Fussball Kreisliga A

Die Suche nach dem guten Geschmack

Kreisliga A Derbysieger Dettingen will den gelungenen Start mit einem Heimsieg veredeln.

Emrah Polat - hier noch im Trikot des TSV Weilheim - schnürt seine Kickstiefel seit kurzem für den TSV Oberboihingen.Archiv-Bild
Emrah Polat - hier noch im Trikot des TSV Weilheim - schnürt seine Kickstiefel seit kurzem für den TSV Oberboihingen. Archiv-Bild: Ralf Just

Kirchheim. Erst am Mittwoch­abend hat Nebih Kadrija noch in der ­alten Heimat vorbeigeschaut. An der Hohenstaufenstraße wurde der 34-Jährige am trainingsfreien Tag Augenzeuge eines überzeugenden 4:1 seines Ex-Klubs SV Göppingen in der Oberliga-Partie gegen Nöttingen. Tags zuvor hatte der Dettinger Spielertrainer seine Kreisliga-A-Kickerkollegen zu einer schweißtreibenden Übungseinheit gebeten. „Trotz unseres 6:0 in Nabern gab es fürs Team Grundlagentraining. Dies halte ich auch noch in der Anfangsphase einer Runde für wichtig“, erklärte Kadrija. Läuferisch sollen die Sportfreunde immer einen Tick besser sein als der jeweilige Kontrahent - so jedenfalls der Wunsch des SFD-Trainers.

Gegen den TSV Altdorf ­dürfte bei der morgigen Heimspiel­pre­miere neben Ausdauer und Sprintfähigkeit zudem Körperlichkeit gefragt sein. Der Gegner startete mit einem 4:0-Erfolg gegen den FV 09 Nürtingen fast so spektakulär in die Saison wie die SFD. „Angesichts von womöglich sehr vielen Absteigern müssen diese Trümpfe stechen“, sagt Altdorfs Pressekoordinator Florian Jung. Dabei sortiert sich der TSVA aktuell neu, nachdem Trainer Sascha Strähle (Co-Trainer beim Landesligisten TSV Köngen) sowie mehr als ein halbes Dutzend Spieler adieu sagten.

Sportfreunde-Coach Kadrija hat den guten Start des Konkurrenten zur Kenntnis genommen. „Der Sieg gegen Nabern kann erst durch einen Sieg gegen Altdorf einen guten Geschmack bekommen“, weiß der 34-Jährige.

Bitterstoffe enthielt dagegen das 0:6 für Derbyverlierer SV ­Nabern. Axel Maier, Sportlicher Leiter des SVN, war sogar noch einige Tage später perplex: „Das Team war noch nicht im Wettbewerbs­modus.“ Beim kommenden Gegner blieb das Debakel der Naberner nicht unbemerkt. „Überraschend hoch“ sei die Pleite gewesen, meint Oberboihingens Spielleiter Stefan Hein. Für den Funktionär gibt es morgen ein Wiedersehen mit seinem Ex-Trainer Maier. „Axel zieht mich immer auf, wenn wir gegen Nabern verlieren“, berichtet Hein. Am 13. Oktober gab es das letzte Mal solch lockere Sprüche: Der TSVO verlor auf dem Oberen Wasen 1:2. Die Oberboihinger hält Maier dennoch für den „Topfavoriten“ in Sachen Titelgewinn.

Während die Naberner noch nach dem Wettbewerbsmodus suchen, scheint die TG Kirchheim schon mittendrin zu sein. Dem 4:4-Spektakel gegen den TV Bempflingen gewinnt Kirchheims Abteilungsleiter Florian Kretzschmar viel Positives ab. „Kämpferisch stark“ sei der Auftritt gewesen. Morgen muss die TG beim TB Neckarhausen ran. Die Gastgeber landeten in der Abbruchrunde auf dem letzten Tabellenplatz und stiegen auch jetzt mit einem 1:4-Flop beim TSV Raidwangen wenig verheißungsvoll ein.

Ernüchternd verlief der erste Spieltag auch für den TSV Weilheim II. Nach dem 1:6 in Schlaitdorf droht gegen den TSGV Großbettlingen neues Unheil. „Wir werden nicht viele Spieler zur Verfügung haben“, befürchtet Spielleiter Joachim Wiest. Gegner Großbettlingen setzt derweil auf Sascha Foschi. Der Ex-Kicker des VfL Kirchheim und TSV Jesingen soll zu einem der Impulsgeber auf dem Staufenbühl werden.Reimund Elbe

Schlank und flexibel

Sieben Jahre spielte Emrah Polat für den VfL Kirchheim. Nach der Ober- und Verbands­ligazeit an der Jesinger Allee zog es ihn für drei Spielzeiten zum damaligen Landesligisten TSV Weilheim. Nun hat der mittlerweile 37-Jährige die Kickschuhe überraschend wieder angezogen - für den TSV Oberboihingen. Beim 3:1 in Grafenberg vergangenen Sonntag stand der Routinier sogar 90 Minuten auf dem Platz. „Er hilft uns aus, wenn es bei ihm zeitlich geht“, berichtet Oberboihingens Spielleiter Stefan Hein. Die Verflechtung mit dem Ort Oberboihingen - kein Zufall. Polat lebt dort, der Sohn spielt in TSVO-Jugend. Fit hält sich der Mittel­feldakteur meist bei den Seniorenkickern des TSV Jesingen. „Emrah ist heute genauso schlank wie vor 15 Jahren und sieht noch genauso jung wie damals aus“, so Hein verblüfft.rei

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