Fussball Bezirksliga

Neidlinger zu grün hinter den Ohren

Fußball-Bezirksliga Der TVN muss zuhause eine deutliche 2:5-Klatsche gegen Neuhausen hinnehmen. Besser machte es die SGEH, die in allerletzter Minute mit 2:1 bei den heimstarken Göppingern siegten. Von Klaus Schlütter

Meist einen Schritt zu langsam: Der TV Neidlingen mit Steffen Mohoric (blaues Trikot) verliert gegen Neuhausen mit 2:5.Foto: Mar
Meist einen Schritt zu langsam: Der TV Neidlingen mit Steffen Mohoric (blaues Trikot) verliert gegen Neuhausen mit 2:5.Foto: Markus Brändli

Die SG Erkenbrechtsweiler/Hochwang, abstiegsbedrohter Außenseiter, hat für die Überraschung schlechthin am 20. Spieltag der Bezirksliga Neckar/Fils gesorgt. Beim heimstarken Tabellenfünften SGM T/T Göppingen gewann die Mannschaft von der Schwäbischen Alb mit 2:1. „Der Sieg war mehr als verdient“, betonte Trainer Dieter Hiller.

Dabei begann alles wie erwartet: Göppingen markierte mit dem ersten Schuss aufs Tor den Führungstreffer. Doch die junge SGEH-Truppe ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und hielt bis zur Pause erfolgreich dagegen. Nach dem Wechsel machte sie mehr Druck und kam zu guten Chancen, zumal sich die Platzherren durch eine Gelb-Rote und eine Rote Karte selber auf neun Mann reduzierten. Hakan Demir und Kevin Rieke drehten das Spiel für die Gäste. Die drei Punkte könnten im Kampf ums Überleben noch einmal Gold wert sein.

Hiller war nach Spielende happy: „Endlich hat sich die Mannschaft für eine sehr gute Vorbereitung belohnt. Göppingen war bisher immer einer unserer Angstgegner, aber wir wollten diesmal den Sieg einfach mehr.“

Dettinger mit Rückschlag

Robbte sich die SEGH mit dem unerwarteten Erfolg dicht ans untere Mittelfeld heran, verloren die Sportfreunde Dettingen nach dem Stimmungsaufheller vorige Woche gegen Kuchen (5:2) durch eine 1:3-Schlappe in Nellingen schnell wieder den Kontakt nach oben. Trainer Robin Jaksche rechnet sogar fast mit dem Schlimmsten: „Wir hatten uns auf den Fildern etwas ausgerechnet. Aber nach dieser Niederlage ist es schon fast unmöglich, die Klasse zu halten.“

Im ersten Spielabschnitt sah alles noch positiv aus. Doch in der zweiten Halbzeit baute Dettingen immer mehr ab. Kleine Fehler addierten sich, der Faden ging verloren und die Niederlage war die logische Folge. Dabei spielte Nellingen auch nicht gerade überzeugend.

Eines ist sicher: Sollten die Sportfreunde absteigen, wird das Trainerduo Robin Jaksche und Coscun Isci alles daransetzen, die Truppe gleich wieder in die Bezirksliga zurückzuführen. „Wir haben der Vereinsleitung zugesagt, dass wir beide weitermachen“, sagt Jaksche und fügt gleich hinzu: „Vielleicht haben wir ja in der nächsten Saison nicht so viele Verletzte wie in dieser.“

Klaus Schipke bald in Denkendorf

Wenigstens einen Punkt erkämpfte sich der VfL Kirchheim beim TSV Denkendorf, einem weiteren Kellerkind. „Ein gerechtes Unentschieden in einem weniger guten Spiel“, urteilte Co-Trainer Kevin Milosevic. Das allerdings erst in der Nachspielzeit gesichert wurde. Timo Mader köpfte eine Flanke von rechts über den Torwart hinweg zum 4:4 in die Maschen.

Der VfL ging rasch in Front, ließ sich dann aber einlullen und lag plötzlich 1:3 im Rückstand. Gut, dass die Moral stimmte. Milosevic: „Wir haben das 3:3 gemacht, waren voller Euphorie und dachten, jetzt drehen wir das Spiel.“ Denkste! In einer turbulenten Schlussphase retteten die Blauen wenigstens einen Punkt, mit dem sie ihren zehnten Tabellenplatz verteidigten.

Im Gegensatz zu Dettingen steht in Denkendorf, egal ob bei Abstieg oder Klassenerhalt, ein Trainerwechsel zur neuen Saison bevor. Thorsten „Schölle“ Schöllkopf hört aus privaten Gründen auf. Nachfolger wird mit Klaus Schipke, stellvertretender Schulleiter am Otto-Hahn-Gymnasium in Nellingen, ein alter Bekannter. Er machte sich als Zuschauer gestern schon ein Bild vor seiner künftigen Mannschaft.

„Wir waren heute viel zu grün hinter den Ohren“, meinte Neidlingens Spielertrainer Patrick Kölle nach der 2:5-Heimpleite gegen Neuhausen. „Der Gegner war erfahrener, in den Zweikämpfen einfach cleverer.“ Zur Pause lagen die Hausherren trotz Rückenwind schon 0:2 zurück. Als kurz nach Wiederanpfiff auch noch das dritte Gegentor fiel, war die Partie so gut wie entschieden. Lukas Pflüger sorgte für ein bisschen Ergebniskosmetik.

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