Fussball Landesliga

Das Schlusslicht bläst zur Aufholjagd

Fußball Der TSV Weilheim erwartet im ersten Spiel nach der Winterpause am morgigen Sonntag Kellerkonkurrent FV Sontheim im Lindachstadion. Von Klaus Schlütter

Höchste Zeit zum Jubeln: Die Weilheimer Landesligakicker brauchen Siege zum Überleben. Foto: Markus Brändli
Höchste Zeit zum Jubeln: Die Weilheimer Landesligakicker brauchen Siege zum Überleben. Foto: Markus Brändli

Mit dem Vorsatz „Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger“, startet der Tabellenletzte TSV Weilheim in die restlichen 14 Spiele der Fußball-Landesliga, Staffel 2. „Wir müssen gegen die nächsten drei Gegner so viele Punkte wie möglich holen, dann sind wir wieder auf Schlagdistanz“, meint Trainer Benjamin Geiger.

Den Auftakt zur geplanten Aufholjagd macht morgen das Heimspiel gegen den FV Sontheim (Anpfiff 15 Uhr). Danach geht‘s nach Blaustein, bevor der TSV Bad Boll in Weilheim aufkreuzt. Alle drei Mannschaften sind in der unteren Tabellenhälfte angesiedelt, alle haben ihre eigenen Probleme. Geiger: „Gelingt uns ein guter Start mit sieben bis neun Punkten, sehe ich noch eine realistische Chance, die Klasse zu halten.“

„Klassenerhalt ist auch unser Ziel“, versichert Sontheims Torsten Häring. Verständlich der Wunsch. An die beiden ersten Gastspiele in der Landesliga 2009/10 und 2012/13 denkt der Spielleiter mit Schrecken zurück. Das Team aus dem südlichen Kreis Heidenheim stieg nach dem Aufstieg mit 13 beziehungsweise neun Punkten sang- und klanglos sofort wieder ab. Jetzt stehen bereits 20 Punkte auf der Habenseite. Die gute Vorrunde und ein gelungenes Trainingslager in Sonthofen nähren diesmal die Hoffnung auf ein Happy End.

Zumal in der Rückrunde der Mann wieder zur Verfügung steht, der die Sontheimer in der vergangenen Saison mit 44 Toren und neun Vorlagen in die Landesliga schoss. Philipp Schmid (24) kehrte am Donnerstag nach einem halbjährigen Auslandspraktikum im Masterstudium zum Wirtschaftsingenieur aus den USA zurück und will gleich wieder auf Torjagd gehen. An seiner Seite Christoph Renner (78 Tore und 57 Assists in 191 Spielen) und Spielertrainer Marcus Mattick (36/14/53). Dieses torgefährliche Trio ist die Lebensversicherung für die Brenztäler.

Dafür ist die Abwehr, die schon 41 Gegentreffer kassiert hat, das Sorgenkind. Der langzeitverletzte Innenverteidiger Michael Ganßloser fehlt an allen Ecken und Enden. Schon deshalb treten sie in der Regel die Flucht nach vorne an. „Wir können uns nicht hinten reinstellen und den Gegner kommen lassen. Wir müssen selber das Spiel machen“, sagt Spielleiter Häring.

Genau darin liegt die Chance der Weilheimer. „Wir werden uns nicht einigeln, sondern versuchen, die Schwäche des Gegners zu nutzen“, meint Geiger. Die mehrheitlich gelungenen Auftritte in den sechs Vorbereitungsspielen sprechen dafür. Fünfmal verließen sie als Gewinner den Platz, darunter jeweils 2:1 gegen Heiningen und Weilimdorf. „Wir haben das Siegen nicht verlernt. Die Spieler haben gemerkt, dass sie mithalten können und besser sind, als die Tabelle besagt“, so Geiger.

Dazu beitragen werden die beiden Neuzugänge Dogan Dogukan (19) vom SSV Reutlingen und Marc Djorovic (21) vom SV Ebersbach. „Beide sind Verstärkungen“, sagt Spielleiter Armin Sigler und fügt hinzu: „Außerdem haben wir noch drei Junioren wie zum Beispiel Florian Kirchner für die Innenverteidigung in der Hinterhand.“ Diese allerdings unter Vorbehalt, denn die U19 kämpft in der Verbandsstaffel um den Klassenerhalt und braucht die Spieler selber.

Neue Verletzungssorgen

Sorgen bereitet dem TSV, dass sich der ohnehin kleine Kader (20 Spieler) durch neue Blessuren reduziert hat. Matthias Schaufler, Simon Kottmann und Matteo-Pio Stefania verletzten sich im Training. Ihr Einsatz ist fraglich. Der angeschlagene Oliver Reisenauer steht noch länger nicht zur Verfügung. Nur gut, dass Cagatay Ayyidiz mitwirken kann. Sein Platzverweis in Weilimdorf bleibt ohne Folgen - für Gelb-Rot in einem Testspiel gibt es keine Sperre.

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