Basketball

Es knistert auf beiden Seiten

Basketball Das Derby gegen Tübingen lebt heute Abend von der Kulisse und dem augenblicklichen Tabellenstand. Für beide Gegner steht viel auf dem Spiel.

Im Hinspiel in Tübingen hatten die Knights den Gegner phasenweise an die Wand gespielt, doch die Tübinger sind nicht mehr diesel
Im Hinspiel in Tübingen hatten die Knights den Gegner phasenweise an die Wand gespielt, doch die Tübinger sind nicht mehr dieselben.Foto: Tanja Spindler

Es ist das Duell zweier punktgleicher Gegner im Tabellen-Mittelfeld. Es ist auch das Duell zweier Trainer, die viel miteinander verbindet, und es ist vor allem das Derby, auf das viele Fans lange gewartet haben. Wenn die Tigers aus Tübingen heute Abend um 19.30 Uhr erstmals zu einem Zweitliga-Duell in die Sporthalle Stadtmitte kommen, freut sich auch Knights-Coach Mauricio Parra auf ein besonderes Spiel. Der Spanier hat schöne Erinnerungen an seine Zeit in Tübingen. Noch heute pflegt der 45-Jährige dort viele Freundschaften und Kontakte.

Wenn er davon spricht, fällt immer wieder ein Name: Georg Kämpf. „Er war es, der mich nach Tübingen geholt und mich unter seine Fittiche genommen hat. Ich durfte viel von ihm lernen“, sagt Parra über den Mann, der seit Januar bei den Tigers auf der Bank sitzt. Über zehn Jahre ist Kämpf nicht mehr im Basketballgeschäft aktiv gewesen. Nachdem Tübingen vor Wochen die Reißleine gezogen und sich von Aleksandar Nadjfeji getrennt hatte, ließ er sich zur Rückkehr überreden. Seine Bilanz: drei Siege in den vergangenen vier Spielen.

Beide Teams trennen nur zwei Punkte von einem Play-off-Platz. Beim 76:54 im Hinspiel zeigten die Teckstädter ihre bisher wohl beste Saisonleistung. Von Verletzungen geplagt gingen sie als Außenseiter in die Partie und überzeugten mit einer energiegeladenen Leistung und einem ebenso deutlichen wie verdienten Sieg. „Man darf nicht vergessen, dass die Tübinger seit dem Trainerwechsel komplett verändert auftreten“, warnt Knights-Geschäftsführer Christoph Schmidt. „Deshalb hat das Hinspiel für uns keinerlei Bedeutung mehr.“

Das heutige dafür umso mehr - auch für manchen Spieler. Andreas Kronhardt, Besnik Bekteshi, Enosch Wolf und Elijah Allen trugen alle schon das Trikot beider Mannschaften. Dass es sich um keine gewöhnliche Begegnung handelt, haben auch die Fans erkannt: Für das Spiel gibt es nur noch Stehplätze an der Abendkasse. Allein aus Tübingen werden etwa 100 Anhänger erwartet.

Goodwins Einsatz ungewiss

Sorge bereitet den Kirchheimern weiterhin Rhondell Goodwin. Gegen Heidelberg musste der Topscorer von der Bank aus zuschauen. Seine Sprunggelenksverletzung wurde unter der Woche intensiv behandelt. Sein Einsatz ist trotzdem ungewiss. Aufseiten der Tübinger herrscht nach drei Erfolgen in Serie dagegen Aufbruchstimmung. Neu-Trainer Georg Kämpf vermittelt seiner Mannschaft offenbar ein neues Selbstbewusstsein und sorgt in der Defensive für Geschlossenheit.

Besonders die beiden US Guards Donald Timmer - mit 17,5 Punkten pro Spiel Topscorer der Tübinger - und Tyler Laser (14,6) profitieren vom Trainerwechsel und liefern seitdem beständig gute Leistungen ab. Vor einer Woche bekam dies Schalke zu spüren. 95:66 lautete das Endergebnis. „Jetzt beginnen für uns die Wochen der Wahrheit. Wichtig ist, dass wir das Hinspiel aus den Köpfen bekommen“, sagt Knights-Coach Mauricio Parra.cs

Daniel Müller tritt als Geschäftsführer ab

Fast sechs Jahre lang stand Daniel Müller als Geschäftsführer an der Spitze der 2. Basketball-Bundesliga. Jetzt gibt der 33-jährige Sportwissenschaftler das Amt am Saisonende ab - aus persönliche Gründen, wie es heißt.

Müller übernahm den Posten 2013 von Nicolas Grundmann. Zuvor war er im Marketing beim Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen tätig. Unter seiner Führung entwickelte sich die zweite Liga vor allem in puncto Vermarktung und höhere Standards in den Hallen weiter. Seit vergangener Saison sind alle Teams verpflichtet, einen Video-Livestream bei sämtlichen Heimspielen anzubieten. Letzter Akt während Müllers Amtszeit war die Partnerschaft mit dem Krankenversicherer Barmer, der seit dieser Saison Namenssponsor der Liga ist.

Im deutschen Basketball wird Müllers Entscheidung bedauert: „Die positive Entwicklung der Liga in den vergangenen Jahren ist eng mit seinem Namen verbunden“, meint DBB-Präsident Ingo Weiss.tb

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