Fussball Bezirksliga

Neidlinger hui, Dettinger pfui

Bezirksligafußball Der TVN ist bestes Team aus dem Teckquartett – SFD gehen mit 2:11 am Neckar baden.

Auf und davon: Fabian Latzko und die Neidlinger waren von den Denkendorfern nicht zu halten und feierten einen 4:1-Heimsieg. Fot
Auf und davon: Fabian Latzko und die Neidlinger waren von den Denkendorfern nicht zu halten und feierten einen 4:1-Heimsieg. Foto: Markus Brändli

Neidlingen. Wer hätte das gedacht? Nach 15 Spieltagen, fast der Hälfte der ganzen Saison, entpuppt sich der TV Neidlingen als beste der vier Teckmannschaften in der Fußball-Bezirksliga. „Eine Momentaufnahme, mehr nicht“, gibt sich Spielertrainer Patrick Kölle nach dem 4:1-Erfolg über den TSV Denkendorf bescheiden.

Nach dem schwachen Start in die Saison hat sich die Elf vom Reußenstein Spiel um Spiel gesteigert. Dem Ausrutscher in Göppingen folgte nun wieder eine überzeugende Leistung gegen den Neuling von den Fildern. „Denkendorf hat zu wenig für die Offensive getan, hatte im ganzen Spiel nur zwei Torchancen. Wir waren spielbestimmend, haben aber vielleicht ein Tor zu hoch gewonnen“, so Kölles Analyse. In der letzten halben Stunde kam den Neidlingern entgegen, dass die Gäste nach Gelb-Rot auf Friedrich Dunz verzichten mussten. Patrick Kölle trug zwei Treffer zum späten Sieg bei, sein Bruder Heiko und Lukas Pflüger waren je einmal erfolgreich. Am nächsten Wochenende geht’s mit frischem Mut zum FC Frickenhausen, der seinen Vorsprung an der Tabellenspitze mit einem 3:2-Sieg in Nellingen gegenüber Deizisau und Köngen auf acht Punkte ausbauen könnte.

SGEH ärgert sich über Schiri

Die beiden Verfolger des Spitzenreiters kamen in ihren Heimspielen über Unentschieden nicht hinaus. War das 1:1 von Köngen gegen Göppingen in der Fuchsgrube noch erwartungsgemäß, fiel das 2:2 von Deizisau gegen SGEH auf der Hinteren Halde etwas aus dem Rahmen. Fast wäre den Älblern sogar die Sensation gelungen - wenn Schiedsrichter Wilmar Rau aus Hechingen nicht etwas dagegen gehabt hätte. In der Nachspielzeit klärte Felix Hummel mit einem sauberen Tackling zur Ecke. Alle, auch die Platzherren, wunderten sich, als der Pfeifenmann auf den Elfmeterpunkt zeigte. Torwart Jürgen Rechner wehrte den Strafstoß ab, aber der Ball fiel Kevin Siekermann vor die Füße und es stand 2:2. Bitter für die Gäste nach einer 2:0-Führung durch Sascha Gökeler und Tim Sternemann. „Der Schiri hat uns den Sieg geklaut“, ärgerte sich der kickende SGOH-Pressewart Florian Lanuzza. Immerhin: Die Älbler blieben zum dritten Mal hintereinander ungeschlagen (ein Sieg, zwei Remis), stehen aber immer noch auf einem Abstiegsplatz.

VfL gibt Sieg aus der Hand

Die Verletzungsmisere beim VfL Kirchheim und der daraus resultierende Negativlauf machen Michel Forzano schwer zu schaffen. „Wir gingen durch Samuel Bosler in Führung, hatten das Spiel unter Kontrolle und dann fielen zwei Tore aus dem Nichts. Danach ging gar nichts mehr“, erregte sich der VfL-Spielertrainer nach der 1:2-Niederlage in Kuchen. Der Bruch in einem sonst ereignisarmen Spiel erfolgte kurz vor und kurz nach der Pause mit den beiden Treffern von Tom Vetter. Forzano: „Um nach einem Gegentor einen klaren Kopf zu behalten sind wir offenbar zu grün hinter den Ohren. In der Winterpause müssen wir uns unbedingt verstärken, wenn wir vorne ein Wörtchen mitreden wollen.“ In der Schlussphase bäumte sich der VfL noch einmal auf. „Da drängte Kirchheim vehement auf den Ausgleich, aber wir haben ihn mit vereinten Kräften verhindert“, stellte Kuchens Pressewart Julian Schmiedel mit einem Stoßseufzer fest.

SFD-Boss: „Alle haben versagt“

Die Pleite des Tages lieferten die SF Dettingen beim 2:11 gegen Neckartailfingen ab. Elf auf einen Streich, so eine Abfuhr haben die Sportfreunde in ihrer Bezirks- und Kreisligageschichte noch nie erlebt. Wie es dazu kam, ist allen Beteiligten ein Rätsel. Abteilungsleiter Christian Renz als Augenzeuge: „Unerklärlich! Ich bin sprachlos. Am liebsten wäre ich zuhause geblieben. Bei einem solchen Resultat ist es müßig, über Fehler einzelner Spieler zu reden. Alle haben versagt, von der Nummer eins bis 15.“ Mit hängenden Köpfen verließen die Spieler ganz schnell den Ort der Schande. Nochmal Renz mit Bitternis in der Stimme: „Klar, in welche Richtung es geht. Dazu braucht man nur auf die Tabelle zu schauen.“ Klaus Schlütter

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