Basketball

Von einer Zentnerlast befreit

Basketball Zweitligist Kirchheim holt am sechsten Spieltag mit einem 87:82 in Paderborn den ersten Sieg. Die Knights müssen allerdings lange um diesen Erfolg bangen.

Der Druck ist aus dem Kessel: Andi Kronhardt (oben), Till Pape (rechts) und Nico Brauner (vorne) bejubeln nach der Schlusssirene
Der Druck ist aus dem Kessel: Andi Kronhardt (oben), Till Pape (rechts) und Nico Brauner (vorne) bejubeln nach der Schlusssirene den ersten Kirchheimer Sieg in dieser Saison.Foto: Ulrich Petzold

Es ist geschafft: Nach fünf erfolglosen Spielen haben Kirchheims Basketballer am Samstag den ersten Saisonsieg geschafft. Beim hart umkämpften 87:82 war Kirchheims Kapitän Jalan McCloud mit 16 Punkten der Matchwinner.

Es war eine Zentnerlast, die nach Ablauf der Uhr von der Mannschaft fiel, denn das Spiel stand lange Zeit auf Messers Schneide. Auf beiden Mannschaften lastete eine Menge Druck und beide begannen entsprechend nervös mit hoher Fehlerquote auf beiden Seiten. Kirchheim war in der Defensive vor allem auf Paderborns starken Point Guard Kendale McCullum fokussiert, der seinen Nebenleuten immer wieder gute Wurfoptionen eröffnete. Mit einem Vier-Punkte-Rückstand (23:19) für die Gäste endete das erste Viertel.

Im Spiel der Ritter lief viel über die beiden Center Andi Kronhardt und Keith Rendleman. Vor allem Rendleman erwischte einen guten Tag und sorgte beständig für Gefahr unterm Korb der Paderborner. Kirchheim ging erstmals in Führung und erhöhte Mitte des zweiten Viertels auf acht Punkte. Wie schon gegen Schalke und Jena riss vor der Halbzeit der Faden. In der schwächsten Kirchheimer Phase übernahm Dajuan Graf Verantwortung und sorgte wieder für mehr Ruhe im Spiel der Gäste. Kirchheim überstand die Zeit bis zur Pause einigermaßen schadlos und nahm eine 43:39-Führung in die Kabine.

Doch die hielt nicht lange. Paderborn eröffnete die zweite Hälfte mit zwei Dreiern und war jetzt die variablere Mannschaft. Kirchheim hielt vor allem defensiv dagegen und ging mit nur einem Punkt Rückstand ins Schlussviertel. Es bahnte sich ein Krimi an, in dem die Gäste nun die Regie übernahmen. Die Knights stabilisierten sich. Knapp drei Minuten vor dem Ende verwandelte Till Pape einen Dreier zum 76:66, der ersten zweistelligen Führung an diesem Abend.

McCloud mit starken Nerven

Die Entscheidung war dies allerdings noch lange nicht. Paderborn konterte, doch Kirchheim hatte Jalan McCloud. Der US-Amerikaner, der in Paderborn gar nicht hätte dabei sein sollen. Erst hatte er sich nach einem Trauerfall in der Familie entschlossen, in Kirchheim zu bleiben und nicht in die Heimat zu fliegen, dann verletzte er sich im Abschlusstraining an den Adduktoren. Eine Stunde vor Spielbeginn stand sein Einsatz noch auf der Kippe. „Wir haben uns für das Risiko entschieden“, meint Knights-Geschäftsführer Chris Schmidt. Headcoach Mauro Parra versuchte seinem Schützling einige Verschnaufpausen zu geben, um ihn am Ende frisch auf dem Parkett zu haben. Der Plan ging auf. In den Schlussminuten wurde McCloud mit zwei schweren Würfen und starken Nerven an der Freiwurflinie zum Matchwinner.

„Ich hoffe, dass der Knoten damit endlich geplatzt ist,“ sagt Parra. „Jeder meiner Jungs hat heute seinen Teil dazu beigetragen.“ Gleich fünf Kirchheimer Spieler punkteten zweistellig. „Auch wenn es heute noch einige Fehler zu viel waren,“ räumte der Coach ein, „überwiegt die Freude über diesen ersten Sieg.“ Am kommenden Wochenende erwarten die Knights dann den Aufstiegsfavoriten aus Chemnitz. Spielbeginn in der Sporthalle Stadtmitte ist um 19 Uhr.cs

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