Fussball Kreisliga A

Pressing und Brändle sorgen für Partylaune

Kreisliga-Szene Zum mit Spannung erwarteten Spitzenspiel in der A2 trägt nur der TSV Oberboihingen seinen Teil bei. Jesingen enttäuscht beim 2:4. Von Reimund Elbe

Ausgetanzt: Jesingens Visar Vehapi (mitte) umkurvt hier seinen Gegenspieler. Am Ende unterlag der TSVJ im Spitzsenspiel in Oberb
Ausgetanzt: Jesingens Visar Vehapi (mitte) umkurvt hier seinen Gegenspieler. Am Ende unterlag der TSVJ im Spitzsenspiel in Oberboihingen jedoch mit 2:4.Foto: Mirko Lehnen

Wenn Stefan Hein ins Schwärmen gerät, muss auf dem Fußballplatz schon etwas ganz Besonderes passiert sein. Der sonst eher für nüchterne Spielanalysen bekannte Spielleiter des TSV Oberboihingen geriet gestern Nachmittag gegen 16.30 Uhr regelrecht aus dem Häuschen. „Was unser Team vor allem in der ersten Halbzeit gegen Jesingen gezeigt hat, war überragend“, jubilierte der einstige Stadionsprecher des TSV Weilheim nach dem Abpfiff.

Das mit viel Vorschusslorbeeren versehene Kreisliga A-Spitzenspiel geriet überraschenderweise zur einseitigen Angelegenheit. 4:0 führten die Oberboihinger nach 42 Minuten - begünstigt durch ein gnadenloses Pressing und ihren Besten, Marc Brändle. Der Ex-Tischardter lieferte binnen 17 Minuten einen Hattrick ab, schraubte seine Saison-Bilanz auf 27 Treffer. „Er benötigt eigentlich gar keine Chancen, um Tore zu schießen“, meint Stefan Hein augenzwinkernd über das Offensiv-Phänomen. Der TSV Jesingen bemühte sich nach der Pause zwar redlich um Ergebniskosmetik, die glückte allerdings erst in der Nachspielzeit durch Treffer von Murrat Kocak und Davor Messerschmidt.

Oberboihinger Partylaune, Jesinger Novemberblues: Trainer Danell Stumpe wirkte nach der Pleite nicht sonderlich amüsiert. „Vor der Pause haben wir nicht stattgefunden, immerhin wurde es nach dem Pausen-Donnerwetter etwas besser“, sagte der Coach, der nach eigenem Bekunden in der Halbzeit die Phonzahl in der Kabine deutlich erhöhte. Doch schon nach dem Schlusspfiff gab Stumpe sich bereits wieder versöhnlicher: „Klar war es enttäuschend, was das Team gezeigt hat, aber das passiert eben im Fußball.“ Wichtig sei, dass seine Mannschaft in den verbleibenden zwei Partien vor Jahresende gegen Neckarhausen und Weilheim wieder in die Spur komme. Wobei die Jesinger Obacht geben müssen: Furore-Neuling TSV Linsenhofen rockt nach einem 8:2 gegen Schlaitdorf weiter die Liga und rückt dadurch bis auf einen Zähler heran.

SVN veredelt Vorrundenbilanz

Marcel Geismann wollte das vorzeitige Erreichen des Vorrunden-Ziels mit einem Sieg in Dettingen veredeln. Und der SV Nabern packte in der Tat zu den bisher erreichten 20 Zählern mit einem 4:1 einen Dreier drauf. „Das war ein Tag nach Plan“, freute sich der Spielertrainer des SVN nach dem unerwartet klaren Triumph. Das Naberner Team verschaffte zudem der Trainer-Freundin ein Premierenticket: „Eva sagte mir nach dem Spiel, dass sie nie zuvor ein Tor von uns nach einem Eckball gesehen habe, dabei kommt sie schon seit zwei Jahren zu unseren Spielen“, verriet Geismann. Und weil es so schön war, resultierten gestern gleich zwei Naberner Treffer aus Standards. Jannik Raichle verwertete den Ball nach Eckstoß aus kurzer Distanz zum 1:0, Philipp Gall traf ebenso noch vor der Pause nach Ecke von der Strafraumgrenze per Flachschuss. Danach bekamen Trainer-Freundin und SVN-Fans auch noch ein Traumtor serviert: Markus Glück versenkte den Ball per Freistoß aus 25 Metern halbrechts unter die Latte. Während die Naberner am 1. Dezember gegen den TSV Altdorf locker und beschwingt in die Rückrunde starten können, droht den Sportfreunden nun Abstiegskampf. Lediglich vier Zähler trennen die Dettinger noch vom Relegationsplatz.

Noch prekärer wird die Situation für Aufsteiger TSV Weilheim II. Gegen den TSV Grafenberg setzte es erwartungsgemäß die zwölfte Saisonniederlage, verbunden mit dem Verbleib auf dem letzten Tabellenplatz. „Weilheim war nur selten gefährlich“, stellte Grafenbergs Sprecher Tobias Gugel nach dem 3:1 unter der Limburg fest. Grafenberg mausert sich nach mäßigem Rundenstart immer mehr zum Titelkandidaten. „Allerdings haben wir registriert, dass Oberboihingen und Jesingen sich in der Winterpause weiter verstärken wollen, wir werden uns an diesem Wettrüsten jedoch nicht beteiligen“, kündigte der TSVG-Funktionär an.

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