Fussball Bezirksliga

Gleich zum Start gibt’s brisante Duelle

Fußball-Bezirksliga Am ersten Spieltag nach der Winterpause kann der VfL Kirchheim dem spielfreien Spitzenreiter aus Deizisau auf die Pelle rücken. Gleiches gilt für den viertplatzierten TSV Weilheim. Von Klaus Schlütter

Michel und Bippo Forzano wollen mit dem VfL vorne mitspielen. Foto: Markus Brändli
Michel und Bippo Forzano wollen mit dem VfL vorne mitspielen. Foto: Markus Brändli

Deizisau oder Kirchheim - eine dieser beiden Städte wird zur Saison 2020/21 auf der Landkarte der Fußball-Landesliga auftauchen. Zumindest glaubt das die Mehrzahl der eine Etage tiefer verantwortlichen Funktionäre vor Beginn der Restrückrunde am Wochenende: Spitzenreiter TSVD (35 Punkte) und Verfolger VfL (31 bei einem Spiel weniger) werden das Titelrennen in der Bezirksliga nach einhelliger Meinung unter sich ausmachen.

Aufstiegskandidat VfL Kirchheim trifft übermorgen auf den Tabellenfünften SpV 05 Nürtingen, dem Team von Ignace Didavi, Vater von VfB-Profi Daniel Didavi. Mit entscheidend für den Ausgang könnte sein, wer das Duell der beiden Torjäger Meksud Colic (VfL, 15 Treffer) gegen Nazifou Mamanzougou (SpV, 17) gewinnt. Im Hinspiel traf keiner von beiden. Die Folge: ein torloses Unentschieden. Diesmal soll für die „Blauen“ unbedingt ein Heimsieg her, um den Rückstand auf den spielfreien Spitzenreiter TSV Deizisau auf einen Punkt zu verringern.

VfL-Trainer Michel Forzano strahlt Optimismus aus: „Ich war mit unserer Vorbereitung sehr zufrieden. Wir haben keine Verletzten. Zuletzt waren 22 Mann im Training und alle haben voll mitgezogen. Das Weiterkommen im Bezirkspokal hat uns zusätzliches Selbstvertrauen gegeben.“ Er will mit seiner Truppe einfach nur „oben dran bleiben“, vermeidet aber standhaft, vom möglichen Aufstieg zu sprechen.

„Alles oder nichts“ in Weilheim

Der zweite Knaller des Spieltags steigt unter der Limburg zwischen dem viertplatzierten TSV Weilheim und dem Dritten, FC Eislingen. Für die Hausherren fast schon ein „Alles-oder-nichts“-Spiel. Bei sechs Zählern Rückstand auf Position eins hilft im Bestreben um eine Rückkehr in die Landesliga nur ein Heimsieg. „Ein Unentschieden bringt uns nicht weiter“, weiß Trainer Benjamin Geiger. „Wenn wir eine Aufstiegschance haben wollen, dann müssen wir die direkten Duelle mit den Mitbewerbern gewinnen.“

Hoffnung macht ihm die positive Einstellung der Akteure. Abteilungsleiter Paul Schrievers bestätigt: „Die Mannschaft ist enger zusammengerückt. Die Spieler haben erkannt, dass es nur gemeinsam geht. Nicht unbedingt schön, aber effektiv spielen ist gefragt.“

Sorgen bereiten allerdings die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle. Beim letzten von sieben Testspielen gegen Donzdorf (6:4) mussten fünf Akteure vorzeitig den Platz verlassen. Das bis dahin ohnehin schon auf zwölf Mann geschrumpfte Aufgebot war danach so dezimiert, dass für eine halbe Stunde sogar der Trainer selbst einspringen musste. Um die Gefahr zu minimieren, am Sonntag nicht auch noch das Coronavirus einzufangen, werden die Spieler zur Begrüßung auf das übliche Abklatschen verzichten und sich, wie gegen Donzdorf, in zwei Reihen aufstellen und applaudieren.

Derbyfieber in Neidlingen

Im scheinbar gesicherten Mittelfeld begegnen sich am Sonntag die beiden anderen Teckvereine - der TV Neidlingen als Siebter, die SGEH als Achter. Eigentlich spräche viel für ein Remis, wenn da nicht die schräge Bilanz dieser Duelle in den vergangenen drei Jahren wäre. Bis auf ein Remis hatten in den letzten fünf Vergleichen immer die „Älbler“ die Nase vorn, im Hinspiel gar mit 7:2. TVN-Spielertrainer Patrick Kölle weiß: „Der Gegner liegt uns nicht. Es wird Zeit, dass wir mal gewinnen.“ Auch, um das gesteckte Saisonziel zu erreichen: mindestens die Position verteidigen, möglichst noch ein, zwei Plätze gutmachen. „Platz fünf wäre das Maximum, für uns wie eine Meisterschaft.“

Ein einstelliger Tabellenplatz soll es am Ende auch für die SGEH sein. Dafür hat sie in der Winterpause mit Nicolas Allgaier, Daniel und Julian Deuschle vom TV Unterlenningen sowie Christian Dangel von der TG Kirchheim mächtig aufgerüstet. Ferner hat Trainer Dieter Hiller der Mannschaft mitgeteilt, entgegen seiner ursprünglichen Rücktrittsabsicht noch ein Jahr dranzuhängen.

Obwohl die Vorbereitung auf der Alb bei extremen Witte rungsbedingungen mit Regen und Schnee alles andere als optimal verlief und das Training teilweise in die Halle verlegt werden musste, rechnet Abwehrspieler und Pressesprecher Florian Lenuzza in Neidlingen mit einer „50-Prozent-Chance“.

Deizisau will rauf

Fünf Jahre ist es her, dass der TSV Deizisau aus der Fußball-Landesliga abgestiegen ist - geht es nach den Verantwortlichen an der Hinteren Halde, soll diese Durststrecke im Sommer beendet sein. „Das Team will, das Gremium will, der ganze Verein will“, macht Spielleiter Alexander Iglhaut keinen Hehl aus den Ambitionen des Tabellenführers. Die breite Brust kommt nicht von ungefähr, schließlich hat der TSVD seinen ärgsten Verfolger bereits zweimal geschlagen: Gegen den Tabellenzweiten VfL gewannen die Deizisauer Hin- und Rückspiel mit 2:1 und 3:1. tb

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