Basketball

Unverhofftes Endspiel ums Oberligaticket

Basketball Der VfL Kirchheim könnte über Umwege doch noch aufsteigen.

Erfreuliche Kunde: Marco Wanzke (Zweiter von rechts) und die VfL-Basketballer winkt doch noch die Oberliga. Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Die Bombe in der Basketball-Landesliga platzte am vergangenen Montag: Da gab der fest stehende Meister TS Göppingen seinen Verzicht auf den Oberliga-Aufstieg bekannt, die Karten vor dem letzten Spieltag wurden neu gemischt.

Ljubomir Petkovic, in Kirchheim nicht nur wegen seiner Tätigkeit als Assistent von Knights-Headcoach Anton Mirolybov in der Pro-A-Saison 2017/18 bestens bekannt und bei der Turnerschaft seit zwei Jahrzehnten der Allesmacher, teilte die Entscheidung Staffelleiter Gianni Greco (Reutlingen) zu Beginn der Woche mit. Auf Nachfrage begründete er den überraschenden Schritt so: „Die Mannschaft ist einfach nicht gut genug für die Oberliga, ich will weder sie noch mich quälen und eine ganze Menge Spiele verlieren. Das bringt nur Frust und Unruhe.“

Reutlinger überlegen noch

Vor dem letzten Spieltag an diesem Wochenende liegt Göppingen uneinholbar mit 28 Punkten an der Tabellenspitze der Landesliga, dahinter bekäme nun die Reserve der TSG Reutlingen (die Erste ist Fünfter in der Regionalliga Baden-Württemberg) mit 24 Punkten den Göppinger Platz in der Oberliga. Die Reaktion von TSG-Abteilungsleiter Alexander Rogic: „Die Nachricht kommt für uns überraschend. Ich werde mich im Laufe der Woche mit den Verantwortlichen treffen und darüber diskutieren, ob wir das Aufstiegsrecht wahrnehmen.“ Der Heidenheimer SB (22 Punkte) könnte mit einem Sieg und einer gleichzeitigen Reutlinger Niederlage in Böblingen (Fünfter mit 20 Punkten) noch gleichziehen, hat aber den direkten Vergleich knapp verloren.

Und an dieser Stelle kommt der VfL Kirchheim ins Spiel: Der spielt am morgigen Samstagabend um 20 Uhr ausgerechnet in Heidenheim - ein echtes Endspiel um den dritten Platz, der nun unverhofft für die Qualifikationsspiele ausreicht. Heidenheim und Kirchheim haben beide elf Siege, der HSB aber 22 Punkte und der VfL nur 21 - für den Einsatz zweier Jugendspieler, die nicht auf dem Mannschaftsmeldebogen eingetragen waren, am ersten Spieltag am 29. September wurde ein Wertungspunkt abgezogen. Doch das spielt jetzt keine Rolle mehr: Wer gewinnt, zieht in die Qualifikation ein. Erstmals seit Jahren gibt es keine Relegation mehr, sondern Qualifikationsspiele gegen den Vizemeister des Bezirks III, die TSB Schwäbisch Gmünd.

Personal macht Probleme

Wie stehen nun die Chancen für das Team von Abteilungsleiter und Spielertrainer Marco Wanzke? Realistisch gesehen nicht wirklich gut. Nachdem die Back-up-Center Max Mauch und Hector Alanis Sanchez schon ewig ausfallen und der beste Lange, Cveti Bozic, aus privaten Gründen seit Beginn des Jahres nicht mehr dabei ist, fällt jetzt auch noch Kiri Engonidis krank aus. Flügel Marko Gligoric, notfalls auch unter dem Korb einsetzbar, plagt eine hartnäckige Meniskusverletzung, und so bleibt als einziger Großer der 1,90-Meter-Mann Erik Weßelborg. Kann man nur hoffen, dass es der ebenfalls angeschlagene Tim Auerbach aufs Feld schafft.

Andererseits wäre der Aufstieg eine Riesenchance für den ganzen Verein, wie Marco Wanzke verdeutlicht: „Wir würden uns viel leichter tun, endlich einen Trainer zu finden. Dazu könnten wir Talenten aus der Spielgemeinschaft mit Stuttgart und Esslingen die Möglichkeit bieten, hochklassig zu spielen.“ Die Devise für die Rumpftruppe kann also nur lauten: Wir haben keine Chance, packen wir’s an!ut

So wollen sie spielen

VfL Kirchheim: Auerbach (?), L. Haziri, M. Haziri, Palmieri, Schmauder, Schmidt, K. Wanzke, M. Wanzke, Weßelborg

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