Fussball Kreisliga A

Dicker Dämpfer für die SF Dettingen

Kreisliga A2 Während die Kadrija-Mannschaft in Harthausen unter die Räder kommt, feiert der TSV Weilheim II den ersten Sieg seit fast einem Jahr. Von Helge Waider

Führte die Naberner mit einem Doppelpack zum Sieg: Tim Lämmle (rechts). Foto: Carsten Riedl
Führte die Naberner mit einem Doppelpack zum Sieg: Tim Lämmle (rechts). Foto: Carsten Riedl

Die Fußball-Kreisliga A zeigt sich einmal mehr kunterbunt: Vermeintlich sichere Sieger gehen leer aus, während vermeintlich schwächere Mannschaften für Furore sorgen. Gestern spielten die vier Teckvertreter einmal mehr Hauptrollen - wenn auch nicht immer mit glücklichem Ende. Schmerzhaft wurde es in erster Linie für die SF Dettingen. Nach den ersten beiden Wochen noch Tabellenführer, wurden sie nach der empfindlichen 0:3-Niederlage in Harthausen vom TSV Linsenhofen abgelöst - der allerdings auch ein Spiel mehr auf dem Konto hat.

Abgezockte Filderstädter

„Nach 40 Sekunden sind wir dem Spiel nur noch hinterher gelaufen“, ließ SFD-Coach Nebih Kadrija nach dem Schlusspfiff die Partie noch einmal Revue passieren und legte nach: „Die Harthausener haben eine ganz abgezockte Mannschaft“. Fakt ist: Nach einer knappen Minute lagen die Dettinger bereits 0:1 zurück. Danach war es gegen die erfahrenen Filderstädter ganz schwierig ins Spiel zu finden - zumal mit Xhema Avdijaj, Robert Lukowski und Yannick Frick drei Stammkräfte fehlten. „Sowas kann ich nicht kompensieren. Wir hatten überwiegend Kreisliga-B-Spieler im Einsatz“, klärt der Trainer auf. Am Ende ging das 0:3 aus Dettinger Sicht in Ordnung - auch wenn die Sportfreunde immer mal wieder dran waren. Nebih Kadrija klärt auf: „Wir sind noch im Lernprozess und unser Anspruch ist es nicht, Tabellenführer zu sein. Ein einstelliger Platz ist völlig in Ordnung.“

Erster Sieg seit fast einem Jahr

Völlig losgelöst waren die Akteure des TSV Weilheim II, denn die Partie gegen Türkspor Nürtingen 1973 sorgte für einen Paukenschlag. Der Bezirksligareserve, die dem Kreisliga-B-Abstieg nur aufgrund der Corona-Pandemie entgangen war, gelang der erste Punktspielsieg seit dem 6. Oktober 2019 - und das in urlaubsbedingter Abwesenheit von Coach Robert Walter und Spielleiter Joachim Wiest. An der Seitenlinie stand gestern mit Uwe Heth ein Funktionär und ehemaliger Oberligaspieler, der die im Schnitt gerade mal 21,6 Jahre junge Mannschaft coachte. Am Sieg gab es laut TSVW-Fußballboss Ridvan Halimi nichts zu deuteln: „Das war hochverdient und wir hätten in der ersten Halbzeit eigentlich schon 5:0 führen müssen.“ Goalgetter Haris Seferovic beließ es jedoch beim 2:0. Nach dem Seitenwechsel begannen die Gäste stärker und kamen zum Anschlusstreffer, der auch gleichzeitig das Endresultat bedeutete. Nach 20 Minuten Sturm und Drang hatten die Weilheimer die Partie wieder im Griff und freuten sich über den Sieg. Ridvan Halimi: „Ich hatte heute nie das Gefühl, dass wir verlieren könnten.“.

TG besiegt sich selbst

Nicht gerade vom Glück verfolgt war gestern die Turngemeinde Kirchheim, die in der Partie gegen den TSV Linsenhofen durch zwei Treffer von Tiago Santos Araujo zwar schnell 2:0 in Führung gegangen war, dann jedoch unaufmerksam wurde. Ein zu kurzer Rückpass zum Torspieler leitete den ersten Gegentreffer ein. „Danach“, meint TG-Abteilungsleiter Florian Kretzschmar knallhart, „haben wir uns einfach dämlich angestellt“. Noch vor der Pause gelang den Gästen der Ausgleich und in der eigentlich ausgeglichenen zweiten Halbzeit der 3:2-Siegtreffer. Da half auch die Saisonpremiere von TG-Platzsprecher Claus „Yeti“ Stephan nichts. Fußballboss Kretzschmar steckt dennoch den Kopf nicht in den Sand: „Wir glauben an uns und sind davon überzeugt, dass wir noch stärker werden.“

Chancenplus als Sieggarant

Den zweiten Sieg in Folge verbuchte der SV Nabern: Vor Wochenfrist noch 2:1-Überraschungssieger beim TSV Oberboihingen, bestätigten die Grün-Weißen die starke Leistung mit einem 2:0-Heimsieg gegen den TV Bempflingen. Nach einer durchschnittlichen Leistung in der ersten Halbzeit erspielte sich die Elf vom Oberen Wasen mit einer disziplinierten Leistung ein Chancenplus und stellte damit den Sieg durch zwei Treffer von Tim Lämmle (26., 70.) sicher. Coach und Torspieler Marcel Geismann freute sich: „Wir hatten heute den Fokus auf den Defensivbereich gelegt und wollten ohne Gegentor durchkommen. Das ist gelungen.“ Tatsächlich hatten die Gäste während der gesamten Partie lediglich zwei Torchancen. Dementsprechend im Freudentaumel war auch Axel Maier. Der Sportliche Leiter des SVN weilt derzeit im Urlaub am Gardasee: „Die letzten beiden Spiele habe ich verpasst. Beide wurden gewonnen. Die brauchen mich wohl gar nicht mehr.“

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