haben mit Tübingen, Heidelberg und Trier ein schweres Restprogramm, weshalb sowohl die Knights als auch Phoenix Hagen noch auf einen Ausrutscher der Karlsruher hoffen.

Zwar liegen die Ritter zwei Punkte hinter der Konkurrenz, doch der direkte Vergleich liegt aufseiten der Schwaben. Gegen Karlsruhe setzten sich die Knights in beiden Partien durch, und auch das Hinspiel in Hagen wurde mit 90:86 gewonnen.

Gleiches soll nun auch im Heimspiel erreicht werden. Doch jegliche Rechnerei ist hinfällig, sollten am Samstag nicht zwei Zähler auf dem Konto der Knights landen. Bei einer Niederlage wären die Hagener in den restlichen Begegnungen wohl nicht mehr zu erreichen. „Für uns geht’s um alles. Wir sind hoch motiviert und wollen das Spiel gewinnen. Aber wir sind gewarnt: Hagen spielt taktisch klug und hat eine hohe individuelle Qualität“, sagt Knights-Coach Mauricio Parra.

Doch die Gastgeber können durchaus selbstbewusst ins Duell gehen, während die „Donnervögel“ im Moment eher die Felle davonschwimmen sehen. Drei der letzten vier Spiele gingen für Hagen verloren. Der nahezu schon sicher geglaubte Play-off-Platz wackelt deshalb stärker denn je. Das Team von Trainer Chris Harris wird von Kapitän Dominik Spohr (14,2 Punkte im Schnitt pro Partie) angeführt. Unter den Körben sorgt derweil Alex Herrera (14,1) für ständige Gefahr. Nicht wenige bezeichneten den US-Amerikaner als besten Center der Saison.

Aufseiten der Ritter freute man sich zuletzt über das erfolgreiche Comeback von Tim Koch gegen Hanau. Der 30-jährige Kirchheimer kehrte nach mehrmonatiger Verletzungspause zurück ins Rittertrikot und erzielte dabei fünf Zähler. Dass der erfahrene Spieler in entscheidenden Momenten den Unterschied ausmachen kann, hat Koch bereits mehrfach bewiesen. Auch wenn ihm der gewohnte Spielrhythmus noch fehlt, hoffen die Knights auf wichtige Impulse von Koch.

Auch die zuletzt angeschlagenen Max Rockmann, Phillip Daubner und Dajuan Graf kehrten unter der Woche zurück ins Training.cs

In Tübingen brodelt die Gerüchteküche

Bleibt Mauricio Parra Basketball-Trainer in Kirchheim oder wechselt er womöglich zum Nachbarn nach Tübingen? In der dortigen Lokalpresse wird der Spanier als einer von mehreren Kandidaten für die Nachfolge von Georg Kämpf gehandelt. Kämpf gilt als alter Freund und Förderer Parras aus gemeinsamen Tübinger Zeiten.

Tübingens Manager Robert Wintermantel bestätigt, dass der Klub auf Trainersuche ist, nachdem klar war, dass „Retter“ Kämpf, der im Januar den glücklosen Aleksandar Nadjfeji ersetzte, nicht bleiben wird. „Mauricio Parra macht in Kirchheim einen super Job“, findet Wintermantel. Er sagt aber auch: „Wir sind für viele Trainer ein attraktiver Standort. Das spiegelt sich auch in der Zahl der Kandidaten wider.“

Christoph Schmidt reagiert gelassen auf kursierende Gerüchte: „Mauro und wir liegen auf einer Wellenlänge, was gemeinsame Ziele betrifft“, sagt der Geschäftsführer der Knights. „Die Entscheidung, ob wir den eingeschlagenen Weg gemeinsam weiter gehen, liegt bei ihm.“ Vor Rundenende rechnet man in Kirchheim mit keiner Entscheidung in der Trainerfrage. Wann die Saison für die Kirchheimer vorbei sein wird, hängt auch vom morgigen Abend ab.bk

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