Fussball Bezirksliga

Hoffen auf den Bonus-Strohhalm

Fußball-Bezirksliga Die ungeklärte Situation beim Landesligisten Nafi Stuttgart stößt auch bei den abstiegsgefährdeten Teams der Teckregion auf Interesse. Von Reimund Elbe

Die SF Dettingen (rot) und die SGEH (blau) benötigen im Abstiegskampf dringend jeden Punkt. Foto: Genio Silviani
Die SF Dettingen (rot) und die SGEH (blau) benötigen im Abstiegskampf dringend jeden Punkt. Foto: Genio Silviani

Was Fußball-Landesligist Nafi Stuttgart mit der Bezirksliga Neckar/Fils zu tun hat? Bei genauer Begutachtung eine ganze Menge. Sollten sich nämlich die im Stuttgarter Raum immer intensiver kursierenden Gerüchte eines Nafi-Landesliga-Rückzugs bewahrheiten, könnte dies die Abstiegsfrage in der hiesigen Bezirksliga erheblich beeinflussen. Konkret: Die Chancen für den Landesliga-Verbleib des TSV Weilheim und TSV Bad Boll würden sich schlagartig weiter verbessern. Kommt folglich niemand von oben, wird Bezirksliga-Tabellenplatz 14 (aktuell belegt vom TSV Denkendorf, 28 Punkte) statt Nummer 13 zum Relegationsplatz. Die SF Dettingen (15.) bekommen nicht nur durch die Nafi-Rückzugsspekulationen einen Bonus-Strohhalm im Ligaverbleib-Kampf gereicht. Mit dem kommenden Gegner FV 09 Nürtingen steht dem Team von Robin Jaksche am Sonntag auf dem Wörth eine derart gebeutelte Mannschaft gegenüber, die in dieser Saison oftmals lediglich als Punktelieferant gilt.

Vor nicht einmal zwölf Monaten noch Landesligist, in wenigen Wochen wieder der Kreisliga A zugehörig: Der Fall des einstigen Erstamateurligisten, ab Sommer vom Ex-SGEH-Coach Georgios Karatailidis trainiert, steht definitiv fest. „Die letzten Saisonspiele werden die entscheidenden sein“, hatte SFD-Abteilungsleiter Christian Renz schon vor einigen Wochen bezüglich der nun beginnenden Duelle erklärt. Die SFD bekommen es im Restprogramm nämlich ausschließlich mit Mannschaften aus Mittelfeld oder Abstiegszone zu tun.

SGEH-Trainer Dieter Hiller hat die Nafi-Thematik ebenfalls zur Kenntnis genommen - mehr aber auch nicht. „Was sollen wir uns mit Spekulationen beschäftigen, wenn am Ende womöglich ein böses Erwachen folgt, falls sich die Gerüchte nicht bewahrheiten“, erklärt der Chefcoach. Das Konzentrieren aufs eigene Geschäft sei deutlich sinnvoller. Die SGEH wirkt aktuell alles andere als unkonzentriert, was der Trend beweist. Die Punkteausbeute in der Rückrunde ist mit 19 bereits jetzt schon größer als in der gesamten Vorrunde (15). Am Sonntag bietet das Heimspiel gegen den FC Rechberghausen gleich zwei Optionen: Per Sieg zöge die SGEH mit Gegner Rechberghausen (37 Zähler) gleich, des Weiteren brächte ein weiterer Dreier Luft zur direkt im Nacken sitzenden Konkurrenz FTSV Kuchen (beim Tabellenzweiten TSV Köngen) und TSV Denkendorf (gegen Donzdorf).

TVN würde Punkt mitnehmen

Der Tabellenzehnte TV Neidlingen hat die 40-Punkte-Marke im Visier. Gefördert wird der Optimismus durch die Siege in den vergangenen beiden Partien. „Wir können es“, sagt Patrick Kölle mit einem Augenzwinkern, bezogen auf eine erneut gemeisterte Ergebnis- und Leistungskrise. Ob der Spielertrainer gegen den TV Nellingen auf oder neben dem Platz steht, ist aber noch offen. Eine leichte Zerrung im Oberschenkel plage ihn, Patrick Kölle setzte mit dem aktiven Training unter der Woche aus. Zumindest ist Heiko Kölle wieder ins Lauftraining eingestiegen. Eine Option für das Match gegen den TV Nellingen sei er aber laut Trainer noch nicht. Ein Neidlinger Sieg wäre ein gewaltiger Schritt Richtung Ligaerhalt. Selbst ein Unentschieden würde Patrick Kölle „sofort unterschreiben“.

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