Fussball Bezirksliga

Die Sportfreunde senken den Kopf

Fußball-Bezirksliga Dettingen ergibt sich beim 0:6 gegen die SGEH in sein Schicksal – Starker VfL verliert mit 0:1.

In der Zange: Bezirksliga-Abstiegskandidat Dettingen (in Rot) fehlte am Sonntag gegen die SGEH alles, was man im Fußball für den
In der Zange: Bezirksliga-Abstiegskandidat Dettingen (in Rot) fehlte am Sonntag gegen die SGEH alles, was man im Fußball für den Überlebenskampf braucht.Foto: Genio Silviani

Dettingen. Die Sportfreunde Dettingen hissen die weiße Fahne. „Man hat den Eindruck, dass der eine oder andere den Kampf um den Klassenerhalt schon aufgegeben hat“, stöhnt ein deprimierter Abteilungsleiter Christian Renz nach der bitteren 0:6-Schlappe im Derby gegen die SG Erkenbrechtsweiler-Hochwang. Der Aufsteiger des Vorjahrs bot den eigenen Fans das Bild eines Wiederabsteigers. Kein Mumm, kein Widerstand, individuelle Fehler am laufenden Band - so gehen am Guckenrain die Lichter aus. Renz: „Wenn du dich so präsentierst, wirst du bestraft.“

Bestraft von einem Gegner, der von der ersten Minute konzen­triert zu Werke ging. Der Uhrzeiger hatte noch keine volle Umdrehung gemacht, da führte die SGEH schon mit 1:0. Kevin Rieke düpierte den Torwart mit einem eleganten Lupfer. Der frühe Dämpfer zeigte Wirkung. Dettingen war wie gelähmt, brachte bis zur Halbzeit (0:4) keine einzige Torchance zustande. Nach zwei weiteren Nackenschlägen nach der Pause ließen die Sportfreunde die Flügel endgültig hängen. Bei acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz ist die Hoffnung auf Rettung auf ein Minimum gesunken.

Die SGEH dagegen ist aus dem Gröbsten raus. Trainer Dieter Hiller kann trotzdem noch nicht entspannen: „Das wird in den restlichen Spielen noch ein heißer Tanz. Wenn morgen letzter Spieltag wäre, wäre ich etwas entspannter.“

Völlig entspannt könnte eigentlich der VfL Kirchheim sein. Die Mannschaft steht im gesicherten Mittelfeld, kann weder auf- noch absteigen. Trotzdem wollten es die „Blauen“ auch ohne die verletzten Samuel Bosler und Sasa Lukic in Rechberghausen wissen. Sie gingen mit Verve zur Sache, machten ein gutes Spiel und gingen dennoch als Verlierer vom Platz. Zwölf Minuten vor Schluss verpassten sie eine sogenannte Hundertprozentige zum Siegtreffer. Im Gegenzug übersah der Schiri eine Abseitsstellung und schon war es um den VfL geschehen. „Mir tut die Mannschaft leid. Sie hat wirklich guten Fußball gespielt“, meinte Abteilungsleiter Oliver Klingler.

Ein weiterer Wermutstropfen war die Knieverletzung von Tekin Sidal, der vom Platz getragen werden musste. Mittwoch im Pokal-Halbfinale gegen Aichwald wird er fehlen. Dagegen hofft der VfL, wieder auf Bosler und Lukic zurückgreifen zu können.

Neidlinger Hoch hält an

Auf einer kleinen Erfolgswelle schwimmt der TV Neidlingen. Dem überraschenden wie enorm wichtigen Sieg gegen Deizisau, der das Selbstvertrauen stärkte, folgte ein 3:2-Erfolg in Kuchen. Die Partie auf dem holprigen Rasen war kein spielerischer Leckerbissen. Aber egal: Neidlingen hat jetzt ein Sieben-Punkte-Polster zum Relegationsplatz, auf dem nun der FTSV Kuchen zittert.

Nach torloser erster Halbzeit schossen Spielertrainer Patrick Kölle mit seinem 19. Saisontreffer und Lukas Pflüger einen Zwei-Tore-Vorsprung heraus. Im Gegenzug prompt das 1:2, doch Pflüger stellte den alten Abstand wieder her - sein 14. Tor in dieser Runde. „Lukas hat ein richtig gutes Spiel gemacht“, lobte Kölle seinen Stürmer. Kuchen schlug ein zweites Mal zurück und warf in den letzten zehn Minuten alles nach vorn. Doch die Neidlinger Abwehr stand sicher, brachte den knappen Vorsprung über die Zeit. Grund genug für die Mannschaft, auf der Rückfahrt über die Alb beim „Löwen“-Wirt in Wiesensteig - er ist TV-Sponsor - einzukehren und auf die drei Punkte anzustoßen.Klaus Schlütter

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