Fussball Bezirksliga

Fingerspitzengefühl ist gefragt

Fußball-Bezirksliga Der personell angeschlagene VfL ist bis zur Winterpause auf den eigenen Nachwuchs angewiesen. Dettinger suchen nach externer Verstärkung. Von Walter Rau

Am Ball bleiben: Marcel Helber und die „Blauen“ sind heiß auf Kuchen. Foto: Mirko Lehnen
Am Ball bleiben: Marcel Helber und die „Blauen“ sind heiß auf Kuchen. Foto: Mirko Lehnen

Die Halbzeit naht in der Fußball-Bezirksliga. Am vorletzten Spieltag der Vorrunde kämpfen mit den SF Dettingen und der SGEH zwei Teck-Clubs um den Anschluss ans hintere Mittelfeld, während sich mit dem VfL Kirchheim und dem TV Neidlingen die anderen beiden Vertreter aus der Region (noch) jenseits von Gut und Böse befinden.

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Personell angeschlagen taumelt der VfL der Winterpause entgegen. Ein ursprünglich 24 Mann starker Kader ist auf 14 zusammengeschrumpft. Pascal Herrmann, Yilmaz Caglar und David Srsa hörten bekanntlich wegen beruflichen Verhinderungen und Unzufriedenheiten über zu wenig Einsatzzeiten von heute auf morgen auf. Nik­las Weise war seit zwei Monaten nicht mehr im Training zu sehen. Mit ihm rechnet Kirchheims Trainer Michel Forzano genauso wenig, wie mit einem der sechs Langzeitverletzten. „Bei Jannik Raichle ist es nach einem Knorpelschaden im Knie überhaupt fraglich, ob er wieder kicken kann. Wir waren diese Woche ohne unsere A-Junioren teilweise nur noch zu neunt im Training“, klagt Forzano. Dennoch lobt er seine Mannschaft nach der 0:1-Niederlage gegen den Tabellenzweiten Deizisau. „Wir waren deutlich überlegen, da gab es außer dem Toreschießen kaum etwas zu verbessern.“

Für die letzten beiden Vorrundenspiele am Sonntag in Kuchen und danach gegen Nellingen fordert Forzano sechs Punkte. „Wir müssen das bis zur Winterpause irgendwie durchziehen. Wir befinden uns nach dem personellen Umbruch und den vielen Verletzten in einem Übergangsjahr und bauen für die kommende Spielzeit auf“, erklärt Forzano, zuletzt auch selbst vermehrt auf dem Platz als Spieler gefordert. Im Winter sollen neben der heiß ersehnten Rückkehr der rekonvaleszenten Spieler noch zwei bis drei Verstärkungen mit gestandenen Spielern her. Erste Gespräche laufen bereits. Bis dahin ist Fingerspitzengefühl im Austausch mit den eigenen A-Junioren gefragt, für die es in der Verbandsstaffel um eine Spitzenposition geht. In Kuchen ist Verstärkung von den eigenen Junioren freilich wieder notwendig, wenn die Blauen ihren zweiten Auswärtssieg anstreben. Der letzte Erfolg in der Fremde datiert vom ersten Spieltag in Neidlingen.

TVN spekuliert auf „Bonus-Spiel“

Eben jene Neidlinger liegen mittlerweile fast gleichauf mit dem VfL. Im Gegensatz zum großen Nachbarn ist der Kader gefestigt und komplett. Lediglich „Stamm-Sechser“ Steffen Kuch fällt mit einem Bänderriss im Sprunggelenk voraussichtlich bis Jahresende aus. „Das müssen und werden wir auffangen können. Die Niederlage in Göppingen haben wir schnell abgehakt. Jetzt müssen wir an die erfolgreichen Vorwochen anknüpfen“, konstatiert Neidlingens Spielertrainer Patrick Kölle. Wie sein Kollege Forzano fordert er im Heimspiel gegen Denkendorf einen „Dreier“. Der Abstand auf die Abstiegsränge wäre vergrößert, und zum Abschluss der Vorrunde würde „ein Bonusspiel gegen Primus Frickenhausen“ (Kölle) warten. Im Neidlinger Tor hat sich mittlerweile Christopher Gneiting etabliert, da die etatmäßige Nummer eins, Andreas Gienger, zur Polizeischule geht. Im Winter soll noch eine Nachwuchslösung als neue Nummer zwei verpflichtet werden.

Dettinger sehnen Pause herbei

Hier und da zwar einen Punkt geholt, so wie beim jüngsten 0:0 gegen Rechberghausen, aber die Sorgenfalten werden bei den Sportfreunden Dettingen nicht weniger. „Wir sind nach vorne einfach zu schwach. Nach dem Katastrophen-Start haben wir uns auf mäßigem Niveau stabilisiert. Der Punkt gegen Rechberghausen war ein Tropfen auf den heißen Stein. Jetzt ist ein Sieg in Neckartailfingen Pflicht. Bis zur Winterpause brauchen wir 15 bis 20 Punkte“, fordert SFD-Spielleiter Thomas Beller volle Konzentration auf das bevorstehende „Sechs-Punkte-Spiel“. Das Verletzungspech bleibt der Jaksche-Elf jedoch treu. „Im Lazarett ist es ein Kommen und Gehen. Wir müssen über den Kampf und eine gute Einstellung alles in die Waagschale werfen. Im Abstiegskampf entscheidet die Tagesform“, so Beller. Stürmer Daniele Attorre kann nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk bei diesem Unterfangen erst wieder im neuen Jahr mithelfen. Trotz der prekären Lage zieht die Mannschaft bisher geschlossen mit, die Trainingsbeteiligung ist hoch. Dennoch sollen im Winter drei bis vier Verstärkungen her, was jedoch ein „schwieriges Unterfangen“ (Beller) werden dürfte.

SGEH will Lauf fortsetzen

Eine schwierige Aufgabe hat auch die SGEH vor der Brust. Am Sonntag geht‘s zum heimstarken Tabellenzweiten TSV Deizisau. Den eigenen Erwartungen hinterherhinkend, stehen die Älbler im Jahresendspurt unter Zugzwang. Vier Punkte aus den letzten beiden Spielen, darunter das furiose Lastminute-Remis (3:3) gegen Donzdorf geben Grund zum Optimismus. „Die Stimmung im Training wird immer besser. Wir haben gegen Donzdorf bestanden und wollen unseren kleinen Lauf auch in Deizisau in Punkte umsetzen“, gibt sich Erkenbrechtsweilers kickender Pressewart Florian Lenuzza angriffslustig. Fehlen werden seiner Mannschaft Jonas Salcher (Muskelfaserriss) und Fabian Knöll (Bänderriss).