Basketball

Die Knights als Gegner zur rechten Zeit

Basketball Kirchheim leistet beim 68:80 in Hanau Aufbauhilfe und lernt: Mit einem Sechs-Mann-Kader lässt sich in der Pro A kein Spiel gewinnen. Von Bernd Köble

Nach sechs Niederlagen in Folge durften die White Wings am Mittwochabend endlich wieder jubeln. Knights-Coach Anton Mirolybov te
Nach sechs Niederlagen in Folge durften die White Wings am Mittwochabend endlich wieder jubeln. Knights-Coach Anton Mirolybov teilt diese Freude nicht.Foto: Tanja Spindler

Es ist wahrlich nicht der Wunschgegner: Drei von vier Begegnungen in den vergangenen zwei Spielzeiten in der Pro A haben Kirchheims Basketballer gegen Hanau verloren. Spiele, die man verlieren kann, aber eben nicht muss. Zumindest, wenn man wie am Mittwoch einen nach sechs Niederlagen völlig verunsicherten Gegner klar beherrscht, gegen Ende des dritten Viertels mit elf Punkten führt und sich eigentlich nur noch darauf konzentrieren muss, dass man längst analysierte Fehler nicht wiederholt. Leicht gesagt, denn genau das geschah im Schlussabschnitt.

Hanaus Coach Simon Cote sprach von einer „Schlacht“, in der seine Mannschaft nach der Pause an den Tag legte, was zuvor den Gegner ausgezeichnet hatte. Die Knights, bis dahin mit einem deutlichen Übergewicht an Rebounds und Assists, ließen ab Mitte des dritten Durchgangs plötzlich jede Entschlossenheit vermissen. Hanau verbuchte 13 seiner insgesamt 18 Korbvorlagen nach der Pause. Im Gegenzug angelten sich die Gäste im gesamten zweiten Durchgang noch ganze drei Offensiv-Rebounds. „Wir haben in der zweiten Hälfte nicht mehr dagegengehalten und es Hanau viel zu einfach gemacht“, versuchte Knights-Coach Anton Mirolybov das Geschehen auf einen kurzen Nenner zu bringen. „Das tut weh, weil wir heute eine große Chance vergeben haben.“

Wie schwer dies wiegt, wird sich erst im neuen Jahr zeigen. Der Januar jedenfalls dürfte einigen im Kirchheimer Lager seit Mittwoch den Schlaf kosten. Fest steht: Die beiden Verletzten Tim Koch und Brian Wenzel werden am 5. Januar in Crailsheim ganz sicher und eine Woche später im Rückspiel zu Hause gegen Karlsruhe mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht dabei sein können. Koch laboriert seit dem Karlsruhe-Spiel vor zwei Wochen an einem Muskelfaserriss in der Wade. Wenzels Rückkehr nach einer Bandscheibenverletzung ist weitaus ungewisser. „Spätestens Ende Januar hoffen wir, dass beide zurück sind“, sagt Knights-Geschäftsführer Christoph Schmidt. Mit einer Rumpftruppe wie in Hanau - da muss man kein Prophet sein - drohen in Crailsheim großflächige Erosionsschäden.

Am Ende gibt es noch ein drittes ungelöstes Problem: Toney McCray, bei der knappen Heimniederlage gegen Vechta am 9. Dezember letztmals im Kader, würde dringend gebraucht, ist aber aus disziplinarischen Gründen suspendiert, nachdem er sich mehrmals respektlos gegenüber dem Trainer verhalten haben soll. Ein Ende der Schlichtung ist noch in dieser Woche geplant. Dann soll sich entscheiden, ob die Vertrauensbasis noch als tragfähig angesehen wird. Entsprechende Gespräche fanden gestern Nachmittag statt.

Wohl nicht das einzige Thema, bei dem Redebedarf besteht. Kräfteverschleiß angesichts der kleinen Rotation in Hanau will Christoph Schmidt als einzige Erklärung für die schwache zweite Hälfte jedenfalls nicht akzeptieren. „Das wäre zu einfach“, sagt er. „Wir hatten die Hand auf dem Spiel und haben sie wieder weggezogen. Deshalb werden wir dieses Spiel in alle Richtungen analysieren.“

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