Fussball Kreisliga A

Ein Geiger macht noch kein Orchester

Kreisliga-Szene Grafenbergs Toptorjäger steht in den Lehenäckern auf verlorenem Posten. Der TSV Jesingen gewinnt, weil er viele Torschützen hat. Von Klaus Schlütter

Goldener Oktober in den Jesinger Lehenäckern: Der TSV feierte in der Kreisliga A2 am Sonntag gegen den TSV Grafenberg bereits se
Goldener Oktober in den Jesinger Lehenäckern: Der TSV feierte in der Kreisliga A2 am Sonntag gegen den TSV Grafenberg bereits seinen fünften Sieg hintereinander.Foto: Christian Schlienz

Frieder Geiger, seines Zeichens Torjäger des TSV Grafenberg, war als Allein­unterhalter in der Spitze auf den Jesinger Lehenäckern am gestrigen Sonntagnachmittag völlig auf sich allein gestellt. Der TSV Jesingen nutzte diese Schwäche der Gäste gnadenlos aus und schickte den Vizemeister der Kreisliga A, Staffel 2, mit einer 5:1-Packung nach Hause.

Auch, weil bei den „Gerstenklopfern“ zurzeit anscheinend jeder auf dem Platz in der Lage ist, Tore zu schießen. Vier verschiedene Schützen bestätigten diesen sich seit Wochen abzeichnenden Trend auch gestern. Darunter der eingewechselte Kevin Sen, der gleich zweimal traf. Dadurch ist die Jesinger Mannschaft unberechenbarer als ein Gegner wie Grafenberg, bei dem sich alles auf einen Stürmer fokussiert, nämlich jenen Frieder Geiger. Ein Geiger allein macht eben noch kein Orchester.

Hinzu kommt: „Bei uns herrscht im Moment ein gewaltiger Konkurrenzkampf um die Plätze in der Mannschaft. Das macht uns nur noch stärker“, betont Trainer Danell Stumpe. In der Tat. Mit fünf Siegen hintereinander hat sich der TSV Jesingen hinter dem souveränen Spitzenreiter TSV Oberboihingen auf Platz zwei katapultiert.

Speziell für Stumpe war gestern ein wirklich gelungener Tag. Am Vormittag schlug die Jesinger D-Jugend, die Stumpe ebenfalls trainiert, in der Talentrunde erst den VfL Kirchheim 3:0, dann den SV Sillenbuch mit 5:0. Am Nachmittag folgte das Highlight - wenn da nicht die VfB-Pleite gegen Holstein Kiel gewesen wäre. Man ahnt es: Stumpe ist leidenschaftlicher Fan der „Roten“.

In Dettingen hat sich aufgestaute dicke Luft fürs Erste leicht verzogen. Grund dafür ist nach den enttäuschenden Resultaten der letzten Wochen der nicht unbedingt erwartete 4:3-Erfolg in Grötzingen. Ein Blitzstart führte zur 2:0-Führung bereits nach vier Minuten durch Benjamin Hubert und Robin Spranz. Doppelpacker Coskun Isci erhöhte bis zur Pause sogar auf 4:2. In der zweiten Halbzeit steigerten die Hausherren dann den Druck, aber zu mehr als zum Anschlusstreffer reichte es nicht. Damit untermauerten die Sportfreunde aus Dettingen ihren Ruf als Angstgegner der Aichtaler. Es war ihr vierter Dreier gegen den TSV in Folge bei einer Gesamtbilanz von sechs Siegen, zwei Unentschieden und lediglich einer Niederlage.

„Unterirdisch gespielt“

Zehn Spiele hatte der TB Neckarhausen nicht mehr gewonnen, neunmal davon sogar verloren. Dann kam der SV Nabern und lieferte artig die Punkte ab. Spielleiter Axel Maier war fassungslos: „Wir haben unterirdisch gespielt, von der ersten bis zur letzten Minute. Die Einstellung hat vorne und hinten nicht gestimmt.“ In der ganzen Partie schoss Nabern nur dreimal aufs gegnerische Tor, zweimal davon allerdings vom Elfmeterpunkt. Den ersten Strafstoß verschoss Markus Glück, den zweiten verwandelte Tony Kuke immerhin zum Ehrentreffer.

Der TSV Altdorf ist für Weilheims Zweite ein Buch mit sieben Siegeln. Die letzten fünf Spiele gingen allesamt verloren. Auch in der sechsten Partie war keine Trendwende zu verzeichnen - eine erneute Niederlage trotz einer insgesamt ansprechenden Leistung der Weilheimer. „Wir haben die ersten zehn Minuten verschlafen und zwei schnelle Tore kassiert“, analysierte Trainer Robert Walter hinterher das Spiel. „Danach waren wir 80 Minuten überlegen, leider ohne Torerfolg. Mit der einzigen Chance in der zweiten Halbzeit macht dann der Lange ein Kopfballtor.“ Übrigens: Der „Lange“ hieß Dominic Ruopp. Das 3:1 war schon sein zweiter Treffer in diesem Spiel.

Spitzenreiter Oberboihingen schüttelte mit dem 3:0 gegen Harthausen einen lästigen Verfolger ab. Dabei markierte Marc Brändle, Top-Torjäger der Liga, bereits sein 21. Saisontor.

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