Fussball Kreisliga A

Gemeinsam raus aus der Grauzone

Kreisliga A Jesingen und Nabern wollen das Polster auf die Abstiegsränge vergrößern.

Im Gleichschritt: Der SV Nabern mit Diaz Oelkrug (weiß) und der TSV Jesingen um Visar Behapi (blau) fassen die vorderen Tabellen
Im Gleichschritt: Der SV Nabern mit Diaz Oelkrug (weiß) und der TSV Jesingen um Visar Behapi (blau) fassen die vorderen Tabellenplätze ins Auge. Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Das erste Pflichtspiel für einen neuen Verein ist wohl für jeden Sportler aufregend. Besonders positiv bleibt dieser Tag Nick Wongkaew vom TSV Jesingen in Erinnerung: Der 27-jährige Deutsch-Thailänder streifte am vergangenen Sonntag im Nachholspiel der Fußball-Kreisliga-A erstmals das blaue Trikot des TSV Jesingen über. Anschließend dauerte es noch 81 Minuten, bis er das goldene Tor zum 1:0-Auswärtssieg in Unterlenningen erzielte. „Das tat mir richtig gut. Die vergangenen Monate waren sehr schwer für mich, das hat mich runtergezogen. Ich brauchte einfach einen Neuanfang“, freut sich Wongkaew, der als Kapitän des AC Catania eine rabenschwarze Hinrunde erlebte und sich daher im Winter für einen Wechsel nach Jesingen entschied.

Mit drei Punkten gegen den TV Tischardt könnten die Jesinger einen weiteren Schritt aus der Abstiegszone machen. Den Blick nach unten richtet Wongkaew aber sowieso nicht: „Wir haben viel Qualität und können jeden schlagen. Ich schaue eher, was vielleicht noch nach oben gehen könnte.“

Aufgrund des Käferbefalls auf dem eigenen Platz weicht der TSV auf den Kunstrasen an der Jesinger Allee aus. Für Wongkaew bedeutet das dann auch die Rückkehr zur alten Wirkungsstätte.

Weder Fisch noch Fleisch ist die Saison des SV Nabern. Unspektakulär bewegt sich der SVN seit dem siebten Spieltag ausschließlich im grauen Tabellenmittelfeld. Auch dass sich das zeitnah ändert, scheint bei neun Punkten Vorsprung auf den Abstiegsplatz und 13 Zählern Rückstand auf den kommenden Gegner - den Tabellenzweiten TSV Grafenberg - unwahrscheinlich.

Motivationsprobleme hat die Mannschaft um Trainer Marcel Geismann aber trotzdem nicht. Stürmer Robin Beck legt den Fokus sogar auf die Abstiegszone: „Da noch unklar ist, wie viele Teams absteigen werden, brauchen wir noch einige Punkte.“ Dass das im Heimspiel gegen Grafenberg allerdings ein schwieriges Unterfangen wird, dessen ist sich der 26-Jährige bewusst. „Das ist gleich zu Beginn ein harter Brocken. Aber nach der Pause werden die Karten erst einmal neu gemischt“, sagt Beck, der in der Hinrunde von langwierigen Verletzungssorgen geplagt war, inzwischen aber wieder schmerzfrei trainieren kann.

Erfolgreich und fair

Für Staunen sorgt in der Liga indes Tabellenführer SPV 05 Nürtingen: In der vergangenen Spielzeit noch mit Ach und Krach die Liga gehalten, stehen die Nürtinger momentan ohne Niederlage über den Dingen. Am vergangenen Sonntag ging die Erfolgsgeschichte bereits im Nachholspiel mit dem 3:1 gegen den direkten Verfolger Grafenberg weiter. Dass die Zielsetzung Klassenverbleib, die vor der Runde offiziell ausgesprochen wurde, inzwischen überholt werden musste, wissen auch die SPV-Verantwortlichen. „Logisch, wir rücken jetzt immer mehr in den Fokus. Aber trotzdem sind noch 13 Partien zu spielen, und gegen uns schenkt sicher niemand was her“, meint Betreuer Andreas Maisch.

Das Erfolgsrezept der „roten Nürtinger“ seien nicht nur die individuelle Qualität auf dem Platz, sondern auch die gefestigten Strukturen im Verein. „Mit Ignace Didavi haben wir einen erfahrenen Fußballfachmann als Trainer, aber auch das Team um ihn herum funktioniert bestens. Da ziehen alle an einem Strang.“ Im Derby gegen den viertplatzierten TSV Oberboihingen könnten die Didavi-Schützlinge nicht nur einen weiteren Schritt in Richtung Bezirksliga machen, sondern auch einen Verfolger auf Abstand halten.

Und dass die Spieler der Multi-Kulti-Truppe nicht nur außerordentlich gut kicken können, sondern auch noch Sportsmänner sind, zeigt die Fairnesstabelle: Denn auch hier führen die Nürtinger mit 22 Gelben Karten und keinem einzigen Platzverweis die Liga an.

Außerdem empfängt der TSV Ötlingen den TV Bempflingen, sowie der TV Unterlenningen den Tabellendritten TB Neckarhausen. Der AC Catania peilt beim ebenfalls stark abstiegsbedrohten TSV Neckartaiflingen II die ersten Zähler der Saison an. Max Pradler

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