Basketball

Die Ritter stoßen die Türe weit auf

Basketball Durch einen 82:72-Erfolg über die Gladiators Trier machen die Kirchheim Knights einen großen Schritt Richtung Zweitliga-Play-offs. Für die Teckstädter war es der neunte Heimsieg in Folge.

Ab durch die Mitte: Nico Brauner und die Knights sind auf dem besten Weg Richtung Play-offs. Foto: Tanja Spindler
Ab durch die Mitte: Nico Brauner und die Knights sind auf dem besten Weg Richtung Play-offs. Foto: Tanja Spindler

Der Bann ist gebrochen: Erstmals seit der Saison 2015/16 hat eine Kirchheimer Basketballmannschaft wieder ein Zweitligaduell gegen Trier gewonnen. Der 82:72-Triumph der Teckstädter war nicht nur gleichbedeutend mit dem neunten Heimsieg in Folge, sondern bescherte den Rittern auch den Sieg im direkten Vergleich mit den Pfälzern. „Das könnte am Ende durchaus noch wichtig sein“, atmete Knights-Trainer Igor Perovic, dessen Team nun Tabellenfünfter ist, aus.

Dank einer engagierten und mannschaftsdienlichen Leistung dominierten die Ritter ab dem zweiten Viertel das Spielgeschehen und fuhren am Ende einen sicheren Heimsieg ein. Auf Kirchheimer Seite fehlte erneut Kyle Leufroy. Er war unter der Woche zwar wieder ins Training eingestiegen, sein Einsatz wäre aber nach einem Monat Pause zu früh gekommen, weshalb der US-Amerikaner nochmals aussetzte. Kurzfristig mussten auch die Gäs­te einen Ausfall verkraften. Center Wiley meldete sich mit Kniebeschwerden während der Aufwärmphase vor dem Spiel ab.

Zu Beginn des Spiels mussten die Kirchheimer Fans, die das Duell am Livestream verfolgten, jedoch Schlimmes befürchten. Acht Dreier bei acht Versuchen trafen die Gäste aus der Moselstadt. Traumwandlerisch sicher fand nahezu jeder Wurf sein Ziel. Nur einen einzigen Fehlversuch mussten die Trierer im ersten Abschnitt hinnehmen, wodurch sie kaum überraschend mit 30:20 nach den ersten zehn Minuten in Führung lagen.

Die Ritter blieben jedoch ruhig und konzentriert. Die Defensive legte noch einen Zahn zu und zwang die Trierer nun zu schwierigen Abschlüssen, was die Trefferquote deutlich reduzierte. Immer wieder attackierten die Gastgeber den Trierer Korb und forcierten in der Verteidigung einige Ballverluste. Punkt für Punkt verkürzten die Teckstädter den Vorsprung, ehe ihnen pünktlich zur Pause die erste Führung gelang. Max Mahoney verwandelte mit Ablauf der Uhr einen Dreier aus der Ecke und sorgte für den 45:44-Zwischenstand.

Die Hausherren waren nun endgültig im Spiel drin und kontrollierten über die Defensive den Rhythmus. Ein 12:0-Lauf der Kirchheimer während der ersten fünf Minuten des dritten Viertels zeigte die Dominanz der Knights. Nur zwei gegnerische Korberfolge ließen die Ritter im dritten Viertel zu. Insgesamt elf Zähler wanderten auf das Trierer Konto, die sich nun einem 55:64-Rückstand gegenüber sahen.

Pape und Williams bleiben cool

Doch die Gladiators wollten es nochmal wissen. Mitte des Schlussviertels verkürzten sie durch zwei Dreier von Hennen und Grof auf 63:69, aber die Kirchheimer behielten die Nerven. Till Pape, mit zwei verwandelten Freiwürfen, und Richie Williams per Dreier sorgten für Beruhigung im Spiel der Gastgeber - obwohl das Spiel entschieden war, ging es noch um den direkten Vergleich. Mit 97:89 hatten die Trierer in der Hinrunde gesiegt. Drei Punkte von Andi Kronhardt und weitere Williams-Zähler an der Freiwurflinie sicherten auch diesen Erfolg für die Kirchheimer.

„Die Trier haben im ersten Abschnitt alles getroffen, danach haben wir defensiv dominiert, was letztlich der Schlüssel zum Erfolg war“, fasste Perovic zusammen. Für die Kirchheimer geht es am kommden Samstag ab 19 Uhr in Hagen weiter. cs

Erst der vierte Sieg gegen den Angstgegner

Die Bilanz der Kirchheimer gegen Trier ist trotz des Erfolgs am Samstag getrübt: Lediglich vier Siege bei elf zum Teil krachenden Niederlagen gegen die Gladiators. Die deutlichste verzeichneten die Knights im Januar 2020 mit einem 68:96 in Trier. In eigener Halle hatten die Knights bis vergangenen Samstag seit 2015 noch nie gegen die Trierer gewonnen.

Den ersten und deutlichsten von bisher drei Auswärtserfolgen feierten die Kirchheimer gleich im ers­ten Aufeinandertreffen nach dem Abstieg der Trierer vor knapp sechs Jahren im Dezember 2015. Beim 79:62 war Kirchheims heutiger Spielmacher der Topscorer des Abends: Richie Williams führte die Ritter damals mit 19 Punkten zum Sieg.

Es blieb ein einmaliges Erfolgserlebnis gegen die Trierer in der Saison 2015/16, die aus Kirchheimer Sicht besonders schmerzhaft in Erinnerung geblieben ist. Nach dem Einzug in die Play-offs schied die Mannschaft des damaligen Trainers Michael Mai nach drei Niederlagen gegen die Römerstädter in der ersten Runde sang- und klanglos aus. bk

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