Fussball Bezirksliga

Neidlinger pochen auf Revanche

Fußball-Bezirksliga Der TVN will im Derby dem Tabellenführer VfL Kirchheim ein Bein stellen. Die SGEH und der TSVW müssen gegen zwei starke Aufsteiger ran. Von Klaus Schlütter

Immer ein Bein dazwischen: Kapitän Marcel Helber (links) ist einer der Garanten für die starke Abwehrarbeit des VfL. Foto: Marku
Immer ein Bein dazwischen: Kapitän Marcel Helber (links) ist einer der Garanten für die starke Abwehrarbeit des VfL. Foto: Markus Brändli

Knisternde Spannung liegt über der Fußball-Bezirksliga: Seit Saisonbeginn liefert sich ein Trio ein munteres Bäumchen-wechsle-dich-Spiel an der Tabellenspitze. Erst dominierte der 1. FC Eislingen, nach acht Spieltagen lösten dann abwechselnd der TSV Deizisau und der VfL Kirchheim den Aufsteiger ab. Aktuell trennen nur zwei Punkte die drei Spitzenteams.

Am Sonntag steht der gerade erst zurückeroberte Spitzenplatz für die „Blauen“ in Neidlingen schon wieder auf dem Spiel. „Der VfL ist klarer Favorit, hat aber im Gegensatz zu uns etwas zu verlieren“, meint TVN-Spielertrainer Patrick Kölle und versichert: „Wir sind sehr motiviert und werden auf Sieg spielen.“ Eine Rechnung haben die Neidlinger jedenfalls offen: Vergangene Saison zog der VfL dem TVN gleich zweimal mit 5:1 das Fell über die Ohren.

Allerdings müssen die Gastgeber im Derby auf zwei wichtige Stützen verzichten. Torwart Christopher Gneiting wird erneut wegen einer Knochenabsplitterung im Finger von Neuzugang Pascal Greschner vertreten. Christian Kuch, Torschütze beim 1:1 in Rechberghausen, fehlt, weil er beim Oberligaspiel gegen die Stuttgarter Kickers im Fanshop des SSV Reutlingen jobben muss.

Dagegen kann Kölles Kollege Michel Forzano dieselbe Elf aufbieten, die zuletzt den TV Nellingen nach der Pause innerhalb von 18 Minuten mit 4:0 vom Platz fegte. Der zweifache Schütze Meksud Colic schraubte seine Bilanz auf zwölf Saisontore und rückte damit dem führenden Nürtinger Nazifou Mamanzougou (13 Treffer) dichter auf die Pelle. Überhaupt ist die Kirchheimer Tor- ausbeute mehr als beachtlich: 33 Mal hat‘s bei den bisherigen elf Gegnern geklingelt, was einem Schnitt von drei Toren pro Spiel entspricht. Und das, obwohl „die Gegner gegen uns extrem tief stehen, oft mit einer Fünferkette“, wie Forzano anmerkt. Fast noch bewundernswerter die saubere Abwehrarbeit seines Teams. Sieben Gegentreffer bedeuten den Spitzenwert in der Liga.

Einen Katzensprung weiter steigt ein Duell zweier Mannschaften im Aufwind. Der TSV Weilheim, seit fünf Spielen ungeschlagen, empfängt im Lindachstadion Liga-Neuling SPV 05 Nürtingen. Die Gäste haben ebenfalls fünfmal hintereinander nicht mehr verloren und sind dank dieser Erfolgsserie auf Rang vier vorgestoßen. TSVW-Abteilungsleiter Paul Schrievers ist mit der Entwicklung der jungen Weilheimer Mannschaft (Durchschnittsalter 21) sehr zufrieden: „Nach unserem Umbruch wächst langsam etwas zusammen - auch neben dem Platz. Da steckt noch viel Potenzial drin.“

Sicher ist: Nach dem 3:2-Paukenschlag in Deizisau werden die Gastgeber mit breiter Brust auflaufen und auf Sieg spielen. Doch Vorsicht ist geboten. Der Abstand zu Abstiegs-Relegationsplatz 13 beträgt nur vier Punkte. Zu wenig, um jetzt schon befreit aufatmen zu können.

„Jeder hat Scheiße gebaut“

In Erkenbrechtsweiler ist nach der 3:6-Klatsche gegen Neckartailfingen Wunden lecken angesagt. „Wir haben die Tore zu einfach hergeschenkt. Ich hoffe, das war ein einmaliger Ausrutscher“, sagt Abteilungsleiter Sven Laderer. SGEH-Trainer Dieter Hiller hat sich derweil immer noch nicht beruhigt: „Das war eine indiskutable Leistung. Es hat an allen Belangen gefehlt, vor allem an der Laufbereitschaft. Jeder hat Scheiße gebaut. Bis dahin war‘s aber eine gute Runde.“

Doch selbst mit einer Leistungssteigerung wäre beim FC Eislingen, der sich nach einer Formkrise wieder gefangen hat, nicht unbedingt ein Erfolgserlebnis zu erwarten. Zumal bei der SGEH vier Stammspieler angeschlagen sind. Immerhin ein Hoffnungsträger kehrt zurück: Dennis Oswald hat seine sechswöchige Rotsperre abgesessen und dürfte mit seiner Schnelligkeit im Verbund mit Kevin Rieke (bisher 12 Treffer) wieder für mehr Torgefahr sorgen. Vielleicht hilft auch die Erinnerung an das letzte erfolgreiche Spiel in Eislingen. Vor fast auf den Tag genau zwei Jahren gewannen die Älbler mit 3:2.

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