Fussball Kreisliga A

Der TVU hat das Momentum auf seiner Seite

Kreisliga Unterlenningen will den siebten Sieg in Folge – Björn Kluger ist mit dem Start in Schlaitdorf zufrieden.

Die Unterlenninger haben allen Grund zum Jubeln. Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Im Sport ist das Momentum jener oft unmerkliche Augenblick, in dem man wieder an sich glaubt, ab dem alles auf einmal wie geschmiert läuft. Dann, wenn plötzlich alles eine enorm positive Eigendynamik annimmt. Dieser Begriff beschreibt aktuell treffend die Situation des abstiegsbedrohten TV Unterlenningen in der Fußball-Kreisliga A.

Anfang Dezember schien das Team vom Bühl - zumindest auf dem Papier - mit gerade einmal zehn Punkten schon so gut wie abgestiegen. Doch dann kam die Wende in Altdorf: Nach einem frühen 0:2-Rückstand drehte das Team um Trainer Klaus Müller die Partie kurz vor Ende noch in einen 4:2-Auswärtssieg. Seitdem läuft‘s rund: Sechs Siege am Stück mit einem Torverhältnis von 21:14. In der Rückrundentabelle bedeutet dies Platz eins für den TVU. Woran das liegt, macht Leistungsträger Timo Stümpflen vor allem an einem Punkt fest: „Wir können jetzt endlich personell aus dem Vollen schöpfen, und dann sind wir vom Kader her in der Liga auch eine überdurchschnittlich gute Mannschaft.“

Am Sonntag empfängt der TVU den TSV Oberboihingen. Die Erfolgsgeschichte soll anhalten, denn noch stecken die Unterlenninger mitten im Abstiegskampf. „Die nächsten zwei Spiele sind richtungsweisend. Entweder wir setzen uns im Mittelfeld fest, oder wir kämpfen bis zum Schluss um den Klassenerhalt“, vermutet Stümpflen.

Ebenfalls gut läuft es momentan für den TSV Jesingen: Nach einer beschwerlichen Vorrunde hat sich das Team des Trainerduos Danell Stumpe und Gaetano Caruana inzwischen gefangen. Am vergangenen Spieltag wurde sogar der Tabellenzweite TB Neckarhausen mit 1:0 geschlagen. „Das hat uns gezeigt, dass wir mit den Top-Teams der Liga nicht nur mithalten können - wir waren sogar klar überlegen“, sagt Jesingens Neuzugang Nick Wongkaew selbstbewusst. Am Sonntag geht es für die „Gerstenklopfer“ zum abstiegsgefährdeten TSV Ötlingen. Mit einem weiteren „Dreier“ könnte sich der TSVJ erstmals in der laufenden Saison im oberen Tabellendrittel festsetzen. Für Wongkaew nur ein Fingerzeig, was an den Lehenäckern langfristig noch alles möglich ist. „Wir haben im Vergleich zu den Konkurrenten unfassbar viel Potenzial. Nicht nur im Team, sondern auch im ganzen Verein. Wenn wir so weitermachen, peilen wir nächste Saison ganz klar den Aufstieg in die Bezirksliga an“, so der 27-Jährige.

Schlaitdorf liegt im Soll

Eine erfolgreiche Kennenlernphase erlebt zurzeit Björn Kluger: Der ehemalige Coach der Weilheimer Frauenmannschaft trainiert seit der Winterpause die Spvgg Germania Schlaitdorf. Eine größere Anlaufzeit war trotz eineinhalbjähriger Abstinenz im Fußballgeschäft nicht nötig. „Der Verein ist sehr offen und familiär. Deshalb habe mich direkt wohlgefühlt und konnte gut arbeiten“, sagt Kluger zufrieden.

Im neuen Jahr sind die Schlaitdorfer mit zehn Punkten aus fünf Spielen voll im Soll und liegen damit näher am Aufstiegs- als am Abstiegsrelegationsplatz. Und das, obwohl der Kader nach den vereinsinternen Unstimmigkeiten und den daraus folgenden Abgängen im Dezember nun deutlich kleiner ist. Trotzdem geht der Blick in der Tabelle vor dem Knaller am Sonntag beim ungeschlagenen Tabellenführer SPV 05 Nürtingen demütig nach unten. „Wenn wir da was holen, wären es Bonuspunkte. Die Mission für uns ist klar, es geht nur um den Klassenerhalt“, bekundet Kluger. Vom Ligaverbleib abhängig ist auch die Zukunft des 36-Jährigen. „Wir haben vereinbart, dass wir erst über die kommende Saison reden, wenn der Klassenerhalt sicher ist.“ Die Vorzeichen stehen jedenfalls gut: Momentan liegt die Sportvereinigung zehn Punkte über dem Strich.

Außerdem empfängt Schlusslicht AC Catania Kirchheim den Aufstiegsaspiranten TSV Grafenberg, während der SV Nabern gegen den TSV Grötzingen ran muss.Max Carlo Pradler

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