Fussball Kreisliga A

Mehr Derby geht nicht

Kreisliga A2 Tim Lämmle und Nebih Kadrija feiern im direkten Duell ihre Premiere.

Nach einem Intermezzo bei der TG Kirchheim geht der frühere Dettinger Rekordtorjäger Tim Lämmle mittlerweile für den SV Nabern a
Nach einem Intermezzo bei der TG Kirchheim geht der frühere Dettinger Rekordtorjäger Tim Lämmle mittlerweile für den SV Nabern auf Trefferjagd. Foto: M. Brändli

Spielplan-Bastler Rudi Cserny hat für die Teckregion gleich am ersten Spieltag der Fußball-Kreisliga-A2 das Kaninchen aus dem Hut gezaubert: Nabern gegen Dettingen. Mehr Derby geht in der Kreisliga A aus Tecksicht nicht. Das Nachbarschaftstreffen überstrahlt die Liga-Premiere nach fast halbjähriger Zwangspause. Bei den Lokal-Kontrahenten sorgt das morgige Aufeinandertreffen für eine Mixtur aus Anspannung und Frohsinn. „Klar ist die Vorfreude groß“, beschreibt Naberns Trainer und Keeper Marcel Geismann seine mentale Lage und die der Kickerkollegen. Die Erinnerung an manch hitziges Duell in Vor-Corona-Zeiten komme aber auch auf. „Platzverweise gab es jedoch so gut wie nie“, sagt der 28-Jährige schmunzelnd.

In Dettingen herrscht pure Vorfreude: „Alle sind heiß“, sieht Dettingens Fußballchef Christian Renz morgen ab 16 Uhr unterhaltsame Derbyminuten auf Spieler und Zuschauer zukommen. Nicht nur wegen der besonderen nachbarschaftlichen Verhältnisse sowie der Corona-Maßnahmen steht das Match auf dem Oberen Wasen unter besonderen Vorzeichen, sondern auch wegen eines speziellen Akteurs: Tim Lämmle rockte just im Dress der SF Dettingen über viele Jahre regelmäßig die Torschützenlisten, stellte mit 60 Punktspiel-Toren in einer Saison gar einen vereinsinternen Rekord für die Ewigkeit auf. „Ich will in jedem Spiel Buden machen“, versicherte der Goalgetter, als zu Beginn des Jahres sein Wechsel zum SV Nabern publik wurde. „Er ist unser fehlendes Puzzleteil“, beschreibt Geismann die Hoffnungen, die sich mit dem 31-Jährigen fürs Offensivspiel verbinden. Dass der Neu-Naberner bei der Gemeinde Dettingen angestellt ist, macht die Derby-Story erst recht rund.

Doch auch die Sportfreunde präsentieren am Sonntag ihren Königstransfer: Ex-Oberligaakteur Nebih Kadrija coacht ab dieser Runde nicht nur gleichberechtigt mit Coskun Isci, sondern soll auf dem Platz für die nötigen Strukturen sorgen. „Nebih kann immer noch verdammt gut kicken“, fasst Abteilungsleiter Renz seine Eindrücke der vergangenen sechs Wochen zusammen. Auch Kadrija selbst ist guter Dinge. Die Vorbereitung sei „weitgehend rund verlaufen“, die Fokussierung auf dem kommenden Gegner Nabern absolut vorhanden. Der Auftrag an den Neuen ist klar: Mit der Abstiegszone wollen die Dettinger nichts zu tun haben.

Distanz zum Tabellenkeller haben auch die TG Kirchheim und der TSV Weilheim II auf dem Plan. Die runderneuerte Turngemeinde bekommt es an der Jesinger Allee morgen ab 15 Uhr mit dem TV Bempflingen zu tun. Routinier Israfil Kilic steht als neuer TG-Coach vor einer enormen Herausforderung. Dasselbe gilt für Robert Walter, in der dritten Saison Trainer des TSV Weilheim II. Die abgebrochene Corona-Spielzeit war für ihn mit nur einem Sieg aus 16 Partien eine zum Vergessen. Große Bewegungen im Kader gab es keine. Beim Gegner Grafenberg üben sich die Verantwortlichen derweil in Zurückhaltung. Nach dem Abgang von Torjäger Frieder Geiger zum VfL Pfullingen, erwarten die Grafenberger große Anlaufschwierigkeiten. Für den TSVW womöglich eine Chance. Reimund Elbe

Öfters mal über die Schulter geschaut

Nebih Kadrija hat zweifellos eine bemerkenswerte fußballerische Vita. Der neue SFD-Coach war unter anderem Oberligaspieler beim VfL Kirchheim, FSV Bissingen und SV Göppingen - in letztgenanntem Klub beim fast schon historischen Oberligawiederaufstieg 2016 mittendrin statt nur dabei. „Speziell in meiner Göppinger Zeit habe ich unserem Trainer Gianni Coveli oft über die Schulter geschaut, mir Notizen über seine Sicht der Dinge in Sachen Taktik und Spielanalyse gemacht“, erinnert sich Kadrija. Er habe als Spieler versucht, wie ein Trainer zu denken. Die Sportfreunde aus Dettingen sind nun seine erste Übungsleiter-Station, nachdem Kadrija zuletzt beim FC Eislingen an der Seite des einstigen Kirchheimer DFB-Pokalkickers Thomas Scheuring als spielender Co-Trainer agierte. Auch mit Murat Isik (FC Frickenhausen) und Michael Rentschler (VfL Kirchheim) arbeitete der 34-Jährige bereits zusammen. Lange Anfahrten zum Training muss der Neue übrigens nicht absolvieren. Kadrija wohnt nur wenige Gehminuten entfernt vom Dettinger Sportplatz.rei

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