Fussball Bezirksliga

Fröhliches Wunschkonzert beim TVN

Fußball-Bezirksliga Während der Ligaverbleib der Neidlinger nach dem 3:2-Erfolg gegen Nellingen fast in trockenen Tüchern ist, versinken die SF Dettingen nach einer weiteren Pleite im Tal der Tränen. Von Reimund Elbe

Nicht aufzuhalten: Patrick Kölle (am Ball) und der TV Neidlingen schlagen Nellingen. Foto: Carsten Riedl
Nicht aufzuhalten: Patrick Kölle (am Ball) und der TV Neidlingen schlagen Nellingen. Foto: Carsten Riedl

Nervenspiele in der Fußball-Bezirksliga: An der Spitze strauchelte der einzige Frickenhausen-Verfolger TSV Köngen gegen den FTSV Kuchen (2:2), während Spitzenreiter FC Frickenhausen beim 9:1 gegen den Tabellenvorletzten TSV RSK Esslingen als erstes Team die 100-Tore-Marke knackte. Der TV Neidlingen verschafft sich per Heim-Zittersieg gegen den TV Nellingen ein gut gepolstertes Ruhekissen für den restlichen Rundenverlauf. Die Dettinger hingegen taumeln knallhart der Kreisliga A entgegen.

Zittern unterm Reußenstein

Wer behauptet denn, dass Fußball kein Wunschkonzert ist? Die Plattitüde führten nämlich gestern die Neidlinger Bezirksligakicker per 3:2 gegen den TV Nellingen ad absurdum. Das Erreichen der 40-Punkte-Marke galt bei den Gastgebern nämlich vor der Partie gegen den TV Nellingen als Traumziel und wichtigster Schritt zum Ligaverbleib. Das Ansinnen der TVN-Macher auf dem nachösterlichen Wunschzettel setzte das Team prompt um. Und das, obwohl sich Spielertrainer und Toptorjäger Patrick Kölle mit muskulärem Problem nicht hundertprozentig fit zeigte. Beim Tore erzielen hielt sich der Coach dezent zurück.

In einer turbulenten Anfangsphase kassierten die Gäste gegen mutige Neidlinger nicht nur drei Treffer, sondern zudem Mitte der ersten Halbzeit eine Rote Karte des Ex-VfL-Akteurs Emre Kalender wegen einer Tätlichkeit. „Die erste Halbzeit war unsere beste in der gesamten Rückrunde“, zeigte sich TVN-Abteilungsleiter Steffen Kuch voll des Lobes. Dass es die Gastgeber nach der Pause etwas lockerer angehen ließen, rächte sich fast noch. Zwei Dölker-Treffer in der Schlussphase sorgten für unnötigen Stress und leichtes Zittern beim heimischen Anhang. Die baldigen Ligaverbleib-Feierlichkeiten werden im Übrigen nicht zur Abschiedszeremonie für Heiko Kölle. Entgegen anderslautender Gerüchte (Wechsel zum TSV Bad Boll) bleibt der Routinier nach Vereinsangaben den Neidlingern erhalten. „Heiko wird aus familiären Gründen zwar in der nächsten Saison mit dem Fußball kürzertreten, aber der Pass bleibt uns“, stellte Kuch klar.

SGEH bleibt stabil

Ein Punkt, der zumindest ein wenig hilft - Sportgemeinschaft wie FC Rechberghausen. Durch die Niederlagen des TSV Denkendorf im Krimi gegen den FC Donzdorf (4:5) sowie des Kuchener Nichtsieges in Köngen (2:2) bleibt der Abstand in die Gefahrenzone für beide Teams stabil. Das Match in Hardtwaldstadion verzückte vor allem Freunde des Offensivfußballs. Nachdem die Gastgeber aus einem 0:1 ein 2:1 gemacht hatten, pulverisierte sich der SGEH-Vorsprung durch einen Rechberghausener Doppelschlag binnen fünf Minuten. Felix Hummel markierte in seinem drittletzten Heimspiel für die SGEH (wechselt zum Ligakonkurrenten VfL Kirchheim) das Unentschieden. „Auch wenn ich mir das Spiel grundsätzlich anders vorgestellt hätte, kann ich mit dem Punktgewinn durchaus leben“, bilanzierte Sportgemeinschaft-Trainer Dieter Hiller, zumal sich die Lage für die SGEH nicht verschlechterte.

Besonders die letzte Partie rückt langsam in den Fokus. Am 8. Juni gastiert das Alb-Team im Filstal beim FTSV Kuchen - derzeit auf dem Relegationsplatz sowie mit vier Zählern Rückstand auf die SGEH versehen. „Wenn wir in dieses Spiel mit vier Punkten Vorsprung gehen, haben wir alles richtig gemacht“, setzt Dieter Hiller die Marke für das Saisonfinale.

SFD-Desaster auf dem Wörth

Das Denkendorfer Drama hätte den Dettingern neuen Mut im Abstiegskampf verschaffen können. Der SFD-Tabellennachbar verlor in einer vogelwilden Partie nach Aufholjagd (1:3, 4:3) noch 4:5 gegen den FC Donzdorf. Die Dettinger nutzten die Steilvorlage aber nicht. Das 0:3 beim längst feststehenden Absteiger FV 09 Nürtingen setzte einen neuen Tiefpunkt für den Aufsteiger - ausgerechnet in einer Partie, die den Schlussspurt im Kampf um den Klassenerhalt einläuten sollte. „Es ist mega-enttäuschend“, stellte Trainer Robin Jaksche fest, der selbst verhindert war. Trotz des immer wahrscheinlicher werdenden Falls zurück in die Kreisliga A gibt sich der Coach bezüglich der SFD-Zukunft zuversichtlich. „Wir haben die Weichen frühzeitig gestellt, es gibt Zusagen von den meisten Spielern für die kommende Saison“, sagt er. Die Sportfreunde bleiben in der Tabelle sechs Punkte hinter dem Liga-Viertletzten TSV Denkendorf, zum (nach aktueller Konstellation) Relegationsplatz 13, belegt vom FTSV Kuchen, sind es gar deren neun.

Sidal-Verletzung schockt VfL

Ganz locker könnte der VfL Kirchheim die Runde ausklingen lassen. Beim 5:1 gegen den TSV Neckartailfingen ließen Michel Forzano und seine Mannen den Liga-Dino alt aussehen. Eine Woche nach dem Überraschungscoup gegen Tabellenführer FC Frickenhausen (3:3) blieb das Guillen-Team an der Jesinger Allee chancenlos. Doch die gute Stimmung an der Jesinger Allee zerstörte die Diagnose für „Sechser“ Tekin Sidal. Bei der Partie in Rechberghausen am linken Knie verletzt, erbrachten die Untersuchungen nun ein niederschmetterndes Ergebnis: Kreuzbandriss, Knorpel und Meniskus beschädigt. „Es ist so ziemlich alles kaputt, was im Knie kaputt sein kann, Tekin wird mindestens ein halbes Jahr ausfallen“, zeigt sich VfL-Spielertrainer Michel Forzano betroffen. Vergangenen Freitag wurde Sidal bereits operiert. Die Kirchheimer spielten gedanklich auch für den schwer Verletzten mit, pirschen sich aktuell nach dem 5:1 klammheimlich an den Tabellenfünften TV Nellingen heran.

„Unser Team hat aus einer guten Grundordnung agiert und einen ausgeprägten Siegeswillen gezeigt“, lobte Forzano. Im Laufe der Woche wollen die VfL-Verantwortlichen noch drei weitere Neuzugänge bekannt geben, „alle mit Spielerfahrung höher als Bezirksliga“, wie der Spielertrainer ankündigt.

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