Basketball

Korbjäger zwischen Verständnis und Hoffnung

Basketball Nach der Annullierung der Saison im Bezirk blicken die Vereine gespannt auf die geplante „Sommerliga“.

Symbolbild: Markus Brändli
Symbolbild: Markus Brändli

Kirchheim. Die wieder steigenden Inzidenzzahlen der Pandemie, die dritte Welle, hat den Vorstand des Basketball-Bezirks IV nicht überrascht, die Entscheidung am vergangenen Montagabend im Rahmen einer Videositzung war einstimmig: Die Saison 2020/21 wird annulliert, es gibt keine Meister, keine Aufsteiger, keine Absteiger. Die Reaktionen von Tübingen bis Ulm, von Schwenningen bis Kirchheim zeigen: Die Überraschung hält sich in Grenzen.

In der Tat kann man ein paar Tage danach nicht gerade sagen, dass diese Nachricht, die am Dienstag per Rundmail an alle 69 Vereine im Bezirk verschickt wurde, wie eine Bombe eingeschlagen hätte. Alle haben damit gerechnet, alle sehen es ein, die Unterschiede liegen im Grad der Enttäuschung.

Am oberen Ende dieser Skala steht die BV Villingen-Schwenningen, im Profibereich Konkurrent der Kirchheim Knights in der ProA. Geschäftsführerin Christine Schell-Deking: „Unserer zweiten Mannschaft wurde nun zum zweiten Mal der Aufstieg in die Landesliga verwehrt, was sehr wichtig für den Unterbau der Profis wäre. Wir hätten uns gefreut, wenn noch irgendwas möglich gewesen wäre, vielleicht mit Doppelspieltagen am Wochenende.“

Ähnlich geht es der ersten Mannschaft des VfL Kirchheim, die furios in die Oberliga gestartet war und mit dem Aufstieg in die Regionalliga geliebäugelt hatte. David Rösch, bei den Knights seit vergangenem Sommer als „Sportdirektor Nachwuchs“ angestellt: „Das wirft uns natürlich schon zurück.“ Doch Schell-Deking und Rösch sehen ebenfalls ein, dass das „eine vernünftige Entscheidung“ (Rösch) war, die „man einsehen muss“ (Schell-Deking).

Der gleiche Tenor kommt aus allen Ecken des Bezirks, von kleinen wie großen Vereinen. Sheila Sichui von Basketball Ulm: „Das ist verständlich, wir halten das für vernünftig, es gibt keine Alternative.“ Alex Rogic von der TSG Reutlingen ergänzt: „Natürlich sind wir enttäuscht, haben aber Verständnis. Die meisten hatten sich schon darauf eingestellt.“ Susanne Hoffmann vom TSB Ravensburg: „Das ist völlig richtig, alles andere hätte einen furchtbaren Hickhack gegeben.“ Hansi Kienzle, SV 03 Tübingen. „Das ist wahrscheinlich die einzig sinnvolle Entscheidung, es hätte keinen Sinn gemacht, noch Meister auszuspielen.“

Gleichzeitig wird der Blick nach vorne geworfen, alle haben ziemlich genug von all den Online-Trainingsformaten, die fast überall angeboten wurden, alle wollen zurück an den Korb. Deshalb wird das Konzept einer „Sommerliga“, das der Bezirk nach den Osterferien veröffentlichen will, überall begrüßt. Der Tübinger Jugendkoordinator Kienzle drückt aus, was alle denken: „Es ist total wichtig, dass man versucht, überhaupt wieder spielen zu lassen im Sommer.“ Der Schramberger Abteilungsleiter Kunst fügt hinzu: „Die neue olympische Sportart Drei gegen Drei wäre cool.“ Sein Kollege Rogic weiß auch, worauf der Fokus liegen sollte: „Vor allem der Breitensport ist wichtig“, was Kirchheims David Rösch noch präzisiert: „Es geht um den Breiten- und den Leistungssport - aber immer die Jüngsten zuerst.“ Wenn das mal nicht ein klarer Auftrag an den Verband und den Bezirk ist. ut

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