Basketball

Ein Fast-Sieg wärmt vor Weihnachten

Basketball Nach dem mühsamen Erfolg gegen Schalke macht ausgerechnet eine Niederlage Kirchheims Basketballern Mut vor einem heißen Januar. Von Bernd Köble

War das die Trendwende? Knights-Coach Mauricio Parra erlebte am Doppelspieltag zwar nur einen Sieg, aber viele gute Ansätze in d
War das die Trendwende? Knights-Coach Mauricio Parra erlebte am Doppelspieltag zwar nur einen Sieg, aber viele gute Ansätze in der Mannschaft.Foto: Tanja Spindler

Unterhält man sich mit Mauricio Parra, dann fällt auffallend oft ein Name, der bei den Knights seit etlichen Wochen weder im Guten noch im Schlechten eine Rolle spielt. Nach Spielen wie dem knappen 60:66 am Sonntag gegen Chemnitz ist Tim Koch schon mal einen Gedanken wert. Nicht dass der 29-Jährige die Antwort auf alle Fragen verkörperte, doch keiner führt die Misere zurzeit deutlicher vor Augen als der Allrounder im Kirchheimer Team - oder besser gesagt seine Abwesenheit. Einziger Grund: An Koch klebt das seltene Prädikat „zielsicherer Distanzschütze“. Keiner, auf den man sich blind verlassen könnte, aber einer, mit dem die Wahrscheinlichkeit wächst, dass der Crunchtime ein entspannter Abend folgt. Eine Qualität, die den Rittern seit Wochen fehlt und die nicht nur gegen Mannschaften wie Chemnitz den Unterschied macht.

„Chemnitz ist nicht unser Maßstab“, räumt Parra ein. Trotzdem war seine Mannschaft am Sonntag nah dran, die Verhältnisse auf den Kopf zu stellen. Mit viel Leidenschaft, einer klaren Körpersprache und gut strukturierter Defensive. Als es aber darum ging, in den letzten fünf Minuten des Spiels noch eine Schippe draufzulegen, demonstrierte der Tabellenführer seelenruhig, weshalb er trotz zarten Durchschnittsalters in Sachen Spielkultur das vielleicht reifste Team der Liga stellt.

Einer wie Koch täte den Knights in solchen Momenten gut - keine Frage. Die Mannschaft macht sich selbst das Leben schwer, indem sie einfachste Bälle verlegt und freie Würfe nicht trifft. Dass mit Goodwin und Graf - wie am Sonntag - zwei Spieler drei Viertel aller Punkte zu verantworten haben, bezeichnet der Trainer treffenderweise als „nicht normal“. Das Wichtigste: Der Doppel-Spieltag macht Mut für das, was kommt. Der Arbeitssieg am Freitag gegen Schalke hat die bohrendsten Selbstzweifel erst einmal beseitigt. Eine Krise, die nach der Gala in Tübingen sträflicher Überheblichkeit entsprang und in eine Serie mit vier Niederlagen mündete. Schalke hat gezeigt, wie es gehen kann. „Wir haben dorthin gegriffen, wo es am meisten wehtut“, sagt Mauricio Parra zum schmucklosen aber „gut strukturierten Spiel“ seiner Mannschaft.

Vielleicht ist das auch am Freitag in Paderborn das Mittel. Im letzten Spiel vor der einwöchigen Weihnachtspause, die nach aufreibenden Wochen alle herbeisehnen. Danach stehen mit Hamburg und Rostock die längsten Trips der Saison im Programm. Beide immerhin mit dem für Kirchheimer Verhältnisse seltenen Luxus einer Hotelübernachtung. Ansonsten weiß derzeit niemand, wohin die Reise geht. Vier Punkte Differenz nur markieren Anfang und Ende eines breiten Mittelfelds ab Platz fünf, das hinunter bis zur Abstiegszone reicht. Bis Weihnachten wollte Mauricio Parra seiner Mannschaft die nötige Entwicklungszeit zugestehen. Inzwischen ist er vorsichtiger geworden. Mit Max Rockmann und Austin Luke sind zwei Neuzugänge noch nicht vollständig in die Systeme integriert. Tim Koch, von dem alle hoffen, dass er in Rostock zurückkehren wird, werden dann drei Monate Spielpraxis fehlen.

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