Basketball

Endlich platzt der Knoten

Basketball Der Zweitligist aus ­Kirchheim dreht gegen den Tabellenvierten in der ­Karlsruher Europahalle ein Spiel, das ­eigentlich bereits verloren war.

Drehten im Schlussviertel mächtig auf: Corban Collins (links) und die Knights schafften in Karlsruhe die nicht für möglich gehal
Drehten im Schlussviertel mächtig auf: Corban Collins (links) und die Knights schafften in Karlsruhe die nicht für möglich gehaltene Wende.Foto: Tanja Spindler

Mit einem am Ende überraschenden und hart erkämpften 85:80-Sieg sind Kirchheims Zweitligabasketballer vom baden-württembergischen Derby aus Karlsruhe zurückgekehrt. Im Löwenkäfig Europahalle zogen die Kirchheimer den Lions dank einer beeindruckenden Dreierquote und einer engagierten Mannschaftsleistung den Zahn.

Sie können es doch. In Karlsruhe haben die Ritter bewiesen, dass sie knappe Spiele für sich entscheiden können. Zwar schien das Spiel beim Stand von 77:66 sieben Minuten vor dem Ende so gut wie entschieden, doch den Rittern gelang in einer starken Schlussphase mit einem 21:9 im letzten Viertel noch die Wende. „Mein Team hat heute gezeigt, dass es an sich glaubt und Spiele wie diese auch gewinnen kann.“ Headcoach Anton Mirolybov war auch Minuten nach Spielende die Erleichterung deutlich vom Gesicht abzulesen.

Beide Teams begannen nervös, und die Lions gingen in ihrem ersten Spiel in der Europahalle schnell mit 5:0 in Führung. Dann aber nutzte Kirchheim die Freiräume in der Offensive und die Dreierfestspiele der Ritter nahmen ihren Anfang. Drei Treffer von Tim Koch brachten die Gäste, die ohne Brian Wenzel und Toney McCray auskommen mussten, mit 5:11 in Front. Es war der Grundstein für die 22:15-Führung nach dem ersten Viertel.

Im zweiten Durchgang spielten beide Teams mit offenem Visier, wobei sich auch Elijah Allen und Corban Collins in die Liste der erfolgreichen Dreierschützen eintrugen. Beim Stand von 44:38 für die Knights ging es in die Halbzeitpause.

Doch das Team von Michael Mai kam entschlossen zurück aufs Parkett, schaffte den Ausgleich und ging durch Richie Williams mit dem 48:46 erstmals seit Spielbeginn wieder in Führung. Die Ritter hatten in dieser Spielphase einige unglückliche Aktionen, verschenkten leichtfertig sichere Punkte und suchten ihr Glück in wilden Dreierwürfen. Die spielerische Linie ging verloren, und das wurde bestraft: Mit einem Sieben-Punkte-Rückstand ging es in die letzten zehn Minuten (71:64).

Die Gastgeber blieben auch in den ersten Minuten des Schlussviertels überlegen. Der Vorsprung wuchs 7:44 Minuten vor Schluss auf elf Punkte. Dass das 77:66 den letzten Karlsruher Punkt für die nächsten fünf Minuten markieren sollte, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Karlsruhe brach völlig unerwartet ein. Die sichere Führung in Händen verlor die Mai-Truppe völlig den Faden. Als Tim Koch zum 77:69 seinen fünften Dreier des Abends markierte, witterten die Ritter plötzlich ihre Chance. Ein 9:0-Lauf brachte die Gäste wieder ins Spiel. Der Rest war Nervensache. Mit einer guten Defensivarbeit, viel Routine und Disziplin in der Offensive retteten die Kirchheimer diesen wichtigen Sieg, der im vorletzten Spiel vor Weihnachten einen Play-off-Platz beschert. Beste Voraussetzungen für das Spiel gegen Ehingen am 22. Dezember. Das vorweihnachtliche Event beginnt bereits um 16 Uhr mit einem Wintermarkt vor der Sporthalle Stadtmitte. Weitere Infos und Karten fürs Spiel gibt es auf www.kirchheim-knights.de.bs

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