Basketball

Nicht nur in Kirchheim setzt man auf Schwabenpower

Basketball Die Knights können am Samstag doch noch das Play-off-Ticket sichern, sofern sie gegen Baunach gewinnen und Ehingen gleichzeitig Hagen schlägt. Von Peter Eidemüller

Lagebesprechung beim Mittwochstraining: Knights-Trainer Anton Mirolybov und Point Guard Corban Collins feilen nicht erst seit ge
Lagebesprechung beim Mittwochstraining: Knights-Trainer Anton Mirolybov und Point Guard Corban Collins feilen nicht erst seit gestern an einem Matchplan für die entscheidende Partie am Samsag gegen Baunach. Foto: Jean-Luc Jacques

Die Rechnung ist einfach und doch irre kompliziert - vor dem Saisonfinale in der zweiten Basketball-Bundesliga schwanken die Kirchheim Knights zwischen freudiger Erwartung und verhaltener Hoffnung. Sollten die Ritter das letzte Spiel am Ostersamstag gegen Baunach in der Sporthalle Stadtmitte (19.30 Uhr) gewinnen, winkt den Kirchheimer Korbjägern auf den allerletzten Drücker doch noch das Ticket für die Play-offs - sofern der aktuelle Tabellenachte aus Hanau zeitgleich sein Duell in Ehingen verliert.

Welches dieser beiden Szenarien wahrscheinlicher ist, kann auch Knights-Kapitän Andreas Kronhardt nicht beantworten. „Ich sehe unsere Chancen und die von Ehingen bei jeweils fifty-fifty“, gibt sich der 28-Jährige orakelhaft.

Für den abstiegsbedrohten Kirchheimer Lokalrivalen aus dem Alb-Donau-Kreis geht es dabei ebenfalls um die Wurst: Bei einem Sieg gegen Hanau und gleichzeitiger Schützenhilfe aus Kirchheim wäre Ehingen gerettet und Baunach müsste absteigen - kaum war den Beteiligten diese Konstellation klar, ging es in den sozialen Medien hoch her. „Das packen wir doch zusammen, oder?“ posteten die Ehinger unter dem Hashtag „Schwobahelfedschwoba“ im Facebook-Account der Knights. Deren Antwort: „Am Samstag gibt es Schwabenpower pur.“

Dass es für beide überhaupt zum Showdown kommt, ist den jeweiligen Überraschungserfolgen am vorletzten Spieltag zu verdanken. Ehingen bändigte per 93:86 die fünftplatzierten Karlsruhe Lions, während Kirchheim beim 82:75 in Trier eine vorösterliche Wiederauferstehung gelang. „Damit war so nicht unbedingt zu rechnen“, gibt Knights-Sportchef Christoph Schmidt zu, „uns war zunächst wichtig, dass die Mannschaft nach dem schwachen Spiel gegen Hagen eine Reaktion zeigt. Das ist eindrucksvoll gelungen, die Körpersprache hat gestimmt.“

Dass Trier zuvor neun Mal in Folge zu Hause gewonnen hatte, dürfte den Knights vor dem Saisonhalali zusätzliches Selbstvertrauen einflößen. Für die restlichen Prozent Ansporn sollen dann am Samstag die Fans sorgen. „Zu Hause hast du immer viel mehr Motivation, zumal wir nach dem letzten Heimspiel gegen Ulm noch was gutzumachen haben“, betont Kapitän Andreas Kronhardt.

Vechta als Play-off-Gegner

Sollten die Rechenspiele am Samstag tatsächlich zugunsten der Knights ausgehen, würde in den Play-offs aller Voraussicht nach das Team aus Vechta warten, das beim ersten und dritten Spiel der „Best-of-three-Runde“ am 7. und 14. April Heimrecht hätte - für die finanziell nicht gerade auf Rosen gebetteten Ritter, die den Tabellenführer am 11. April erwarten würden, wären die Trips nach Niedersachsen eine monetäre Belastung, die sich erst beim Erreichen eines vierten (16. April) Spiels rechnen würde.

Dass Vechta aber nicht unbesiegbar ist, bewiesen die Knights Anfang Dezember, als sie den Bundesligabsteiger beim 79:80 am Rande einer Niederlage hatten. Dafür setzte es im Rückspiel vor fünf Wochen eine 81:110-Klatsche. „So weit denken wir noch nicht“, betont Andreas Kronhardt, „für uns ist alles, was nach dem Spiel gegen Baunach kommen könnte, ein Zuckerle.“

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