Fussball Kreisliga A

Sprinter Glück schmiedet den Sieg

Fußball Der SV Nabern dockt nach dem 5:4-Kampfsieg über Harthausen in der Kreisliga A 2 an die Spitzengruppe an. Nach der ersten Niederlage muss der TSV Jesingen zum Derby gegen die SF Dettingen ran. Von Reimund Elbe

Mit Vollgas nach oben: Der SV Nabern zählt zu den Topteams der noch jungen Kreisliga-A-Saison. Foto: Carsten Riedl
Mit Vollgas nach oben: Der SV Nabern zählt zu den Topteams der noch jungen Kreisliga-A-Saison. Foto: Carsten Riedl

Der SV Nabern mischt plötzlich ganz vorne in der Fußball-Kreisliga-A-Tabelle mit. In der Spätschicht am Donnerstag gab‘s im Oberen Wasen nicht nur Tore im Akkord, sondern auch einen, der ganz besonders geherzt wurde. Markus Glück schoss in der Nachspielzeit das 5:4 gegen den hoch gehandelten TSV Harthausen und machte den Naberner Fußball-Wahnsinn perfekt.

Es war ein Treffer, der den SVN auf Tabellenplatz drei brachte und Naberns kickenden Trainer Marcel Geismann auch lange nach Schlusspfiff noch ins Schwärmen. Glück hatte vor dem erfolgreichen Abschluss einen rund 50 Meter langen Vollsprint übers Feld hingelegt, anschließend servierte der über die rechte Seite angreifende Denis Weigand das Leder punktgenau an den langen Pfosten. Der Kapitän bugsierte den Ball schließlich per Innenrist unter die Latte.

Das „Wahnsinnsspiel“ (Geismann) entschieden, neun von zwölf möglichen Punkten in der noch jungen Runde fixiert - auf dem Oberen Wasen läuft‘s wie geschmiert. „Oben zu stehen, macht mehr Spaß als unten“, scherzt Spielertrainer Geismann angesichts der frischen Eroberung des dritten Tabellenplatzes. Den Zahn zogen die Gastgeber den Gästen auch deshalb, weil sie immer eine Antwort auf die Harthausener Gegentore wussten, zudem sie nach Ballgewinn schnell Richtung gegnerische Box kamen.

Am morgigen Sonntag steht der Trip nach Schlaitdorf an. Max Schrievers dürfte dabei erneut fehlen. Der Torgefährliche zog sich im Dienstagstraining eine Bänderverletzung zu, musste schon gegen Harthausen passen. Die Germania, nach dem ersten Spieltag gar Tabellenführer, fiel auf Tabellenplatz zehn zurück. Vorgestern reichte es für das Team von Björn Kluger in Altdorf immerhin für ein 2:2.

Nabern dockte nicht nur an die Spitze an, sondern hätte sogar den nun punktgleichen TSV Jesingen fast passiert. Nach drei Siegen am Stück und entsprechend fetter Punkteausbeute gab‘s für die „Gerstenklopfer“ vorgestern in Grötzingen beim 0:2 den ersten Nasenstüber. Besonders ärgerlich aus Jesinger Sicht: Lange Zeit hatte es überhaupt nicht nach der ersten Pleite ausgesehen. Doch die Spieldominanz inklusive diverser Topchancen brachte keinen Ertrag. Grötzingens Abteilungsleiter Olav Sieber wusste warum. „Die Jesinger haben sicherlich die besseren Einzelspieler, der Ball läuft besser als bei unserem Team, die Spieler fordern häufig den Ball, aber unterm Strich agieren sie oft zu umständlich“, merkte der Grötzinger Funktionsträger an. Morgen bietet sich für die Jesinger die Chance zur Korrektur - beim Evergreen gegen die SF Dettingen, die am Donnerstag spielfrei waren.

Tabellenführer TSV Oberboihingen bekommt es derweil mit dem Neuling TSV Linsenhofen zu tun. Dieser verpasste den Aufstiegskollegen von Türkspor Nürtingen 1973 die erste Niederlage. „Wir haben hinten nichts zugelassen und vorne die Tore gemacht“, bilanzierte TSV-Trainer Carlo Greco nach dem verdienten 4:0-Sieg strahlend.

Beim TSV Weilheim II steigt der Druck nach dem verkorksten Start mit null Punkten aus drei Partien inklusive einer jüngsten 1:6-Klatsche gegen Oberboihingen. Die morgige Aufgabe beim TB Neckarhausen steht unter einem ganz besonderen Vorzeichen. Im Neckarhausener Beutwang duellieren sich die beiden einzigen noch punktlosen Teams in der Kreisliga A.

Rassistische Beleidigungen und körperliche Gewalt schockieren die Szene

Erster Eklat in der gerade erst begonnen Saison im Fußballbezirk. In der Bezirksliga-Partie zwischen dem TSV Neckartailfingen und dem TV Nellingen soll es zu einer verbalen Entgleisung mit rassistischem Inhalt seitens eines oder mehrerer Neckartailfinger Zuschauer gegenüber Gästekapitän Steven Helaimia gekommen sein.

Respektabel, wie offensiv der TSV Neckartailfingen mit dem Thema unter der Woche umging. „Wir bedauern sehr, dass Steven Helaimia von mindestens einem Zuschauer durch nicht zu tolerierende, rassistische Rufe angegriffen wurde“, lautet das offizielle Statement des Klubs, der sich in aller Form bei Helaimia und dem gesamten Nellinger Team entschuldigte und das Vergehen „in aller Schärfe“ verurteilte.

Im Nachbarort Neckar­tenzlingen folgte am Donnerstag die nächste Entgleisung - diesmal körperlich. In der 60. Minute zückte Schiedsrichter Jonah Hanak in der Partie des TSV Neckartenzlingen gegen den TSV Raidwangen II die Rote Karte gegen TSVN-Akteur Patrick Mestek. Der 39-Jährige soll dem Schiedsrichter laut Polizeibericht daraufhin von vorne mit gestrecktem Bein gegen den Oberkörper gesprungen sein und danach versucht haben, den am Boden liegenden Hank zu treten. „Die Brille flog dem Schiedsrichter aus dem Gesicht und er fiel auf den Boden“, berichtet Rainer Hess, Co-Trainer der Raidwangener. 

Gedankenschnell habe sich Neckartenzlingens Torwart David Coconcelli schützend vor den Schiedsrichter geworfen und weitere Tritte des mit Rot Sanktionierten verhindert. „Wir waren alle geschockt“, sagt Hess, ebenso wie auch die anderen Neckartenzlinger Spieler sowie die Betreuer. Der 20-jährige Hanak, der für den VfB Neuffen pfeift, musste das Match verletzungsbedingt abbrechen. Schlussendlich rückte die Polizei an. Der TSV Neckartenzlingen kündigte ein Sportplatzverbot sowie den Rauswurf des Akteurs aus dem Verein an. Strafrechtliche und sport­rechtliche Konsequenzen dürften folgen.

Große Sorgen rufen die aktuellen Berichte bei Steffen Müller, Chef der Schiedsrichtergruppe Nürtingen, hervor. „Jeder unsportliche Vorfall ist einer zu viel und schadet unserem Fußball“, sagt er. rei

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