Fussball Kreisliga A

Savoca gibt den Einpeitscher

Kreisliga A Ötlingen hofft in Unterlenningen auf den Beginn eines Fußball-Wunders.

Kirchheim. Am Sonntag endet womöglich jene schöne Fußball-Geschichte, deren erste Zeile vor rund einem Jahr mit 148 geschossenen Treffern, 77 Punkten und dem Aufstieg in die Kreisliga A geschrieben wurde: Gewinnt der Tabellenviertletzte TSV Ötlingen nicht beim TV Unterlenningen, steigt der Neuling ab. „So lange rein rechnerisch etwas geht, werden wir versuchen, das Unmögliche möglich zu machen“, gibt Ötlingens Trainer Benedetto Savoca den Einpeitscher vor dem Duell auf dem Bühl.

In der Tat würde ein TSVÖ-Sieg das Türchen Richtung Relegationsplatz zumindest einen winzigen Spalt offenhalten. Statt bislang sieben Zähler betrüge der Rückstand auf die Unterlenninger dann nur noch deren vier, der Druck auf den TVU stiege somit in den noch folgenden zwei Partien deutlich an. Das 7:2 der Ötlinger gegen den TSV Neckartailfingen II am vergangenen Sonntag stellt zumindest einen erheblichen Mutmacher dar. „Ohne Frage müssen wir nun in Unterlenningen konsequent auf Sieg spielen, weil wir wissen, dass wir selbst bei einem Remis abgestiegen sind“, sondiert Savoca nüchtern die Lage. Panik herrscht beim TSV Ötlingen trotz der drohenden Rückkehr in B-Gefilde nicht. Ein Großteil der Mannschaft habe laut Trainer auch im Abstiegsfalle das Verbleiben signalisiert, zudem werde auch für die kommende Saison „definitiv“ erneut eine zweite Mannschaft gemeldet. Bliebe zur fußballerischen Glückseligkeit nur noch ein Fußball-Wunder namens Ligaverbleib.

Der Showdown droht

Der TV Unterlenningen um Daniel Deuschle (im Bild) musste zuletzt die bittere 0:3-Pleite gegen den TSV Jesingen verdauen. Trainer Klaus Müller machte dieser Tage flugs vom neuen Lehenäcker-Service Gebrauch und studierte im Internet die von „soccerwatch.tv“ (wir berichteten) zur Verfügung gestellten Filmsequenzen der Partie. „Beim 0:1 standen unsere Spieler einfach zu weit vom Jesinger Spieler weg, allerdings konnte man nicht damit rechnen, dass er so einen Schuss auspackt“, analysierte der TVU-Coach.

Für das Match gegen den TSV Ötlingen kennt Müller nur eine Maßgabe. „Alles reinwerfen was geht, denn das werden die Ötlinger in ihrer Lage auch tun“, fordert der TVU-Trainer. Um der Relegation zu entgehen, müssten mindestens zwei der restlichen drei Partien gewonnen werden. Am letzten Spieltag droht womöglich dem TV Unterlenningen ein Showdown - dann rückt nämlich der SV Nabern auf dem Bühl an. „Ich würde allerdings gern auf solch einen Krimi verzichten“, sagt Naberns Sportlicher Leiter Axel Maier. Der Fußball-Routinier setzt darauf, dass Nabern bereits zuvor den Klassenerhalt fixiert. „Sechs Punkte aus den letzten drei Spielen, dann ist der Käse gegessen“, vermutet Maier. Altdorf, Neckartailfingen II und Unterlenningen lautet das Restprogramm. Am Sonntag wären dabei drei Punkte im 1 700-Einwohner-Ort ein perfekter Start ins finale Naberner Saisonvergnügen. „Das wird schwer, aber an einem guten Tag schlagen wir jeden in der Liga“, gibt sich Maier selbstbewusst.

Nabern und Unterlenningen sind noch von dem entfernt, was die Jesinger und Catania-Kicker vereint: Jene können die restlichen Partien mit Lockerheit angehen. Am Sonntag geht es für die Jesinger zum Absteiger AC Catania. Die Gastgeber planen im vorletzten Kreisliga A-Heimspiel für möglicherweise längere Zeit den zweiten Sieg.Reimund Elbe

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