Fussball Bezirksliga

Kein Wochenende für Sieger: Teck-Trio patzt gleichzeitig

Bezirksligafußball TVN, SGEH und SFD im letzten Tabellendrittel angekommen und der VfL strickt am Kader 19/20

Bis zur Halbzeit verteidigte Dettingen noch das 0:0. Danach kassierten die Sportfreunde in Köngen noch zwei Treffer.Foto: Mirko
Bis zur Halbzeit verteidigte Dettingen noch das 0:0. Danach kassierten die Sportfreunde in Köngen noch zwei Treffer.Foto: Mirko Lehnen

Kirchheim. Drei gestern aktive Teck-Vereine - drei Niederlagen. Es ist eine frustrierende Bilanz für die Verantwortlichen in Neidlingen, Hochwang und Dettingen. Nicht weniger erschreckend ist der Blick auf die Tabelle: Alle drei Teams finden sich nun im hinteren Tabellendrittel wieder. Dennoch wird allenthalben in Optimismus gemacht.

Fuchsgrube kein gutes Pflaster

In Köngen, wo der jüngste Höhenflug der SF Dettingen zumindest dem Ergebnis nach (0:2) ein jähes Ende fand, war SFD-Fußballboss Christian Renz nicht unzufrieden: „Wir haben aus meiner Sicht ein super Spiel gemacht.“ Und das, obwohl die Sportfreunde mit Maximilian Beller und Coskun Isci schon nach 25 Minuten zwei Stammkräfte verletzungsbedingt ersetzen mussten. Dennoch stand die „Null“ zur Halbzeit.

Zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff holte sich SFD-Keeper Onur Cekic nach einer Notbremse außerhalb des Strafraums die Rote Karte ab. Mangels Ersatztorspieler musste Stürmer Robin Spranz zwischen die Pfosten und verdiente sich ein besonderes Lob von Christian Renz, der augenzwinkernd feststellte: „Ich glaube, der Robin hat sein Leben lang auf der falschen Position gespielt.“ Tatsächlich wurde jede Aktion des Notkeepers von der Bank mit Beifall belohnt. Unterm Strich konnte aber auch er den Sieg per Sonntagsschuss von Nico Hummel (59.) und einem Konter von Erik Edwardson (66.) nicht verhindern.

Es war gestern übrigens der erste Auftritt der Dettinger Sportfreunde in Köngen seit dem 12. Juni 2016. Damals verloren die Kicker aus der Schlossberggemeinde das erste Ausscheidungsspiel zur Relegation um den Aufstieg in die Bezirksliga gegen den FV Plochingen mit 0:3. Die Fuchsgrube scheint aus Dettinger Sicht nicht gerade ein fußballerisches Erfolgspflaster zu sein.

Wundenlecken bei der SGEH

Schlimmer als die Dettinger erwischte es gestern die SGEH. Bei Tabellenführer 1. FC Frickenhausen - vor Wochenfrist noch mit 1:5 vom VfL Kirchheim nach Hause geschickt - kamen die Älbler regelrecht unter die Räder. Die 1:7-Niederlage zeichnete sich nicht gleich von Beginn an ab. Dem 1:0 des Tabellenführers (1.) begegnete die SGEH noch mit dem schnellen Ausgleich durch Dennis Oswald (6.). Danach führten jedoch vier individuelle Fehler zum Pausenstand von 5:1 für den Ligaprimus. Kurz vor und nach dem Seitenwechsel musste die SGEH verletzungsbedingt gleich viermal wechseln - und das, obwohl Trainer Dieter Hiller schon quasi mit dem letzten Aufgebot angereist war. Am Ende brachte es die SGEH, so Pressesprecher Florian Lenuzza „ordentlich zu Ende.“ Niedergeschlagenheit können sich die Älbler nicht erlauben. Am Donnerstag taucht der Tabellenzweite TSV Köngen zum Nachholspiel in Hochwang auf. Florian Lenuzza: „Das wird dann sicher nicht leichter.“

TVN von frühen Toren geschockt

Eiskalt wurden gestern die Neidlinger erwischt. Tabellennachbar 1. FC Rechberghausen, gestern zu Gast unter dem Reußenstein, hatte durch Moubinou Saliou schon nach vier Zeigerumdrehungen zum ersten Mal zugeschlagen. Das 0:2 erledigte der Stürmer nach einer Viertelstunde. Danach, so der mitspielende Abteilungsleiter Steffen Kuch, „zeigten wir in der ersten Halbzeit viel zu wenig Leben, wir wirkten zeitweise wie tot.“ Nach dem Seitenwechsel zeigte die Kölle-Truppe zwar deutlich mehr Präsenz auf dem Platz, ohne jedoch zu zwingenden Chancen zu kommen. Kuch: „Wir hatten in der zweiten Halbzeit mehr Spielanteile aber im ganzen Spiel nur zwei, drei Chancen, mehr nicht.“ Der Neidlinger Offensivdrang wurde in der 75. Minute durch Marco Stölzle schließlich jäh gestoppt, als dem per Konter der 0:3-Endstand gelang. „Wir wissen jetzt“, da ist sich Kuch sicher, „dass wir nun voll im Abstiegskampf angekommen sind und Gas geben müssen.“

Kaderplanung beim VfL

Quasi „Ruhetag“ hatte gestern der VfL Kirchheim. Dennoch legt man an der Jesinger Allee nicht etwa die Hände in den Schoß. Vielmehr wird schon am Kader für die nächste Saison gebastelt. Oliver Klingler, mit dessen Namen die jüngste VfL-Erfolgsgeschichte eng verbunden ist, bestätigte, dass sowohl mit den aktuellen Spielern als auch mit Akteuren aus dem zurzeit erfolgreichen A-Junioren-Jahrgang die Verhandlungen für ein weiteres Engagement in Kirchheim aufgenommen wurden. Zudem ist der VfL, so Klingler weiter, an zwei erfahrenen Defensivkickern dran, die derzeit noch bei höherklassigen Vereinen spielen. Klingler: „Wir müssen den Altersmix ein wenig in Richtung Erfahrung verändern, um unser Ziel Landesliga nicht aus den Augen zu verlieren.“

Wer dann die Unterschrift unter den Spielerverträgen leistet, ist indes noch offen. Kurz vor oder nach Ostern, so die Planung, soll beim VfL die Abteilungsversammlung stattfinden und ein neu strukturierter Vorstand vorgestellt und gewählt werden. Klingler wird nach eigener Aussage weiter an Bord sein - in welcher Form ließ der ehemalige Oberligakicker aber noch offen.Helge Waider

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