Basketball

Mit dem Geist von Heidelberg nach Hagen

Basketball Den Knights winkt im morgigen Auswärtsspiel beim Zweitligaletzten der dritte Sieg in Folge, mit dem sich die Situation im Tabellenkeller entspannen würde.

Freudentänzchen, wie hier nach dem Heimsieg gegen Karlsruhe vor zwei Wochen, wünschen sich die Fans der Kirchheimer Zweitliga-Ba
Freudentänzchen, wie hier nach dem Heimsieg gegen Karlsruhe vor zwei Wochen, wünschen sich die Fans der Kirchheimer Zweitliga-Basketballer auch morgen in Hagen. Foto: Tanja Spindler

Lernen, abhaken und den Blick nach vorne richten: Was sich bislang nach Niederlagen als gute Strategie bewährt hat, ist für Mauro Parra weiterhin das richtige Mittel - der Trainer der Kirchheimer Zweitliga- basketballer will den jüngsten Erfolg seines Teams beim Tabellendritten in Heidelberg nicht überbewerten: „Der Sieg war wichtig und hat uns allen sehr gut getan. Jetzt gehört er aber der Vergangenheit an. Wir müssen nach vorne schauen und weiterhin versuchen, uns Spiel um Spiel nach oben zu arbeiten.“ Soll heißen: einen komfortablen Punkteabstand zu den beiden Abstiegsplätzen zu erreichen.

Kein einfaches Unterfangen in einer Saison, in der sieben Teams zwischen dem zehnten und dem vorletzten Tabellenplatz die gleiche Anzahl an Punkten aufweisen. Mittendrin: die Knights, denen im morgigen Auswärtsspiel bei Ligaschlusslicht Phoenix Hagen der dritte Sieg in Folge winkt. Die Entwicklung der Mannschaft gibt Parra recht, daran zu glauben. Zumal die Truppe um den besonnenen Leader Dajuan Graf in Sachen Spielfreude, Aggressivität und Teamarbeit immer stabiler zu werden scheint.

Dabei warnt der Headcoach davor, den ehemaligen Erstligisten aus Hagen aufgrund des Tabellenplatzes zu unterschätzen. Zwar halten die „Feuervögel“ mit nur zwei Siegen und bereits einem Spiel mehr die Rote Laterne. Für Parra ist die Partie aber keineswegs ein Selbstläufer: „Ich erwarte einen harten Kampf gegen eine vom Kader her sehr gut besetzte Hagener Mannschaft.“

Die knappe Niederlage der Gastgeber gegen Schalke am vergangenen Spieltag hat gezeigt, dass vor allem Hagens Neuzugang Jonathan Octeus eine wichtige Rolle spielen kann. 18 Punkte hat er gleich bei seinem ersten Einsatz für sein neues Team beitragen können. Er soll den Südwestfalen mehr Sicherheit geben und vor allem die bisherigen Leistungsträger Kyle Leufroy (15,3 Punkte, 3,3 Assists), Adam Pechacek (14,5 Punkte) und Kapitän Dominik Spohr unterstützen.

McCloud noch angeschlagen

Der Schlüssel für den Erfolg wird für die Knights einmal mehr in der Defensive liegen. „Wenn wir Topteams wie Heidelberg unter 70 Punkte halten können, zeigt das unser Potenzial. Daran werden wir weiterarbeiten und Hagen früh unter Druck setzen“, verspricht Mauro Parra, der hofft, am Samstag auf alle Spieler zurückgreifen zu können, wenn es um 19 Uhr in der Krollmann-Arena zum Tip-off kommt. Einzig Jalen McCould plagt aktuell eine Magenverstimmung, die bis Samstag allerdings überstanden sein sollte. „Wenn wir unser Spiel weiterhin umsetzen können wie zuletzt, haben wir gute Chancen, in Hagen zu bestehen“, gibt der Head-Coach die Devise vor und beschwört dann doch wieder den Geist von Heidelberg. Warum auch nicht? Wenn die Knights an diese Leistung auch in Hagen anknüpfen können, sollte es möglich sein, mit einer kleinen Siegesserie die Abstiegsränge erst einmal hinter sich zu lassen. bs

Keine Deadline für den Trainer

Chris Harris wird unabhängig vom Ausgang des Spiels am Samstag gegen Kirchheim Trainer in Hagen bleiben - das betont zumindest der Geschäftsführer des Tabellenletzten aus Südwestfalen, Patrick Seidel. „Wir vertrauen dem Trainer. Nichtsdestotrotz kann der Negativtrend nicht unendlich weitergehen, was aber keine Deadline für das kommende Wochenende ist“, sagte Seidel unter der Woche in einem Interview mit dem WDR. „Wir halten nichts davon, einzelne als Schuldige herauszupicken.“ Der 40-jährige Chris Harris betreut die Hagener seit November 2018, als er dem entlassenen Kevin Magdowski nachfolgte.

Phoenix Hagen hat die letzten sechs Saisonspiele allesamt verloren, wartet seit dem 85:81 am 13. Oktober gegen Trier auf einen Sieg. Der langjährige Erstligist spielt seit dem Zwangsabstieg infolge des Lizenzentzugs 2016 in der Pro A, belegte dort in den vergangenen beiden Spielzeiten die Plätze acht und zehn. tb

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