Fussball Kreisliga A

Savoca mit glücklichem Händchen

Kreisligafußball Der TSV Ötlingen holt den ersten Dreier in der Kreisliga A. Eine Klasse tiefer liefern sich die TG Kirchheim und der TSV Weilheim ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Von Klaus Schlütter

Deutliche Hoheit: Der TV Tischardt hat beim TSV Ötlingen immer das Nachsehen.Foto: Markus Brändli
Deutliche Hoheit: Der TV Tischardt hat beim TSV Ötlingen immer das Nachsehen.Foto: Markus Brändli

Der Satz, den einst Huub Stevens bei Schalke prägte: „Die Null muss stehen!“ Die Spieler vom TSV Ötlingen und vom TV Tischardt mussten diese taktische Formel wohl missverstanden haben. Denn nach den ersten drei Runden stand bei beiden Aufsteigern die schwarze Null auf der falschen Seite.

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„Vier Punkte aus den ersten drei Spielen waren unser Ziel. Aber es hat in der Abwehr nicht gepasst. Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht“, meint Ötlingens Spielleiter Marco Geißler im Rückblick. Vor allem bei Standards. Von 15 Gegentoren fielen neun nach Freistößen und Ecken. Der Fehlstart erinnerte schon fatal an den missglückten Auftakt vor zwei Jahren, als der TSV in der B-Klasse fünf Spiele hintereinander verlor.

Vorbei, vergessen. Bei der Elf vom Rübholz ist endlich der Groschen gefallen. Mit nicht weniger als sieben Toren schoss der Aufsteiger auf Kunstrasen eine beginnende Krise weg und belohnte sich mit den ersten drei Punkten. Trainer Benedetto Savoca konnte befreit aufatmen: „Ein geiles Spiel in der zweiten Halbzeit. Das hat richtig gut getan.“ Der Dosenöffner nach dem 1:1 war der zur Pause eingewechselte Jannik Schmid, der mit zwei Toren innerhalb von fünf Minuten die Weichen auf Sieg stellte. Nach dem 4:2 durch Samba gab es kein Halten mehr. Auch Marco Münzinger, der nächste Joker, glänzte als zweifacher Torschütze.

Niko Vidakovic, der Spielleiter von Tischardt, weiß, warum seine Mannschaft in vier Spielen schon 21 Gegentore kassiert hat: „Wir mussten die komplette Abwehr, Torwart und Viererkette, ersetzen. Die neue Defensive ist noch unerfahren“.

Im Vorderfeld der Tabelle beherrschen die Mannschaften aus der Nachbarregion die Szene. Mit sieben auf einen Streich gegen den überforderten TV Bempflingen überflügelte der SPV 05 Nürtingen die spielfreien Grötzinger, gefolgt vom punktgleichen TV Unterboihingen.

Eine Klasse tiefer liefern sich die TG Kirchheim und der TSV Weilheim II einen spannenden Brust-an-Brust-Kampf an der Spitze. Auch gestern gab sich keiner eine Blöße - viertes Spiel, vierter Sieg. Wobei sich die TG gegen die SG Reudern/Oberensingen etwas schwerer tat, als die Ötlinger. „Das Ergebnis von 1:4 spiegelt nicht das wahre Kräfteverhältnis. Unsere Niederlage ist zwei Tore zu hoch ausgefallen. Nach dem 1:1 hatten wir das zweite und dritte Tor auf dem Fuß“, versicherte Trainer und Abwehrchef Yalcin Günes. Zwei Gegentore fielen aus Standards, ein Treffer per Strafstoß. Tim Lämmle, sein Pendant auf der anderen Seite, war zweimal erfolgreich, scheiterte aber vier Minuten vor Schluss mit einem zweiten Elfmeter an Torwart Patrick Tillmann.

Mit dem selben Ergebnis wie die TG setzte sich Weilheim II in Ötlingen durch. „Verdient“, wie TSV-Coach Nikolaos Filios bemerkte. Seine eigene Mannschaft sieht er auf einem guten Weg: „Mit der Leistung und dem Ergebnis kann ich gut leben.“ Heimlich, still und leise hat sich die SG Ohmden/Holzmaden auf die Verfolgung der beiden Überflieger gemacht. „Wir haben unsere wenigen Chancen besser genutzt“, meinte Trainer Viktor Oster nach einem Spiel auf Augenhöhe gegen die SF Dettingen II. Wegen des Sportwochenendes in Ohmden wurde die Partie, die laut Terminplatz in Dettingen stattfinden sollte, kurzfristig gedreht.

Nach dem 5:0 im Bezirkspokal in Ohmden endlich auch ein Erfolgserlebnis für den TSV Owen und seinen neuen Trainer Rainer Ziegelin: Das 3:3 gegen TV Unterboihingen II war der erste Punktgewinn im dritten Anlauf. Spielleiter Jürgen Rebmann weiß, warum die Gelbhemden so schwer in die Gänge kommen: „Wir hatten einige neue Spieler und ein paar Urlauber. Es fehlt am Spielaufbau aus dem Mittelfeld. Wir befinden uns halt noch in der Findungsphase.“ Hinzu kommt, dass sich die Fußballer schwer tun, Nachwuchs anzulocken. Unter der Teck ist Handball die Nummer eins.

Die hitzigste Partie lief in Alfdorf ab. Die heißen Temperaturen brachten die Gemüter zum Kochen. Die Gastgeber kassierten sechs Gelbe Karten, einmal Gelb-Rot und einmal glatt Rot. Grafenberg war mit dreimal Gelb und einmal Gelb-Rot dabei. Janik Ahlgrimm entschied die harte Auseinandersetzung kurz vor Schluss mit dem 3:2-Siegtreffer für die Gäste.