Fussball Bezirksliga

Das Sorgenkind greift nach dem letzten Strohhalm

Fußball-Bezirksliga Die abstiegsbedrohten SF Dettingen sind am Sonntag im Kellerduell gegen den TSV RSK Esslingen zum Siegen verdammt. Von Klaus-Dieter Leib

SFD-Trainer Robin Jaksche (Mitte) steht mit seinem Team am Scheideweg. Foto: Markus Brändli
SFD-Trainer Robin Jaksche (Mitte) steht mit seinem Team am Scheideweg. Foto: Markus Brändli

Das Sorgenkind unter den vier Teckvereinen in der Fußball-Bezirksliga ist Aufsteiger SF Dettingen. Vor dem letzten Vorrundenspieltag am Sonntag stehen die Sportfreunde mit gerade einmal neun Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der Abstand zum voraussichtlich ersten Nichtabstiegsplatz (siehe Info-Kasten) beträgt bereits elf Zähler. „Es müssten schon wundersame Dinge passieren, wenn wir den Klassenerhalt noch schaffen sollten“, gibt sich SFD-Sportchef Thomas Beller ernüchtert. Zumal nun auch noch Torjäger Daniele Attorre die Sportfreunde verlassen hat (wir berichteten). Um die minimalen Chancen auf den Klassenerhalt zu wahren, zählen für die Dettinger am Sonntag im Abstiegsduell gegen den punktgleichen TSV RSK Esslingen nur drei Punkte.

Wesentlich bessere Stimmung herrscht auf der Alb. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt SGEH-Trainer Dieter Hiller, dessen Team seit drei Spielen ungeschlagen ist und in den kommenden Wochen die große Chance hat, den Tabellenkeller zu verlassen - zumal die Älbler drei Heimspiele in Folge vor der Brust haben. So weit will der Coach des Tabellenvierzehnten allerdings noch nicht denken: „Zunächst einmal gilt es, am Sonntag gegen Kuchen ein gutes Spiel zu machen“, betont Hiller, der immer noch mit der „gefühlten Niederlage“ in Deizisazu hadert - vergangenen Sonntag hatte sein Team in der Nachspielzeit einen fragwürdigen Elfmeter zum 2:2-Endstand kassiert. „Wir waren selber schuld, weil wir in der zweiten Halbzeit aufgehört hatten, Fußball zu spielen und die Bälle nur noch planlos nach vorne geschlagen haben“, grantelt Hiller. Gegen Kuchen am Sonntag muss er mit Tim Sternemann (privat verhindert) und Torwart Florian Zapf (Hüftprobleme) auf zwei Stammkräfte verzichten.

Mit 24 Punkten ist der TV Neidlingen als Tabellensechster momentan bester Teckverein der Liga - zur großen Freude von Spielertrainer Patrick Kölle: „Wir können jetzt befreit aufspielen“, sagt er vor dem Duell am Sonntag bei Spitzenreiter FC Frickenhausen, wo die Chancen auf ein Erfolgserlebnis gering sind - in den bisherigen sieben Heimspielen hat Landesliga-Absteiger FCF sechs Siege und ein Remis geholt. „Bei uns muss alles stimmen, und die Frickenhausener dürfen keinen Sahnetag erwischen, dann können wir für eine Überraschung sorgen“, meint Kölle, dem bis auf Steffen Kuch (Bänderriss) der komplette Kader zur Verfügung steht.

„Bippo“ unterstützt den Filius

Lokalrivale VfL Kirchheim bekommt derweil Verstärkung an der Seitenlinie. Da Trainer Michel Forzano wegen permanenter Personalnot immer wieder selbst mitspielen muss, wird sein Vater „Bippo“ ihn am Sonntag gemeinsam mit dem etatmäßigen Co-Trainer Kevin Milosevic unterstützen. „Wenn ich selber spiele, brauche ich einen erfahrenen Mann an der Seitenlinie“, sagt der VfL-Trainer, dem die Rolle als Spielertrainer - sieben Mal musste Forzano diese Saison schon ran - jedoch überhaupt nicht schmeckt: „Ich bin nicht zum VfL gekommen, um zu spielen. Mit ein Grund für meinen Wechsel vom AC Catania war, dass ich nur noch Trainer mache.“

In den letzten drei Spielen vor der Winterpause wollen die Teckstädter noch kräftig Punkte sammeln, um nicht weiter in den Tabellenkeller zu rutschen. Nach drei Niederlagen in Folge sind die „Blauen“ der Abstiegszone bereits ziemlich nahe gekommen. Im Heimspiel am Sonntag gegen den TV Nellingen soll die Negativserie beendet werden.

Momentan müssten vier Teams runter

Die Abstiegsfrage in der Bezirksliga richtet sich nach der Zahl der Vereine, die aus der Landesliga, Staffel 2 herunterkommen. Dort steht mit dem TSV Weilheim aktuell nur ein Kandidat auf einem Abstiegsplatz. Folge: In der Bezirksliga würde es im Moment vier Direktabsteiger geben. Jede weitere Mannschaft, die aus der Landesliga kommt, erhöht die Zahl der Absteiger in der Bezirksliga, um dort die Sollzahl von 16 Vereinen zu wahren.kdl

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