Anzeige
Basketball

Karneval auf die Kirchheimer Art

Basketball Die Knights fegen den Favoriten aus Köln in einem mitreißenden Spiel mit 93:56 aus der Halle. Der Tabellenvierte wirkt dabei phasenweise wie geschockt.

Auch von der besten Defensive der Liga nicht zu stoppen: Kirchheims Corban Collins beim wilden Tanz durch  die Kölner Abwehrreih
Auch von der besten Defensive der Liga nicht zu stoppen: Kirchheims Corban Collins beim wilden Tanz durch die Kölner Abwehrreihen.Foto: Tanja Spindler

Am Ende saß keiner mehr. Was Kirchheims Zweitligabasketballer am Samstagabend gegen den Tabellenvierten aus Köln aufs Parkett zauberten, riss auch den letzten Zuschauer von den Sitzen. Die Teckstädter zauberten, der Gegner wirkte geschockt. Zur Halbzeitpause leuchtete ein 60:29 auf der Anzeigetafel. Aus einer wie entfesselt auftretenden Kirchheimer Mannschaft ragte Topscorer Corban Collins mit 25 Punkten heraus. Doch Schwachstellen gab es an diesem Abend nirgends in der Mannschaft.

Die erste Halbzeit des Spiels dürfte in der zehnjährigen Geschichte des Kirchheimer Basketbals in der Pro A wohl einzigartig sein. Körbe wie am Fließband, ein völlig verunsicherter Gegner und ein tobendes Publikum, das die Ritter mit Standing Ovations in die Kabine verabschiedete. Die Knights hatten die ligaweit für ihre Stärke bekannte Kölner Abwehr bis dahin nach allen Regeln der Kunst auseinander genommen. Dabei hatten die Rhein Stars ihren Gegnern in dieser Saison pro Partie nur durchschnittlich 69 Punkte gestattet. Jetzt waren es 60, und das Spiel gerade erst zur Hälfte um.

Alleine 19 Punkte bis zur Pause landeten auf dem Konto von Corban Collins, der von den Kölnern nicht zu bändigen war. Knights-Trainer Anton Mirolybov hatte schon auf der Rückfahrt vom Chemnitz-Spiel vergangene Woche orakelt, dass dies der Abend des 23-jährigen Guards werden würde, der bei der Auswärtsniederlage in Sachsen noch enttäuscht hatte. Wie tief der Stachel dieser ärgerlichen Niederlage saß, war in der ganzen Mannschaft am Samstag spürbar.

Erneut ohne den verletzten Tre Burnette und über weite Strecken auch ohne Tim Koch, der nach drei Fouls früh zu einer Zwangspause auf die Bank musste, starteten die Ritter im zweiten Viertel einen 27:2-Lauf. Eingeleitet durch acht Punkte in Folge von Elijah Allen, der mit insgesamt 17 Zählern und zehn Rebounds erneut eine bärenstarke Leistung bot. In der Defensive kauften die Ritter ihrem Kontrahenten von Sekunde zu Sekunde zunehmend den Schneid ab. Kirchheim, mit dem deutlich dünneren Kader, schien einen Mann mehr auf dem Parkett zu haben. Auf Kirchheimer Seite klappte alles, beim Gegner so gut wie nichts. In der Halbzeit stellte sich lediglich die Frage, ob das so würde weiter gehen können.

Es ging. Zwar nicht mit dieser Schlagzahl, doch die Ritter liefen zu keinem Zeitpunkt Gefahr, die Kontrolle über das Spiel zu verlieren. Point Guard Charles Barton leitete klug das Kirchheimer Angriffsspiel und legte insgesamt 14 Assists auf. Kölns Trainer Denis Wucherer setzte nun vermehrt auf junge Spieler, und so gingen auch die letzten beiden Spielviertel mit 17:13 und 16:14 an die Gastgeber.

„Was die Jungs heute gezeigt haben, war einfach fantastisch. Köln hat eine sehr starke Mannschaft und es war absolut beeindruckend zu sehen, wie wir heute aufgetreten sind“, stellte Anton Mirolybov nach Spielende fest. „Jeder einzelne hat heute eine ausgezeichnete Leistung gezeigt und einen wichtigen Teil zu diesem Spiel beigetragen.“ Durch den Sieg haben die Ritter als Tabellenachter nun ein Zwei-Punkte-Polster auf die Verfolger im Rennen um die Play-off-Plätze. Am kommenden Samstag steht die Reise zum Tabellenführer nach Vechta auf dem Programm. Spielbeginn dort ist um 19.30 Uhr.tb/cs

Anzeige