Fussball Bezirksliga

Weit entfernt im Lautertal

Bezirksliga-Szene Dem VfL Kirchheim fehlt es beim 2:4 in Donzdorf an Erfahrung auf dem Rasen. Dem TV Neidlingen und der SGEH gelingen jeweils wichtige Siege. Von Helge Waider

Auch wenn Köngens Michael Rüttinger sich in diesem Zweikampf durchsetzt, am Ende feierte Neidlingen ein 3:1.Foto: Markus Brändli
Auch wenn Köngens Michael Rüttinger sich in diesem Zweikampf durchsetzt, am Ende feierte Neidlingen ein 3:1.Foto: Markus Brändli

Sieben Spiele ohne Niederlage standen beim VfL Kirchheim zuletzt auf der Habenseite. Gestern war im Lautertal-Stadion Endstation für die Serientäter von der Jesinger Allee. Sowohl die gesperrten Ben Brenken und Andreas Elsässer als auch die verletzten Timo Mader und Dominik Cseri waren an diesem Tag nicht zu ersetzen. Statt dessen waren mit Tim Mank, Jan-Luca Schlauer und Lukas Schreiber gleich drei aktuelle A-Junioren mit von der Partie. Das Durchschnittsalter sank damit auf 21,8 Jahre.

Die Youngster machten ihre Sache zwar ordentlich, aber gegen die erfahrenen Donzdorfer nicht gut genug. Vor allem in der ersten Halbzeit gab es kaum nennenswerte Torchancen für den VfL - dafür aber des öfteren Konfusion vor dem eigenen Gehäuse, was letztlich zum 2:0-Pausenstand für die Hausherren führte. Nach dem Seitenwechsel konnten die Kirchheimer die Partie zunächst offener gestalten, kamen durch Sascha Flegel gar zum Anschlusstreffer. Doch eine zehnminütige Schwächephase, in welcher der VfL zwei weitere Treffer kassierte, machte die aufkeimende Hoffnung zunichte. VfL-Boss Oliver Klingler (42), gestern morgen noch Finisher beim Käppelelauf und gestern Nachmittag als Back-up auf der Kirchheimer Ersatzbank, sah den Tatsachen ins Auge: „Der unbedingte Wille fehlte heute bei uns. Wir waren weit entfernt von einem Sieg.“ Warum die Ersatzbank trotz einer gestern spiel- und trainingsfreien A-Juniorenmannschaft so spärlich besetzt war, bleibt das Geheimnis des VfL.

Deutlich erfolgreicher war gestern die SGEH. Die auf den Kunstrasenplatz in Wäldenbronn verlegte Partie gegen den TSV RSK Esslingen hatten die Älbler über weite Strecken fest im Griff. Pressesprecher Florian Lenuzza: „Wir sind den Kunstrasen zwar nicht gewöhnt, er kommt unserem Kurzpassspiel aber entgegen.“ Nur eine schwache Viertelstunde, als die Esslinger den Anschlusstreffer zum 1:2 markierten, sorgte kurz für etwas Schnappatmung auf der SGEH-Bank. Felix Hummel sorgte aber zügig für Entspannung, als er kurz vor der Pause das 1:3 auf dem Fuß hatte, das Leder jedoch nur an die Unterlatte semmelte. Nach dem Seitenwechsel ließ sich die Hiller-Truppe die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und schaukelte den verdienten 4:2-Sieg nach Hause.

Neidlinger Kabinenparty

Völlig gelöst war nach dem 3:1 gegen Landesliga-Absteiger TSV Köngen auch die Stimmung in Neidlingen. Spieler Steffen Kuch augenzwinkernd: „Die Kabinenparty könnte aufgrund des Brückentages etwas länger dauern.“ Zuvor hatten die Neidlinger vor einer sehenswerten Zuschauerkulisse eine Topleistung gezeigt. Der verdienten Führung folgte eine längere Druckphase der Köngener, allerdings ohne Ergebnis. Nach der Pause sorgte ein kurzer Aufreger für Stimmung, als die Gäste einen Foulelfmeter einforderten, Schiedsrichter Eduard Rupp jedoch unnachgiebig war. Es war wohl eine Konzessionsentscheidung, nachdem der Referee auch den Neidlingern zu Beginn einen Strafstoß verweigert hatte. Für Probleme auf der rechten Neidlinger Abwehrseite sorgte nach der Halbzeit der eingewechselte Michael Schweizer. Der einstige Kirchheimer ist nach absolvierter Steuerberater-Prüfung erst seit drei Wochen wieder im Training. Den Ausgleich durch Sven Römer (56.) „reparierte“ Lukas Pflüger postwendend, ehe Coach Patrick Kölle per Konter das 3:1 erzielte.

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