Fussball Bezirksliga

Die Teckregion wird zur Problemzone

Fußball-Bezirksliga Weilheim, Neidlingen und der VfL Kirchheim hoffen auf bessere Tage. Nur die SGEH geht ohne Sorgen in den morgigen Spieltag. Von Reimund Elbe

Viele Chancen, kaum Tore - Der VfL steht sich in der Bezirksliga auf dem Weg nach oben zurzeit selbst im Weg.Foto: Genio Silvian
Viele Chancen, kaum Tore - Der VfL steht sich in der Bezirksliga auf dem Weg nach oben zurzeit selbst im Weg.Foto: Genio Silviani

Drei der vier Fußballklubs aus dem Teckrevier leiden schon kurz nach dem Saisonstart in der Bezirksliga an akuter Schwäche. Am Donnerstag-Spieltag hofft man in Kirchheim, Weilheim und Neidlingen auf Erlösung. Während alle drei Vereine nach Erfolgserlebnissen lechzen, räumt die Sportgemeinschaft Erkenbrechtsweiler/Hochwang fleißig Zähler ab. „Wir sind absolut im Soll mit den sechs Punkten aus drei Spielen“, betont SGEH-Spielführer Marc Weger vor der Auswärtspartie bei FC Donzdorf.

Bemerkenswert: Auf sechs unterschiedliche Schützen verteilen sich die elf Treffer. Die Unberechenbarkeit in der Offensive ist einer der Gründe für den Turbostart. „Die waren nach dem 3:0 wie im Rausch“, erinnert sich beispielsweise Neidlingens Spielertrainer Patrick Kölle mit Schrecken ans jüngste 2:7-Debakel auf der Schwäbischen Alb. Weger zieht aber nicht nur daraus Kraft vor dem morgigen Match in Donzdorf. Auch der 3:2-Sieg am 26. Mai dieses Jahres im Lautertal macht ihm Mut. „Wir haben da gezeigt, dass wir auf dem großen Donzdorfer Platz unser Spiel aufziehen können.“

Sechs Punkte? Die haben die restlichen drei Mannschaften aus der Teckregion bisher nicht einmal gemeinsam erreicht. Die Ungeduld wächst - auch bei VfL-Coach Michel Forzano. „Pfostenschüsse, der Torwart wird angeschossen, aus wenigen Meter wird der Ball am Tor vorbeigeschoben“ - Kirchheims Trainer kritisiert die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Gegen den FV Neuhausen setzt er weiterhin auf Offensive. „Jedem muss klar sein, dass wir dabei sind, den Anschluss zu verlieren, wenn wir das Spiel nicht gewinnen“, warnt er.

Der VfL Kirchheim benötigte zwei Spiele für einen Punkt, der TV Neidlingen gar deren drei. Was mit dem 1:1 in Neuhausen vielversprechend begann, sieht nach 2:12 Toren in den folgenden beiden Spielen inzwischen düster aus. TVN-Spielertrainer Patrick Kölle ist genervt von „krassen individuellen Fehlern“. Ein „Kopfproblem“, ist der Coach überzeugt. Vor der morgigen Partie gegen den bisher ungeschlagenen TSV Neckartailfingen saugt Kölle Mut aus der Statistik: „Seit unserem Wiederaufstieg haben wir gegen Neckartailfingen nicht verloren.“

„Bitte keine Slapstick-Tore mehr“

Selbstvertrauen ist etwas, das auch Weilheims Coach Benjamin Geiger aktuell vermisst. Zum Null-Punkte-Auftakt nach drei Partien kommt auch noch Verletzungspech. Fabio Brandner droht in der Heimpartie gegen den ebenfalls noch punktlosen FTSV Kuchen mit Leistenproblemen auszufallen. Nicht viel besser schaut es bei Angreifer Salih Egrlic aus, vergangenen Sonntag erst ein- dann verletzt wieder ausgewechselt. Der Angreifer zog sich einen Bluterguss im Knie zu. „Wenn wir verlieren, hängen wir vorerst hinten fest“, befürchtet Geiger. Des Trainers größter Wunsch gegen Kuchen: „Bitte keine Slapstick-Tore mehr wie beim 0:3 in Eislingen. Wir sollten uns Geschenke besser für Weihnachten aufbewahren.“

Vorerst kein Kölle-Comeback

Heiko Kölle galt beim Bezirksligisten TV Neidlingen als Abwehrstabilisator, präziser Spieleröffner, klarer Kommandogeber. Nach den jüngsten TVN-Defensivdesastern macht nun das Gerücht über ein mögliches Comeback die Runde. Sein Bruder nimmt aus der Geschichte nun die Luft raus. „Heiko hat immer gesagt, dass er in allerschlimmsten Notfällen einspringen kann. Diesen absoluten Notfall sehe ich allerdings trotz dieser zwei hohen Niederlagen nicht“, sagt Spielertrainer Patrick Kölle.

Sein Bruder habe die Entscheidung für den Rückzug aus privaten Gründen „aus Überzeugung getroffen“ und vertraue zudem den jüngeren Akteuren - zumal er in der vergangenen Saison in der Rückrunde acht Mal fehlte und das Team es gut hinbekam. Heiko Kölle war übrigens vergangenen Sonntag erstmals seit seinem Rücktritt wieder Zuschauer bei einem Punktspiel, litt beim 2:7 der Neidlinger gegen die SGEH von außen mit.rei

Anzeige