Fussball Bezirksliga

Dettinger machen sich nichts vor

Fußball-Bezirksliga Am Sonntagabend könnte der Abstieg der Sportfreunde in die Kreisliga A Gewissheit sein. Beim VfL dreht sich das Personalkarussell weiter. Von Max Pradler

Kurz vor dem Absturz: Den SF Dettingen um Gabriele Rizzo (rechts) droht am Sonntag der Abstieg.Foto: Genio Silviani
Kurz vor dem Absturz: Den SF Dettingen um Gabriele Rizzo (rechts) droht am Sonntag der Abstieg.Foto: Genio Silviani

Das letzte Fünkchen Hoffnung sieht so aus: Wenn die SF Dettingen in den restlichen drei Saisonspielen der Fußball-Bezirksliga mindestens sieben Zähler mehr holen als Konkurrent Denkendorf, und darüber hinaus aus der Landesliga maximal eine Mannschaft aus dem Bezirk Neckar/Fils absteigen sollte, dann stünden die Sportfreunde am Ende auf dem Relegationsplatz.

Rein theoretisch haben die SF Dettingen also zumindest noch minimale Chancen auf den Klassenerhalt. Dass dies aber keineswegs mehr als eine verspielte Rechnerei auf dem Papier ist, dessen ist sich SFD-Verteidiger Max Beller durchaus bewusst: „Wir machen uns nichts vor, wir sind zu 99 Prozent abgestiegen. Das merkt man aber auch im Training. Nach den fünf klaren Niederlagen zuletzt ist die Spannung weg.“

Dass es als Aufsteiger einzig und allein um den Klassenerhalt geht, war den Verantwortlichen schon vor der Saison klar. Überraschend kommt trotzdem der eindeutige Beleg dafür, wie schwerwiegend die Probleme der Sportfreunde über ein ganzes Jahr hinweg waren. Zur Verdeutlichung: An keinem Spieltag der Saison befanden sich die Dettinger am rettenden Ufer.

Nichtsdestotrotz zieht Beller aus dem verkorksten Jahr auch Positives: „Für viele junge Spieler war es das erste Jahr Bezirksliga. Jeder konnte somit Erfahrung sammeln und sich vielleicht das ein oder andere anschauen.“ Für die SFD geht es jetzt noch gegen Rechberghausen, Neckartailfingen und Esslingen. Die Devise dabei ist klar: „Wir wollen die Runde jetzt noch möglichst mit positiven Erinnerungen beenden“, hofft der 25-Jährige.

Schäfer zurück nach Notzingen

Die SGEH steht in der Rückrunde vor allem für eines - torreiche Begegnungen. In den bisherigen 13 Partien zappelte der Ball bei Spielen mit SGEH-Beteiligung bereits 70 Mal im Netz. Das macht im Schnitt 5,3 Tore pro Spiel. Auch Routinier Ingo Schäfer steuerte mit einem Dreierpack und zwei Vorlagen in den vergangenen Wochen zu diesem Spektakel bei. Die letzten drei Spiele werden für den 33-Jährigen nun allerdings zur Abschiedstournee: Schäfer wechselt nach der Saison zurück zu seinem Heimatverein TSV Notzingen, wo er einst mit dem Kicken begann. Dabei schließt sich für den Spielmacher dann auch ein Kreis. „Ich werde in Notzingen meine Laufbahn beenden. Wie lange ich noch spiele, entscheide ich aber spontan. Einige Jungs aus der jetzigen Mannschaft habe ich bereits in der Jugend trainiert“, freut sich Schäfer.

„Hinterlassen“ wolle er die SGEH in der Bezirksliga, dafür seien allerdings noch drei gute Auftritte nötig - auch wenn Schäfer selbst aufgrund einer Entzündung im Fuß momentan nicht auf dem Platz stehen kann. Am Sonntag jedenfalls fährt die SGEH als klarer Außenseiter zum Tabellendritten 1. FC Donzdorf. Ein Remis beim ehemaligen Verbandsligisten würde Schäfer sofort unterschreiben: „Die vergangenen Jahre haben wir dort immer eine Packung bekommen. Wir müssen defensiv spielen und dann mit schnellen Kontern Nadelstiche setzen.“

VfL mit drei Abgängen

Der VfL Kirchheim hingegen kann die Saison entspannt ausklingen lassen. Außer um Prestige und die Verteidigung von Platz sechs geht es für den VfL um nichts mehr. Das merke Trainer Michel Forzano momentan auch an der Trainingsbeteiligung, wie Abteilungsleiter Marc Butenuth bestätigt: „Wir haben Probleme, überhaupt eine Mannschaft aufstellen zu können. Trotzdem wollen wir die Spielzeit vernünftig zu Ende bringen.“

Im Hintergrund laufen die Planungen für kommende Saison jedoch weiterhin auf Hochtouren. Nachdem mit Nick Strohmaier, Jan Nagel und Raphael Maskow bereits drei hochkarätige Neuzugänge vorgestellt wurden (wir berichteten), verzeichnet der VfL nun auch die ersten Abgänge: Timo Mader und Simon Wahler wechseln im Doppelpack an die Lehenäcker zum TSV Jesingen, während es Jannik Raichle zum SV Nabern zieht. Ob die Kirchheimer ein weiteres Mal auf dem Transfermarkt zuschlagen werden, ist noch unklar. „Geplant ist nichts. Aber wir beobachten das Geschehen und sollte sich doch noch was Sinnvolles ergeben, werden wir handeln“, kündigt Butenuth an. Am Sonntag ist der VfL an der Hinteren Halde beim TSV Deizisau zu Gast.

Ähnlich wie den Kirchheimern ergeht es auch dem TV Neidlingen. Da der TVN zuletzt auf Rang elf abgerutscht ist, sollte in den letzten Spielen aber zumindest noch ein „Dreier“ her, um jegliche Restzweifel bezüglich des Klassenerhalts zu beseitigen. Vielleicht gelingt das ja schon übermorgen, wenn das Team um Spielertrainer Patrick Kölle die SGM TT Göppingen empfängt.

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